Alltags-Wahnsinn

Neuanfang


Hallo ihr Lieben,

Es ist soweit. Ich habe einen neuen Blog erstellt und mag dort weitermachen. Wie das alles so funktioniert, weiß ich noch nicht. Es wird zumindest kein öffentlicher Blog. Denn was hier teilweise an Beschimpfung und dergleichen stattgefunden hat, mag ich mir zukünftig nicht mehr antun.

Wenn ich das richtig verstehe, braucht es bei privaten Blogs eine Einladung oder einer Freischaltung? Wer da mehr weiß, bitte immer gerne her mit den Infos.

Also, das hier ist zumindest der neue Blog auf dem es zukünftig weitergehen wird.

https://autismusundtraumawelt.wordpress.com/

Alltags-Wahnsinn

Erschöpfung


https://pixabay.com/de/photos/kind-sand-mit-sand-spielen-kindheit-6969637/

Hallo ihr Lieben,

heute ist mir mal danach, ein paar Worte zu schreiben.

Inzwischen hat sich mein Tagesrhythmus verändert und es gelingt mir doch wenigstens relativ zeitig am Morgen aufzustehen. Was nicht immer bedeutet, dass ich dann auch munter in den Tag starte.
Gestern z.B. war es erst wieder so, dass ich zwar früh aufgestanden war, aber dann dennoch bis Mittag im Schlafzeug verbracht habe und erst nach 13 Uhr unter der Dusche stand und in meinen Tagesrhythmus kam. Aber dann war er eben da.

Ich soll mich kümmern, Dinge zu regeln. Hilfe zu installieren.
Einen Pflegegrad beantragen. Änderungen im Schwerbehindertenausweis beantragen.
Doch das alles ist viel komplizierter als gedacht. Und am liebsten würde ich es einfach lassen.
Und dann stehe ich wieder in der Küche und fühle den brennenden Schmerz in meinen Füßen. Und ich sehe all das was zu machen ist um mich herum und weiß einfach, dass ich es nicht schaffe.

Nein, das versteht kaum jemand.

„Du wohnst doch alleine. Das kann doch gar nicht so viel sein.“
„Andere gehen voll arbeiten und müssen das alles nebenher noch machen.“
„Du wirkst gar nicht erschöpft.“

Nein, ich wirke nicht erschöpft.
Ich wirke nicht müde.
Ich wirke nicht als hätte ich starke Schmerzen.

Denn alles was ich kann, ist Worte zu sprechen. Zumindest kann ich das meist.
Aber die Worte werden nicht so verstanden wie ich sie sage.
Menschen deuten nicht anhand von gesprochenen Worten.
Sie deuten anhand eines Zusammenspiels aus vielem, was den Worten die Bedeutung gibt.
Bei mir fehlt fast die komplette Mimik.
Es mangelt oft an passender Betonung.
Und ich befinde mich meist auf einer Sachebene, während so ziemlich alle Menschen in meinem Umfeld auf der Beziehungsebene kommunizieren.
Ich spreche von mir und mein Gegenüber hört, dass ich von ihm/ihr* spreche.

Erschöpfung verbinden die meisten Menschen mit Müdigkeit.

Ich erlebe Erschöpfung als reine Energielosigkeit.

Und ich habe gelernt, nicht erschöpft sein zu dürfen.
Also funktioniere ich weiter.
Immer darum bemüht, dass mir niemand etwas anmerkt.
Gleichzeitig jedoch brenne ich mehr und mehr aus.
Eine Erschöpfung zeigt sich darin, dass ich mich nicht mehr konzentrieren kann. Sie zeigt sich darin, dass ich am Morgen erwache und nicht mehr in den Tag kommen mag. Und sie zeigt sich auch darin, dass ich keine Ruhe mehr finde und jegliches Gespür für Bedürfnisse verloren geht.
Ohne dieses Gespür für eigene Bedürfnisse esse ich viel zu viel oder zu wenig. Ich trinke durchweg viel zu wenig. Nehme nicht wahr, wann ich müde bin oder erkenne die Anzeichen schlicht nicht als Signale, den Tag zu beenden.
Ein Grund mehr, warum ich einen geregelten Tagesablauf brauche. Einen bei dem die Uhrzeit mir anzeigt was ich zu tun habe. Denn das ist alles, woran ich mich orientieren kann.

Gestern stellte ich erstaunt fest, dass ich vor Jahren offensichtlich in einem stabileren seelischen Zustand war. Mit Erstaunen, weil ich damals davon ausging, dass es mir schlecht geht. Und das ging es mir auch zu dieser Zeit. Aber dennoch funktionierte die Struktur in meinem Alltag und das hielt mich.
Ich hatte einen festen Tagesablauf. Ich hatte meine geliebte Hündin um mich. Auch wenn sie zu der Zeit schon todkrank war.
Es gab vieles was damals auch schwierig war.
Und dennoch, ich stand zur immer selben Zeit auf und begann den Tag mit den immer selben Abläufen. Der ganze Tag strukturierte sich nach immer wiederkehrenden Abläufen. Immer orientiert an der Uhrzeit. Und daran was meine Partnerin vorgab. Denn das hat mir den Halt gegeben, um weniger eigene Energie zu verlieren. So habe ich es geschafft, durch die Tage zu kommen und meinen Kram sortiert zu halten.

Das war mir nun schon seit bald sieben Jahren nicht mehr möglich, insbesondere in den letzten knapp drei Jahren.
Denn genau so lange ist es her, dass ich den Bedarf an Anpassung erhöht hatte und alle Signale der Erschöpfung und Überforderung zum Anlass genommen hatte, noch besser funktionieren zu müssen.

Wir hatten uns getrennt und ich war alleine in die Wohnung gezogen. Die Unterstützung p, die ich hatte war schlicht weit unter dem was ich bräuchte und so ist das bis heute.
Vor knapp drei Jahren hatte entschieden, die Weiterbildung zu beginnen.
Und ohne Frage, fachlich war das alles kein Problem und wäre es auch nie geworden.
Wäre da nur nicht der notwendige Kontakt zu anderen Menschen gewesen.
Menschen für die ich wie als Kind die Aussätzige war. Ich war falsch. Weil ich nicht nach ihren Regeln funktionierte.
Weil ich schlicht Autistin bin und zum einen niemand darum wusste und zum anderen, und das empfinde ich als deutlich gravierender, niemand gewillt gewesen wäre, damit umzugehen.

Denn, ich saß in der Übungsgruppe zusammen mit der Mutter einer autistischen Tochter. Doch selbst sie erkannte die Ähnlichkeiten nicht. Auch sie beteiligte sich am Mobbing der anderen. Ich mag mir nicht überlegen, wie es ihrer Tochter mit ihr ergehen mag, wenn sie auch mit ihr so umgeht und sie zuhause einem Mobbing aussetzt. Denn Mobbing ist kein Zufall.
Auch nicht das Verhalten all der Dozenten, die nicht eingriffen, sondern zusahen, wie die anderen sich gegen mich verbündeten.

Bis ich geflüchtet bin.

Doch da war es längst viel zu spät.
Mein Körper war inzwischen schon so krank, dass es nicht mehr einfach zu stoppen war. Und seelisch hatte ich erheblich einen mitbekommen.

Menschen sind mir eine Gefahr.
Sie verurteilen mich.
Sie beleidigen mich.
Sie beschimpfen mich für das was anders mit mir ist.
Ich bin ihnen lästig.

Weil ich die Welt anders wahrnehme.
Weil mein Kopf anders denkt und mein Herz anders fühlt.
Weil ich Dinge im Dahinter wahrnehme, die ihrem Blick entgehen.
Weil ich viel zu ehrlich bin.
Ehrlicher als sie es ertragen.

Als ich meine erste Traumatherapie begonnen habe, verlangte meine Therapeutin, dass ich bereit bin, die reale Welt zu erleben und mich von meiner Welt zu distanzieren.
Sie hatte keine Ahnung, dass meine Welt das ist, was ich brauche, um die reale Welt überhaupt aushalten zu können. Ohne meine Welt überflutet mich all das was zum normalen Leben der meisten Menschen gehört.
Denn meine Welt, das ist der Ort an dem ich Energie tanke.
Das ist der Ausgleich zu dem Zuviel in der realen Welt.

Es ist der Ort an dem ich mich sicher fühle.

Die Menschen haben ihre eigene Vorstellung hineininterpretiert in das was ich nicht näher zu beschreiben vermochte. Sie haben ihre Worte benutzt, um sich ein Bild zu machen. Doch weder ihr Bild noch ihre Worte passten.
Denn einen solchen Ort kann man nicht in neurotypischer Weise benennen und verstehen.

Meine Thera hat die Vorstellung von einem einsamen, kalten Ort an dem es keine Geborgenheit gibt. Weil zu so einem schönen inneren Ort doch etwas gehört, was Wärme spendet und es wohlig sein läßt. Eben geborgen.

Aber meine Welt, das ist gar kein innerer Ort an den ich mich zurückziehe.
Das ist keine Phantasie und keine Ausgestaltung.

Ich verschließe mich der Außenwelt und ziehe mich in mich zurück.
Ich schotte mich ab.
Und das tue ich immer dann, wenn es zu viel an Kontakt zu Menschen war, die kein Verständnis von autistischen Strukturen haben.
Immer dann, wenn sie mich mit all ihren überzeugten Ansprüchen überrollen und mich hineinpressen wollen in ein „so hast du zu sein, sonst bist du falsch“.

In meine Welt zieht es mich, wenn ich keine Energie mehr habe.
Wenn ich komplett leer bin.

Dann verschwinde ich in meinem iPad.
Ich designe Räume in Design Home.
Suche Zahlenpaare in Number Match.
Lasse mich einfangen von der so anderen Welt in Mundus.
Suche Google ab nach all dem was mir in den Sinn kommt.
Entdecke Gegenstände, die ich kaufen könnte.
Schaue nach wieder neuen Puzzeln, weil die 50 noch nicht reichen auch nicht die weiteren 30, die in meinem Keller sind.
Weil puzzeln das ist worin ich Energie tanke.
Weil das neben dem iPad der Ort ist in den ich abtauche und Energie schöpfe.
Weil es für mich kein Spiel und keine bloße Beschäftigung ist.

Ich nehme die Unterlage und den Kasten mit den Teilen und für die nächsten Stunden ist alles was im Außen ist abgeschaltet. Mein Gehirn fügt die Teile ineinander, während alles an Gedanken sich sortieren kann.

So ist das, wenn ich mich aus der Welt zurückziehe.
Dann wird es leise. Es wird still.
Und ich erhole mich von all dem Zuviel in der Welt der Menschen.

Ich habe daran gerade sehr großen Bedarf.
Ich habe viel zu lange versucht, den Rückzug zu beschränken, nur um normal zu werden.

Normal werden konnte ich aber nie.
Das wird schlicht kein autistischer Mensch.
Und das sollte auch keinem auferlegt werden.

Ich wünsche euch nun einen schönen Freitag und eine gute kommende Zeit.

🌈💜💕💜🌈

Alltags-Wahnsinn

Outing


https://pixabay.com/de/photos/laterne-meer-himmel-strand-wasser-6826698/

Hallo ihr Lieben,

wieder ist eine Woche vergangen.
Mir ist bewusster geworden, wie sehr ich durch den Rhythmus des täglichen Schreibens in der Vergangenheit mehr und mehr unter Druck geraten war. Es war zu einer Verpflichtung geworden. So wie ich alles was mir Verantwortung auferlegt zur Pflicht mache und diese meine erfüllen zu müssen, weil ich eben niemanden enttäuschen möchte. Und vor allem, um auf keinen Fall einen Fehler zu machen.

Natürlich, ich habe euch, die ihr mir in euren Kommentaren immer wieder geschrieben habt, dass doch niemand perfekt ist und Fehler dazugehören und auch nicht schlimm sind und all das, gut im Kopf.
Dennoch ändert es nichts daran, dass ein Fehler eine empfundene Katastrophe ist, die mich in Gefühlszustände bringt, die mich überfordern, weil sie mich innerlich überfluten und ich kaum fähig bin, mich dann selbst zu beruhigen.

Genau aus diesem Grund bin ich was Verantwortlichkeiten angeht, dann so extrem pflichtbewusst und ziemlich zwanghaft.

Aber Zwang ist eben immer Druck, ganz gleich ob ihn andere ausüben oder ich selbst.

Und wenn ein bestimmtes Fühlen einer Katastrophe gleichkommt, dann ist es klar, dass das um jeden Preis vermieden werden will.

Dabei geht es dann nicht darum, ob real für einen anderen mein empfundenes Fehlverhalten auch als Fehler empfunden und verstanden wird. Es ist vollkommen egal. Und genau das mag wohl der Unterschied zu jemandem sein, der „nur“ traumatisiert ist, aber keine autistischen Wahrnehmungs- und Verarbeitungsstrukturen hat.

Denn für eine Autistin (und ich mag das in dieser weiblichen Form betonen, denn bei männlichen Betroffen verhält es sich anders) ist die Anpassung an die Normalität das meist unausgesprochene absolute Wunschziel.
Man will sein wie die anderen und dafür verbiegt man sich zu etwas was dann nichts mehr mit einem selbst zu tun hat.
Inklusive dessen, dass man entsprechendes Katastrophenfühlen vor den anderen versucht zu verbergen, weil auch das ja falsch und unangebracht sein würde. Eben weil es fehlinterpretiert wird als Dramatisierung.

Nun, wenn dann wie leider viel zu oft bei weiblichen Vertretern des Autismus, die Diagnose erst in höherem Erwachsenenalter gestellt wird, beginnt sich in diesem Menschen etwas umzusortieren.

Es wird bewusster wie die Abläufe sind. Man beginnt sich selbst anders zu erkennen. Sich selbst in dem was man tut.

Verhalte ich mich angepasst?
Quatsch, ich doch nicht. Ich bin doch sowas von authentisch. Ich spreche immer die Wahrheit aus und stoße damit vor den Kopf, ohne mir dabei Gedanken zu machen.
So in etwa nehmen mich die meisten Menschen wahr.

Tatsache ist, dass mein eigenes Verhalten mir erst jetzt wirklich bewusster wird, seit ich weiß, dass ich Asperger-Autistin bin.
Erst jetzt fange ich an, ich selbst zu werden und zu mir und meinem Sein zu stehen.

Denn nein, es ist keineswegs so, dass ein autistischer Mensch grundsätzlich den Autismus wie ein Aushängeschild vor sich trägt und es jedem auf die Nase bindet.
Auch wenn es durchaus bei manchen so wirkt und es auch diese Autisten gibt, die so auftreten.
Denn ja, es ist ein Spektrum, bei dem die Ausprägung sehr unterschiedlich sein kann und auch oft ist.
Aber es gibt vor allem eben bei den betroffenen Frauen einen überdurchschnittlich starken Hang zur Anpassung. Und das bedeutet eben, alles zu tun, nicht autistisch aufzutreten. Den Autismus sozusagen zu verleugnen.

So hielt ich es bisher.
Unabhängig davon, dass ich erst seit wenigen Monaten die gesicherte Diagnose habe.

Ich gab mein Bestes in zwischenmenschlichen Situationen „normal“ zu wirken. Also auf keinen Fall autistisch. Und damit meine ich alles, was zum Autismus dazugehören kann.
Kein pausenloses Reden von meinem Spezialinteresse.
Andere anschauen wenn ich mit ihnen sprach.
Interesse am anderen zeigen indem ich nach relevanten Alltagsprobleme fragte oder auch schlicht bemüht war, Smalltalk zu führen, den ich eben real nicht mag und als unsinnig empfinde.
Ich trat auf als jemand, der keine Beschränkung erkennen lassen wollte.
So hatte ich es gelernt.

Gestern hatte ich einen Arzttermin. Einen, den ich hasse. Einen, den ich nicht will aber leider muss.
Nun, gestern fing der Tag damit an, dass ich innerlich Gespräche übte wie sie verlaufen könnten, würde ich mich nicht erniedrigen lassen, sondern zu mir stehen und mich behaupten.

Und so kam es wie es kommen musste. Wie es überfällig war.

Ich nahm mir vor, den Autismus nicht zu verstecken. Zu beherzigen, was meine Ergotherapeutin gesagt hat und darauf hinzuweisen, dass ich Autistin bin.

Wie das beim Arzt gelaufen ist, mag ich hier nicht thematisieren. Dafür ist es zu früh und auch viel zu schmerzlich was das in mir ausgelöst hat. Das ist eher erstmal was für das vertrauliche Gespräch mit meinen Bezugspersonen.

Es geht mir um eine andere Erfahrung.

Und zwar, ich kam dort hin und es hieß, da sei kein Termin für mich eingetragen.
Auf meinem Terminzettel zuhause steht dieser Termin jedoch eindeutig. 3.2.22 um 14 Uhr. Ich hatte also den Weg von einer guten Stunde Fahrt über die Autobahn und durch die Stadt auf mich genommen, war dadurch schon ziemlich gestresst und sollte dann dort abgewiesen werden, weil sie offensichtlich die Terminvergabe nicht gescheit organisiert bekommen. Ich das durchaus schon mehrfach auch bei anderen Patienten dort mitbekommen.
In diesem Zusammenhang konnte ich nicht mehr anders als darauf hinzuweisen, dass ich Autistin bin und es mich enorm stresst, wenn das so läuft.
Es war also ausgesprochen.

Später traf ich auf diese Person wieder, als mir noch Blut abgenommen werden sollte.

Ich erinnere gut, wie ich gewöhnlich gelernt habe, mich in dieser Situation eines Gespräches zu verhalten. Anschauen, lächeln, freundliche Zustimmung zeigen, Interesse am Smalltalk zeigen…….

Ich habe mit ihr geredet.
Wenig Smalltalk. Nur Themen, die ganz nah an meinem Leben sind.
Und ich habe sie dabei nicht angesehen.

Es war eines der ersten Gespräche mit einer mir fremden Person in dem ich mich sicher und wenig unwohl gefühlt habe.

Das ist eben der Unterschied, wenn ich offen zu mir stehe und mein Gegenüber wirklich meine Information als solche aufgenommen hat.

Nun, es fällt mir dennoch schwer. Auch vor allem zu differenzieren wann der passende Moment ist, es zu sagen und wie es dann am besten gesagt wird.

Es ist ja eben nicht das selbe wie sich als homosexuell zu outen.
Denn damit hatte ich irgendwie nie ein wirkliches Problem.
Zumindest nicht, nachdem ich mich da aus dem Korsett der Heterowelt befreit hatte.

Vielleicht wird es zunehmend auch besser gelingen, mich aus der Umklammerung der neurotypischen Welt freizumachen.
Und vielleicht ist dann auch das Outing als Autistin weniger schwierig und mehr normal.

So ihr Lieben, es wird sicher wieder länger dauern, bis ich schreibe. Es ist momentan so. Ich brauche andere Strukturen, um wieder mehr ins Leben zu kommen.
Weniger schreiben, mehr Zeit mit dem was mich erfüllt und hilft zu mir zu kommen und bei mir zu sein.

Vielleicht hat jemand das Bedürfnis, dennoch von mir zu lesen.
Jeder ist frei darin, mich anzuschreiben und ich weiß, dass ich da auch gerne antworte. Das hindert mich weniger am Aufbau neuer Strukturen, als das morgendliche Formulieren eines Beitrags.

Ich wünsche euch nun einen schönen Freitag und kommt später gut ins Wochenende.

🌈💜💕💜🌈

Alltags-Wahnsinn

Ist das jetzt regressiv???


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Hallo ihr Lieben,

leider bin ich noch immer nicht wirklich wieder aufgetaucht. Ich fühle mich nach wie vor ausgebrannt und vom Alltag mehr und mehr überfordert.

Dennoch, ich mag mich heute mal melden.
Und zwar mit einem Thema, was gerade sehr deutlich bei mir wird.

Es gibt für mich so bestimmte Begriffe, die eigentlich eine gewöhnliche Bedeutung haben, aber in meiner Wahrnehmung sehr negativ besetzt sind.
Also sie wurden von jemandem oder auch mehreren in einer Weise benutzt, die in mir ein ungutes Gefühl erzeugt haben und mir vermittelt haben, dass es nichts gutes ist.

So ein Begriff ist z. B. Skills. Was eigentlich nichts anderes als Fähigkeit bedeutet. Dennoch wurde es oft von Helfern in einer Weise verwendet, dass bei mir der Eindruck entstand, gemaßregelt zu werden. Es wurde zu einer Art Schimpfwort mit dem man mich zur Ordnung anhalten konnte.
Noch heute zieht sich mir der Magen zusammen, wenn eine Person das Wort ausspricht.

Ein anderes Wort ist „agieren“. Ein Begriff, der von meiner ersten Therapeutin sehr häufig benutzt wurde und zwar in vorwurfsvoller Weise. Ich habe daraus verstanden, dass es falsch ist, zu agieren. Agieren habe ich eingeordnet als manipulatives Verhalten, was meinen Gegenüber zu einer bestimmten Reaktion bringen soll.

Nun aber der dritte Begriff in der Runde, der mir seit ein paar Tagen sehr im Kopf ist.
Das Wort ist „regressiv“.
Regressives Verhalten bedeutet soviel wie, sich zurückentwickeln. Regression wurde sozusagen in der Therapie gefürchtet und als falsch angesehen.
Ein kindliches Verhalten wieder annehmen wurde als Zeichen gedeutet, dass etwas falsch läuft.

Und was aber, wenn nur so manches von denen nicht gut verstanden wurde, deren Job es war, mir therapeutisch oder sozialpädagogisch zu helfen?
Und dann durch ihre Aussagen haben sie in mich hineingebrannt was ich darf und was nicht, ja, welchen Bedürfnissen ich folgen sollte und welche ich unterdrücken muss.
Und dann habe ich versucht, erwachsen zu werden. Zu werden was sie in mir sehen wollen. Mich zu verhalten wie sie es für angemessen befinden.

Bis ich anfing zu verstehen, dass ich so niemals ein gutes Leben leben kann.
Denn das hier ist nicht mein Leben.

Kürzlich habe ich mir zwei neue Handpuppen bestellt. Als Gratiszugabe, durfte ich mir aus drei kleinen Fingerpuppen eine auswählen. Zur Auswahl gab es ein Zebra, eine Kuh und ein Schwein.
Aus meinem Herzen heraus wählte ich das Schwein. In Erinnerung daran, dass ich als Kind Schweine besonders liebte.

Nun, die Bestellung kam und die Handpuppen sind toll.
Doch besonders angetan hat es mir das Schwein. Was bereits auf den Namen Elsa getauft wurde und seit dem mein stetiger Begleiter ist.

Mir hatte das Schwein gefehlt.

Es hatte gefehlt, um eine Erinnerungslücke zu schließen.

Um mich zu erinnern wie sich für mich Geborgenheit und Leben anfühlte, wenn ich als kleines Kind inmitten der Ferkel gehockt habe und mich habe ablecken lassen. Ohne jede Angst und jedes Ekelgefühl. Ich fühlte mich dort geborgen und wohlig. Diese Ferkel waren mir Freunde.
Und um mich zu erinnern, dass ich jede Nacht mit einem Kissen in Form eines rosa Schweines schlief.

Dieses Kissen habe ich als Teenager einem Freund geliehen, den ich für vertrauenswürdig hielt.
Ich hatte mich wie so oft, auch in ihm getäuscht. Er hatte es benutzt, um sich lustig zu machen. „Das blöde Schwein“. Ich weiß nicht, ob er es in eine Mülltonne geworfen hat oder zerstört, bepinkelt oder was auch immer.
Ich bekam es nicht wieder.
Und dieser Verlust hat ein Loch in mein Herz gerissen.
Ein Loch, was nie mehr heilgewachsen ist. Auch nicht zu sowas wie eine Narbe geworden wäre.

Denn dieses Kissen, das war mein wichtigster Lebensbegleiter, den ich um mich brauchte, um mich sicher in der Welt zu fühlen. Wenn ich es am Abend in meine Arme schließen konnte, konnte ich mit einem sicheren Gefühl in den Schlaf kommen.

Nun, Elsa war im Paket und ein Blick auf sie brachte nach und nach den alten Verlustschmerz hervor. Die nicht zu verarbeitende Trauer. Und das Vermissen dieses guten Gefühls was ich als Kind hatte.

Und dann kämpfte ich mit mir allein den Kampf gegen dieses doofe Wort „regressiv“.

Es ist doch regressiv, wenn ich nun wieder das Schwein bei mir haben mag. Es ist doch unreif und nicht erwachsen. Das darf doch nicht…………
Und dieser mitfühlende Blick meiner Physiotherapeutin, die mich offenbar für ein Kind hält, wenn ich Elsa bei mir brauche.
Weil sie offensichtlich etwas da reindeutet, was ganz anders ist.

Und dann habe ich mich im Internet auf die Suche nach einem Kissen in Schweineform gemacht. Ein Kissen welches dem möglichst nah kommt, was ich als Kind hatte. Einen Ersatz, der für mich annehmbar sein könnte.
Und wenn er noch so teuer sein würde und es vielleicht auch gar nicht so möglich ist, wie ich es mir vorstelle. Aber bitte wieder mein altes Kissen. Wenigstens sowas ähnliches. Vielleicht auch dazu passend, dass der Körper heute schon groß gewachsen ist.

Und ich war erfolgreich.

Und bin dabei sogar über mich hinausgewachsen und habe dort per Chat gefragt, ob man eine andere Füllung in das Kissen machen kann. Denn eigentlich wird es mit einer Getreidefüllung verkauft.
Aber ich konnte es anders bekommen.

Gestern kam das Paket bei mir an.
In mir findet sich eine Ruhe ein, die ich lange nicht mehr kannte.
Ich spüre, wie es sich langsam Steinchen um Steinchen wieder anders sortiert in meinem Inneren.
Es vibriert und zittert in mir.
Auf heilsame Weise.

Und so habe ich jetzt nach fast 34 Jahren endlich wieder eine Nacht in sicherem Schlaf gehabt. Mein Schwein fest im Arm und am Morgen ganz wie früher mit dem Kopf darauf erwacht. Die alten Bewegungsabläufe, als wären sie nie weg gewesen.

Und dann geistert die Frage im Kopf herum………

Ist das nun regressiv?

Und ich weiß, vor Jahren hätten die damaligen Helfer es genau so eingeordnet.

Heute versuche ich das aus meinem Kopf wegzuschieben.
Es geht mir gut.
Ich fühle mich sicherer und wohler in der Welt.

Und nur das ist es was zählt.

Ganz egal wie andere es bezeichnen mögen.

Ich bin einfach auf dem Weg, wieder ich selbst zu werden.
Damit ich endlich gut leben kann.

Ich wünsche euch jetzt erstmal einen schönen Tag.
Heute ist Freitag.
Habt ein schönes Wochenende, sollten wir uns nicht lesen.

🌈💜💕💜🌈

Alltags-Wahnsinn

Abgetaucht


https://pixabay.com/de/photos/humboldt-pinguin-pinguin-vogel-tier-6905568/

Hallo ihr Lieben,

ein bisschen sehe ich mich gerade in dem Pinguin, nur, dass ich noch nicht wirklich das Gefühl habe, wieder an der Wasseroberfläche zu schwimmen. Zumindest noch nicht von ausreichender Dauer, um mich wieder energiegeladen genug zu fühlen, um mehr zu tun als notwendig ist.

Um mich herum regiert das Chaos und das muss sich erst mal wieder lichten, damit ich mich insgesamt wieder entspannter fühlen kann.

Immerhin habe ich nun durch die Schreibpause geschafft, endlich ein ausführliches Schreiben an die Dame vom Landesamt zu verfassen und sogar abzuschicken.
Denn sowas zu schreiben ist nicht gerade eine Leichtigkeit für mich. Auch wenn vielleicht so mancher treffend feststellen mag, dass ich doch aber sehr gut Sachverhalte in Worte zu bringen vermag.
Nur zwischenmenschlich ist das so eine Sache, bei der ich nicht immer eine angemessene Ausdrucksweise finde. Besonders dann nicht, wenn ich Wut in mir fühle, weil dieser Mensch meine Grenzen überschritten hat oder mich schlicht überreizt.

In so einem Fall wird meine Wortwahl nicht selten schroff beleidigend.
Und das ganz ohne dass ich ein Gespür dafür habe wie das auf einen anderen Menschen wirken wird.

Also brauche ich Abstand und innere Ruhe, um dann einen solchen Text zu formulieren. Und damit nicht genug, muss ich ihn zur Sicherheit auch noch mal wenigstens mit jemandem durchgehen, ehe er abgeschickt wird.

Und auch dieses Durchgehen geht eben nicht mit jedem.
Denn es ist nicht so, dass ich nun gerade das bin was man als kritikfähig oder frustrationstolerant bezeichnen würde.

Ist die Kritik zu heftig oder wird sie nicht ganz klar benannt, haut es mich um und sorgt dafür, dass ich mich in Frage stelle und den ganzen geschriebenen Text lösche und auch nichts wieder schreiben mag. Ganz klar mit der Überzeugung, dass ich das sowieso nicht kann und zu blöd für sowas bin.

Also nutzt es nichts, jemanden zu bitten, mir Rückmeldung zu geben, ob ich das so lassen kann. Sondern es braucht einen Menschen, der einfühlsam genug ist, mich nicht mit Kritik zu überfrachten. Und vor allem braucht es jemanden, dem ich vertraue und zu dem ich eine gute Bindung habe.

Beides sind Hürden die nur die wenigsten Menschen bei mir nehmen konnten.

Die meisten scheitern an wenigstens einem der Punkte. In der Regel daran, dass ich nicht vertraue. Dass ich denke, der andere kann das gar nicht wirklich beurteilen. Der weiß das eh nicht besser als ich und würde es selbst so machen, dass es für mich gar nicht mehr passt.

Ja, ja, es nutzt nämlich nicht, jemanden zu Rate zu ziehen, der mich nicht sein läßt und nicht die Dinge in meiner Weise machen lässt. Auch dann nicht wenn dieser Jemand von sich selbst behauptet, andere ganz sie selbst sein zu lassen.
Da auf mein Gefühl zu hören und mir selbst zu glauben, ist nicht immer leicht.

Also, es braucht viel Zeit und viel Energie, solche Angelegenheiten anzugehen.

Entsprechend positiv überrascht bin ich doch davon, wie toll ich das gemeinsam mit meinem Bezugsmenschen geschafft habe. Und dafür wie ich derzeit drauf bin sogar noch ziemlich schnell.

Nun, inzwischen ist der Brief auf dem Weg und ich kann das erstmal als abgeschlossen wegpacken. Zumindest bis die Dame das nächste Ding raushaut. Aber in meinem Kopf habe ich ja bereits Plan B, C, D,…..

Und nun habe ich hier noch vier volle Schränke im Wohnzimmer, die ausgeräumt, inseriert oder in den Keller gebracht werden müssen. Und ich habe bei meiner Freundin die neuen Möbel zwischengelagert, die noch zu mir gebracht, aufgebaut und eingeräumt werden müssen.

Wenn das erledigt ist, dann hoffe ich, dass ich auch wieder mehr zur Ruhe komme und die Anspannung langsam runtergehen wird.

Ich brauche einfach wieder irgendwie mehr meiner Strukturen in meiner Wohnung. Ordnung bei der ich finde was ich brauche und nicht alles suchen muss.

So, das ist hier momentan so der Stand.
Ich bin also noch eher ein tauchender Pinguin, der nur ab und an mal Luft holt.

Wenn ich wieder entspannter für längere Zeit an der Oberfläche treiben kann, dann habe ich sicherlich auch wieder mehr Raum und Zeit, um hier zu schreiben.

Bis dahin brauche ich viel Zeit, mich um mich zu kümmern und meine Energie aufzuwenden, dass wirklich Notwendige zu schaffen.

Nun wünsche ich euch einfach eine gute Zeit und verabschiede mich bis zum nächsten Mal.
Ach ja, heute ist Freitag. Und ich wünsche euch natürlich, dass ihr einen schönen Tag und ein erholsames Wochenende habt. Und dass ihr alle gesund bleibt.

❄️🌈💜💕💜🌈❄️

Alltags-Wahnsinn

Wie ich bin


https://pixabay.com/de/photos/tier-die-schafe-s%c3%a4ugetier-spezies-6815784/

Hallo ihr Lieben,

hat von euch jemand diesen Film gesehen?
„Oskar, das Schlitzohr und Fanny Supergirl“ https://www.ardmediathek.de/video/Y3JpZDovL2Rhc2Vyc3RlLmRlL2Zlcm5zZWhmaWxtZSBpbSBlcnN0ZW4vMTU3ZGFiNmEtYWEzOS00YTkwLTkzNTQtMjg3YjdhZjk2ODlm/

Ich habe ihn mir gestern angeschaut, nachdem ich mehrfach gelesen hatte, dass er sehr gut sein soll. Ein Film über Autismus. Mit Didi Hallerforden in einer Hauptrolle. Und der soll dann wirklich gut sein und nicht albern und überzogen?
Ich hatte ihn wegen meiner bisherigen Erfahrungen mit solchen Filmen nicht geschaut.
Nun, gestern habe ich es nachgeholt.

Und ich saß auf der Couch und habe geweint.

Nein, er war nicht wirklich tragisch. Er wurde gut verpackt serviert mit viel Spaß für den der nicht involviert ist in den Themen.
Und an der einen und anderen Stelle mag sich mancher gar empören, dass es so aber nun auch nicht wirklich sei.

Ich saß da, mit einem fetten Kloß in meinem Hals und die Tränen liefen über meine Wangen.

Ein Teil meiner Geschichte.

Ausgegrenzt.
Verspottet.
Verarscht und benutzt, damit andere sich an der „Dummheit“ belustigen können.

Nur sah man mir optisch nicht an, dass ich anders bin.
Ich unterschied mich in meiner Kleidung nicht von den anderen.
Nicht, weil ich es nicht gewollt hätte, sondern weil meine Mutter es nicht gewollt hat.

Als Teenager fing ich an, mich mehr zu kleiden wie ich wollte.

Ich schlief auch lange in Jeans und Sweatshirt.
Ich schob das auf den sexuellen Missbrauch. Aber ich glaube, mit dem hatte es weniger zu tun als ich dachte.
Ich mochte schlicht den Frotteestoff der Schlafanzüge nicht auf der Haut haben.
Später schlief ich im T-Shirt und einer Jogginghose.

Ich mag bis heute bestimmte Stoffe nicht auf der Haut haben.
Als Teenager besaß ich ein rosafarbenes Sweatshirt von Esprit. Es war das erste und einzige Teil in dieser Farbe, was ich in meiner Kindheit besessen habe.
Dieses Sweatshirt habe ich nicht angezogen, weil ich die rauhe Innenseite auf meiner Haut nicht ertrug. Einzig als Ersatz für eine Jacke habe ich es manchmal benutzt.

Genau dieses Sweatshirt hatte ich dabei als ich zum ersten und einzigen Mal die Zwillingsschwester meines Vaters besuchen fuhr.
Es war am Abend recht kühl und es brauchte etwas langärmliges, wollte ich noch unterwegs sein.
Als sie sah, wie mich der Stoff auf der Haut quälte, fragte sie, ob ich denn nicht einfach mal versuchen will, es auf links zu ziehen und dann mit dem glatten Stoff nach innen zu tragen.
Welch grandiose Idee. 😍
Ich liebe meine Tante Hilde dafür noch immer.

Meine Mutter allerdings war wenig begeistert, als ich so zurück nach Hause kam. Und schon gar nicht davon, dass ich fortan gehäuft sowas machte.
Was sollen denn die Leute denken?

Ja, die Leute sollten auf jeden Fall denken, dass ich normal bin.
Das war ihr sehr wichtig.
Damit sie nicht über mich spotten und nicht über sie und die Familie.

Heute würde ich ihr zu gerne sagen: „Ach Mama, sie habe ohnehin über mich gespottet. Ganz gleich wie ich angezogen war. Sie haben gespürt und erlebt, dass ich nicht war wie die anderen. Sie haben erlebt wie meine Mimik nicht passte und ich wörtlich nahm was sie sagten. Sie hatten ihren Spaß daran, dass ich ihre Scherze nicht erkannte. Ich war für sie dumm.“

Und meine Mutter sagte täglich zu meinem Verhalten: „Nun streng dich mal mehr an! Du bist doch nicht dumm!“

Und ich hörte nur, dass ich dumm bin, wenn ich etwas nicht so kann wie die anderen.
Menschen die das nicht können, sind dumm.
Ich kann es nicht. Ich bin dumm.

Heute liebe ich bunte Farben. Vor allem an meinen Füßen.
Und ich ertrage noch immer kein Frottee.

Ich bin nicht bemüht, mich zu kleiden wie es anderen gefällt.
Ich mag nur tragen womit ich mich gut fühle.

Und ich mochte schon immer Kleidung, die sich weich anfühlt und wenig auf der Haut spürbar ist. Und Farben, die weich und angenehm in den Augen sind. Deshalb mag ich auch rot nicht. Und Gelb auch eher, wenn es in Richtung orange geht oder blass/pastell ist.
Und am meisten gemocht habe ich schon immer alles was im Batikstil ist.
Ich habe mir als Teenager mal eine Jeans so aufgepeppt. Und die habe ich dann mit Stolz getragen.
Meiner Mutter war es zu der Zeit bereits egal. Das war schon die Phase wo wir täglich heftige verbale Auseinandersetzungen hatten, weil ich ihr zu schwierig wurde.
Weil ich einfach nicht zurecht kam mit all dem was ich selbst entscheiden sollte und wie ich zu funktionieren hatte.

Ich sitze auf meinem Bett, mit der Kapuze auf dem Kopf.
Jogginghose an.
Ich habe das vorhin angezogen, weil ein Paket kam.
Nun sitze ich so da und schreibe.
Wenn es hier in der Wohnung nicht so warm wäre, würde ich solche Kleidung noch immer zum Schlafen bevorzugen.
Denn als ich Kind war, wurde das Kinderzimmer nur dann beheizt, wenn es wirklich sehr kalt war.
Auch das ein Grund, warum ich in Kleidung schlafen mochte.

Heute ist ein Tag an dem ich die Kapuze aufhaben mag.
Ich fühle mich so geschützt.
Ich fühle mich etwas mehr abgeschottet von allem.

Die Welt ist einfach zu viel.

Und dennoch, ich wünsche jedem, der mich liest einen angenehmen und entspannten Tag. Entspannung ist so wichtig, wenn um uns herum alles unter Druck gebracht wird. Wenn die Angst sich ausbreitet.
Ich wünsche euch, dass ihr gut bei euch sein könnt.

Es ist Samstag.
Es ist Wochenende.
Habt einen guten Tag.

❄️🌈💜💕💜🌈❄️

Alltags-Wahnsinn

Täuschung


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Hallo ihr Lieben,

nein, es war gestern keine Laune oder eine spinnerte Idee, die ich mal rausgehauen habe.
Es war eine ernsthafte Überlegung.
Und heute spüre ich, dass ich schreiben will. Jetzt, hier, heute.
Ich mag erläutern, was mich dazu gebracht hat, diese Überlegung anzustellen.

Es ist ein paar Tage her, da hatte in einer Gruppe ein Neuling gefragt, wie Hörgeräte zu pflegen sind und wie die anderen das handhaben.
Nun, üblicherweise ist es so, dass Hörgeräte so wie auch andere Hilfsmittel eine regelmäßige Pflege benötigen, wenn sie lange halten und dabei auch noch gut aussehen und einwandfrei funktionieren sollen.
Üblicherweise bedeutet das, dass die Hörgeräte täglich gereinigt und getrocknet werden sollten.
Bei Geräten mit Batterie ist das relativ einfach mit der Trocknung. Bei denen mit Akkus meist auch. Mit wenigen Ausnahmen.
Nun, manche „Experten“ (sie sind es nicht zwangsläufig, halten sich aber selbst dafür) leiten daraus ab, dass diese Geräte keine Trocknung benötigen.
Fakt ist, dass in der Betriebsanleitung für meine Hörgeräte explizit die notwendige Trocknung erwähnt ist. Die Ladeschale jedoch bietet keine Trocknungsfunktion an und sie ist auch zu klein für die Möglichkeit, dort eine sogenannte Trocknungskapsel reinzulegen. Dafür gibt es eine Trocknungshaube. Was ein Kasten ist, den man über die geöffnete Ladestation stellt. Über UV-Strahlung und einen verbauten Miniventilator werden die darunter befindlichen Geräte über Nacht gereinigt und getrocknet. Um Rückstände von Schweiß oder Ohrenschmalz zu entfernen, reinige ich sie zuvor mit einem Reinigungstuch.
Das ist ein vollkommen üblicher Ablauf.
Ich habe ihn in Kurzversion dem Neuling der Gruppe beschrieben.
Und es folgte zeitversetzt ein Angriff gegen mich von einem älteren Herrn wie es dem Profilbild nach zu sein schien, der mich als Vollidioten hinstellte, weil ihm offensichtlich nicht bekannt war, dass es solche Hauben gibt und welche Funktion sie haben. Aber anstatt nachzufragen und sich ein Bild zu machen, wurde meine Auskunft plump als Quatsch abgetan und als „meine (schwachsinnige) Routine“. Nachdem ich deutlicher wurde und mich versuchte zu behaupten, wurde ich noch massiver niedergemacht und ins Lächerliche gezogen. Er hat sich aufgebläht.
Und ich ihn dann letztendlich blockiert und die Gruppe dann auch verlassen.
Einfach, um mich vor diesen (meist) alten Herren, die sich für allwissend halten und alle für dumm erklären, die was anders machen, zu schützen.

Doch damit eben nicht genug, spielt mein Gehirn alles wie immer noch viel weiter durch.

Dieses, sich öffentlich in einer Gruppe lustig über eine Aussage zu machen und auch entsprechende Kommentare zu liken, ist nichts anderes als Mobbing.
Es muss der bekämpft werden, der anders denkt, handelt, kommuniziert.

Vor ein paar Tagen habe ich das neueste Video meiner Ergotherapeutin geschaut (sie betreibt einen öffentlichen Kanal) und mir ist gut in Erinnerung geblieben, dass sie davon sprach, dass Autisten eigentlich eine Möglichkeit brauchen, einen noch viel dickeren Schutzpanzer im Kontakt mit der Welt zu haben.

Denn genau das war es mal wieder.

Ich habe keinen Schutzpanzer.

In so einer Situation kann ich mich nicht schützen. So gar nicht. Auch wenn ich mit Worten mein Bestes versuche.
Die Demütigung dringt bis ins Tiefste in mich ein und zerstört was dort zuvor mühsam aufgebaut wurde.
So wie wenn dort eine tolle Anlage aus Dominosteinen steht. Eine, die noch lange nicht fertig ist und deshalb auch noch sehr leicht zu zerstören ist.
Und dann kommt eine Aussage, die verletzt.
Ich denke mir: „Hm, was ist das denn für einer? Der hat wohl keine Ahnung.“
Ich erkläre sachlich und weise darauf hin, dass man bei Unkenntnis besser fragen als beleidigen sollte.
Es kommt die nächste Aussage. Beleidigend. Abwertend.
In mir wackeln die ersten Dominosteine.
Es kommen eins, zwei, drei, vier Likes zu diesen belustigenden Kommentaren.
In mir bebt der Boden auf dem die Dominosteine stehen.
Mit der nächsten Aussage gegen mich blockiere ich den Angreifer, um mich zu schützen.
Zu spät.
Die Steine fallen und alles bricht zusammen.

Und niemand erahnt es.
Niemand versteht.
War doch nur irgendein Fremder.
Waren doch nur geschriebene Worte.

Für mich ist es als wenn der Boden weggezogen wird.
Der Boden „ich bin gut wie ich bin“.

Dieser Mensch kommt daher und sagt mir, dass ich falsch und dumm bin.
Und sie lachen über mich.

Und ich kann da nicht drüberstehen.

Meine mühsame Arbeit ist zerstört.

Wenige Stunden später blicke ich auf die Zerstörung und denke zurück.
Und dann fühle ich in mir den Wunsch, der Welt und dem Leben in dieser Welt zu entfliehen.

Denn es war wohl an diesem Tag ein einziger älterer Herr und ein paar, die ihn bestärkt haben.

Doch in Wahrheit wimmelt die Welt von Menschen, die über Autisten lachen und sie als dumm hinstellen.

Und ich habe keine Ahnung, wie ich die unter den Menschen erkennen soll, die es ehrlich mit mir meinen.
Ich habe keine Ahnung wer mich mag und wertschätzt und wer in Wahrheit über mein Sein lacht.

Also will ich mich lieber vor allen schützen.
Weil ich sonst in den Tod fliehe.

Weil ich nicht diesen Schutzpanzer um mich habe.

Weil ich nackt und schutzlos bin, auch wenn ich mich noch so sehr um Schutz bemühe.

Und wenn ich noch so stark auftrete.
Ich habe es gelernt, mich so zeigen zu müssen.
Ich habe gelernt wirken zu müssen als sei ich wie alle.

Und vielleicht ist es die schlimmste Täuschung von allen, dass ich mich so verhalten müsste, um geschützt zu sein.

Vielleicht bin ich nur dann geschützt, wenn ich mich zurückziehe.

Dennoch, heute war mir danach zu schreiben.

Ich wünsche euch einen schönen Tag.
Heute ist Freitag.
Es ist fast Wochenende.

❄️🌈💜💕💜🌈❄️

Alltags-Wahnsinn

Auszeit


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Hallo ihr Lieben,

ich spüre, dass ich eine Auszeit brauche.
Ein „mich in mich zurückziehen“ und wieder ankommen bei mir.

Ich mag nicht schreiben und nicht in Kontakt sein.

Vielleicht ist es einfach mal gut, ein paar Tage nicht zu schreiben und dann weiterzusehen.

Ist mir irgendwie zu viel Kontakt mit dem was für mich „Welt“ ist.

Wie ist das denn für euch? Wie erleben das denn andere Menschen?

Ich schreibe. Jeden Tag. Ohne Frage werde ich mutmaßlich auch gelesen. Mutmaßlich, weil ich selten bis nie eine Rückmeldung darüber erhalte.
Eigentlich auch kein Problem.
Ich selbst hinterlasse auch nicht immer eine Nachricht oder ein Like, wenn ich jemanden gelesen habe.

Nun, ich schreibe, weil es mein Kontakt in die Welt ist. Weil es meine Verbindung zu Menschen ist.

Aber eigentlich, also so ganz wirklich, gibt es keine Verbundenheit.

Ich bin kontaktlos.
Egal ob ich schreibe oder nicht.
Es ist wie das innere Schreien, was doch ohne Reaktion bleibt.

Wie das Kind was vergeblich ruft.

Ich weiß nicht, ob es gut ist, so weiterzumachen.
Ich weiß nicht, was das bringen soll.
Und ich weiß vor allem nicht, ob es für mich so gut ist.

Vielleicht ist für mich der Rückzug in mich gerade am besten.
Und vielleicht bekomme ich ohne das Schreiben wieder mehr Tag hin.
Und verbringe nicht Stunden damit, sinnlos zu schreiben……….

Will doch eh keiner lesen den Scheiß.

Also, wer hier gerade dennoch liest, dem wünsche ich einen schönen Tag.
Heute ist Donnerstag.

💜

Alltags-Wahnsinn

Ohne Energie durch den Tag


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Hallo ihr Lieben,

ich bin heute spät dran.
Also nicht, was meinen Beitrag hier angeht. Aber was meine eigene Zeit angeht.
Und das nicht, weil der Wecker mich nicht zeitig genug geweckt hätte, sondern weil mein Tag-Nacht-Rhythmus noch immer verschoben ist.
Ich komme nachts kaum vor 2 in mein Bett und stehe selten vor 12 unter der Dusche.
Genau das muss jetzt aber heute anders klappen, weil ich schon vor 10 aus dem Haus muss.
Und eigentlich in fünf Minuten der Wecker geht und ich aufstehen muss.

Selbst die besten Absichten halfen da dann gestern nicht. Es war wieder weit nach Mitternacht, als ich in meinem Bett war. Aber überhaupt war der ganze Tag verschoben und ich komplett ohne Energie für den Tag aufgestanden.

Es füllt sich manchmal einfach keine Energie über Nacht auf. Oder sie ist schon verbraucht ehe der Tag beginnt.

Gestern reichte so ein dahergelaufener Typ auf Facebook, der mich öffentlich als Idioten hingestellt hat. Da waren von jetzt auf gleich alle Energien verbraucht. Die sind dann weg und kommen auch nicht wieder zurück.

Das sind so Tage, da ärgere ich mich, dass ich überhaupt in diese Kommunikation gegangen bin, dass ich überhaupt mich zu etwas geäußert habe, um jemandem hilfreich sein zu wollen.

Das sind diese Tage an denen ich das Gefühl habe, in dieser Welt ganz und gar falsch zu sein.

Und dann ziehe ich mich zurück und mache mein Ding, bei dem ich die Welt ausschließe.

Fatal nur, wenn ich dann doch rausgehen muss. Wenn dann doch sowas wie Einkauf ansteht.
Denn die Welt ausschließen bedeutet auch, nicht existent zu sein.
Also, ich esse und trinke dann nicht ausreichend und bin auch nicht gut genug mit dem in Kontakte was mein Körper ist und was er wahrnehmen könnte.

Vergleichbar ist es vielleicht damit, wenn man dissoziiert und dadurch nichts mehr wahrnimmt. Und dann ist plötzlich die Wahrnehmung wieder da, während man mitten auf einem lauten, vollen Bahnhof steht.
Alles erscheint dann viel zu laut und zu nah.
Ähnlich wie man es empfindet, wenn man lange in Dunkelheit war und dann ungeschützt ins Tageslicht blickt.

Da es mir an jeglicher Wahrnehmung für mich in dieser Zeit fehlt, spüre ich wenig von dem was mich wie belastet. Ich funktioniere. So wie ich gelernt habe, immer funktionieren zu müssen.
Bis mein Körper die Grenze aufzeigt.
Bis mir kalter Schweiß ausbricht, ich zittrig werde und spüre, dass ich nahe einem Zusammenbruch bin.

Dann folgt die Angst und will mich in den sicheren Schutz zurückbringen.

War dann eine beschissene Idee, überhaupt ausgerechnet an diesem Tag unterwegs zu sein.
Überhaupt zu denken, dass ich funktionieren muss.

Nun, so startet dann auch leider der heutige Tag.
Und ich habe glaube ich nicht die Hälfte der gewöhnlichen Energiereserven.
Ich starte gefühlt in einen bereits verbrauchten Tag.
So wie an den meisten Tagen in den vergangenen Wochen.

Ich wünsche euch einen leichteren Tag.
Heute ist Mittwoch.

Immerhin wieder ein fast normaler Mittwoch.

❄️🌈💜💕💜🌈❄️

Alltags-Wahnsinn

Das Problem ist die Angst


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Hallo ihr Lieben,

farblos so fühle ich mich, wenn die Welt über mich hergefallen ist.

Wenn wieder jemand seine Keule geschwungen hat, um mich öffentlich als Idiot hinzustellen, nur weil dieser Mensch anders denkt als ich, nicht so weit in die Tiefe zu denken vermag oder etwas schlicht nicht kennt.

Wenn ich wieder spüre, wie ich hinter verborgener Mimik ausgelacht werden und man mich als dumm und naiv hinstellt, nur weil ich anders ticke. Nur weil meine Welt anderen Regeln folgt. Weil ich anders fühle und erlebe.

Wenn da wieder jemand nicht merkt, wie mich Worte Stück um Stück immer tiefer verletzen und meine Mimik dabei unbewegt bleibt.

Ich fühle mich nicht schwarz-weiß, sondern gänzlich ohne Farbe.
Ohne Lebendigkeit.
Erschlagen.
Verstummt.
Den Mund verboten.

Will die dicksten Türen so schwer zuziehen und mich dahinter verbergen, dass sie kein Mensch je mehr wieder zu öffnen vermag.

Auch wenn ich dahinter die Traurigkeit der Ausgegrenztheit kaum ertrage.

Wenigstens ist dann dort niemand mehr, der hinsieht und doch nicht bemerkt.
Niemand, der sagt, was ich zu können und zu fühlen und zu denken habe.
Kein Mensch, der doch nicht verstehen kann, weil er es nicht denken und nicht fühlen könnte, selbst wenn er es versuchte.
Keine Hand, die mich angewidert wegschütteln wird, sobald ich mich offenbare mit all dem was ich wirklich bin.

Naiv und dumm aus der Sicht derer, die meine Welt als falsch verurteilen.

Einzigartig aus der Perspektive derer, die die Andersartigkeit zu schätzen wissen.
Sie müssen nicht abwerten was ihnen suspekt ist.
Sie haben nicht die Not, den anderen zu beleidigen, um sich selbst zu erhöhen.
Sie leben einfach nicht in Konkurrenz.

Und wer nun denkt, dass sei unter Seinesgleichen ja immer so, dem mag ich sagen, dass auch das nicht stimmt.

Gestern erst las ich im Überfliegen eines Textes von jemandem, der glaubte, nun mit zutreffenden Diagnosen und unter anderen Betroffenen endlich ankommen zu können, dort wo er hinpasst und dazugehört und er war maßlos enttäuscht, auch dort nicht zu finden wonach er sucht.

Wie ein Mensch auf Andersartigkeit reagiert, liegt immer in ihm selbst.
Ganz unabhängig von eigenen Beeinträchtigungen und Behinderungen.
Man ist nicht automatisch toleranter, nur weil man selbst ein Leid zu bewältigen hat.

Die Boshaftigkeit mit der manche Menschen anderen begegnen, ist ihr Ausdruck von Angst.
Aber bloß nicht drauf hinweisen, denn auch das macht Angst und wird entsprechend beantwortet.
Aber was red ich, ich bin ja dumm und naiv und habe keine Ahnung…………

Vor, ach ich weiß gar nicht, ich glaube so 16/17 Jahre ist das her. Da war ich zu einem Vorgespräch in einer recht bekannten Klinik, die auf Essstörungen spezialisiert ist. Ich schilderte meine Essproblematik und mein Gegenüber war ratlos. Die vorgeschlagene Therapie hätte mit Vorgaben gearbeitet, die ausgerichtet sind auf Menschen mit Magersucht. Zu dieser Zeit war ich auch eher untergewichtig, was aber andere Gründe hatte.
Sie kannten sich schlicht nicht aus mit dem was mit mir war/ist. Sie hatten keine Ahnung und haben versucht mich in eine Schublade zu pressen.
Diagnose: Krankhafte Vermeidung essbarer Nahrungsmittel
Später wurde daraus atypische Anorexia nervosa.
Sie haben dieses mit mir gemacht und jenes. Essprotokolle, essen unter Beobachtung, Konfrontationstherapie………… Druck. Immer wieder Druck und Bestrafung. Erfolg hatte nichts.

Ich habe zu Weihnachten ein Buch geschenkt bekommen, was ich mir gewünscht habe. Ein dickes Fachbuch über Asperger Autismus. Ich erhoffe mir, dort Antworten auf so manche Frage zu finden.

Gestern hatte ich einen Therapietermin, der mich wund zurückgelassen hat. Ich fühlte mich beschämt und unverstanden. Antworten hatte ich keine neuen erhalten und wirklich etwas was hilfreich gewesen wäre auch nicht.

Und dann dachte ich mir, dass ich doch mal schauen könnte, ob in diesem Buch etwas zum Thema Essstörung und Autismus zu finden sei.

Und dann ging ich auf Reise zu mir selbst…………..

Es gibt inzwischen einen Begriff für diese Essstörung, die obendrein absolut typisch zusammen mit Autismus auftritt. Also nicht immer bei jedem Autisten, aber wenn, dann am ehesten genau diese Form.

Die Bezeichnung dafür ist: Selektives Essverhalten bzw. Selektive Essstörung

Diese Bezeichnung umschreibt ein Essverhalten bei dem Nahrungsmittel eingeschränkt werden und sich die Betroffenen nur noch von wenigen Lebensmitteln überhaupt ernähren. Typischerweise sind die Betroffenen nicht untergewichtig, denn sie essen ja nicht weniger an Menge, sondern nur weniger an Auswahl. Insbesondere wird häufig Gemüse und Obst gemieden.

Ich habe diesen Begriff direkt im Internet gegoogelt und ein Video gefunden in dem Betroffene zu Wort kommen.
Es war das erste Mal in meinem Leben, dass ich einen Menschen gesehen habe, der sich auch so eingeschränkt ernährt. Das war Wow. Irre. Crazy. Es gibt wirklich andere, die so sind. Mit den gleichen Einschränkungen. Die gehen genauso einkaufen wie ich.

Aber das, was für mich dabei die wichtigste Antwort war, es ist eine Angststörung!

Schon alleine deshalb ist es so gar nicht verwunderlich, dass sie zusammen mit Autismus gehäuft vorkommt.

So, und dann stand ich da mit der Fischpackung in der Hand, über die wir fast 100 Minuten Therapiestunde gesprochen hatten.
Er soll in der Pfanne oder Fritteuse zubereitet werden.
Der Fisch den ich sonst esse kann in den Backofen.
Die Thera hat gesagt, dass der da auch rein kann, auch wenn es da nicht steht.
Und ganz bestimmt hat sie gedacht, dass ich doch gar nicht so dumm sein kann……….

Aber ich stand am Abend da, mit beiden Packungen in der Hand und habe verglichen. Und dann sah ich hier und da und dort andere Zutaten.

Und am Ende war die Angst so groß, dass ich den vertrauten Fisch in den Backofen getan habe……….

Die Angst ist einfach viel stärker als alles an möglichen neuen Erfahrungen.

Bei mir und der Essstörung genauso wie bei denen die meiner Andersartigkeit mit Überheblichkeit begegnen.

Nur bin ich mir der Angst dabei bewusst.
Auch wenn andere die nicht verstehen können.

Ich wünsche euch jetzt noch einen schönen restlichen Tag.
Heute ist Dienstag.

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