Alltags-Wahnsinn

Anderssein ist gefährlich


https://pixabay.com/de/photos/katze-schmetterling-kätzchen-4277400/

Hallo ihr Lieben,

die große Hitze wurde nun mit einem ordentlichen Regenschauer aufgelöst. Draußen hat es sich merklich abgekühlt, in der Wohnung auch. Allerdings ist es da noch immer verhältnismäßig sehr warm.
Mein Kopf müht sich noch immer sehr, sich zu konzentrieren.
Ist es die Hitze, die noch in den Gliedern und den Wänden der Wohnung steckt? Oder der mangelnde Schlaf? Oder gar noch Nachwirkungen der Impfung?
Man kann so einiges lesen, was Menschen der Impfung andichten und zuschieben wollen und auch manche Äußerungen von Menschen, die nahezu alle nicht ganz breitgetretenen Nebenwirkungen als Quatsch abtun.

Es regiert Angst und mit der gehen Menschen bekanntlich unterschiedlich um.

Die einen fühlen sich ganz ausgeliefert und hilflos.
Manche sind wie gelähmt und wollen alles vermeiden, was gefährlich sein könnte.
Und einige wollen sich selbst nicht kleinkriegen lassen.
Letztere habe in der Regel auch wenig Verständnis für die, die von Angst beherrscht sind.

Nun ja, so eine massive Angst, insbesondere vor dem Unbekannten, kann durchaus Auswüchse annehmen, die jede Norm sprengen.
Man sieht es wunderbar an den Querdenkern.
Mir persönlich erscheinen deren Redensführer als Menschen, die angstbedingt möglicherweise in einem psychotischen Zustand geraten sind. Das zumindest würde erklären, warum solch absurden Überzeugungen verbreitet werden.
Und die Anhänger sind auf der Suche nach Halt, Verständnis, Zuspruch für ihre Ängste,……
Und nicht nur die verbreiten ihre Angst.
Fast noch schlimmer empfinde ich seit Beginn der Pandemie die Menschen, die über andere urteilen, sie verurteilen, ihnen vorschreiben, wie sie was richtig zu machen und was sie zu denken haben.

Auch ich wurde in die Querdenkerszene geschoben, von jemandem, der meinen Blog liest und selbst traumatisiert ist.
Nur, weil ich zu manchem eine eigene Meinung und einen eigenen Blick habe, was von dem ihrigen abweicht.

Das ist so wie die Leute meinen, dass alle eine Maske tragen können müssen, vor allem wenn sie diverse gesundheitliche Probleme haben, die das erheblich erschweren können, nur weil sie selbst oder Bekannte auch eine solche Beeinträchtigung haben und brav ihre Maske tragen (und eventuell stumm leiden).

Genauso wird von einigen eben auch überzeugt gemeint, dass alle damit so umgehen und darüber so denken müssen wie sie selbst. Tun sie es nicht, werden sie direkt als gefährlich eingestuft und erhalten eine Zuordnung in den Bereich derer, die entweder zu vermeiden sind, weil sie bedrohlich sind oder aber weil sie nicht ernstzunehmen sind.

Ja, das ist das Ergebnis davon, wenn ein Kind unter traumatischen Bedingungen lernt.
Dann gibt es nur schwarz und weiss.
Entweder ist der andere dumm/anders oder er ist gefährlich/anders.
In jedem Fall ist er aber anders und muss damit verändert werden oder bekämpft.
Und im Zweifelsfall ist es am sichersten, ihn öffentlich abzustempeln, damit man sich auch der Kenntnis anderer sicher ist und somit den scheinbaren Schutz der Öffentlichkeit hat.

Und wenn ich an manchen Tagen meine Maske im Auto lasse und die therapeutische Praxis betrete, dann habe ich Angst, verurteilt zu werden, weil ich die Maske ja an anderen Orten wohl tragen kann.
Und dennoch wage ich es, selbst zu entscheiden, wann ich von meiner Befreiung Gebrauch mache und wann nicht.

Ich bin gerade beim Schreiben über etwas gestolpert, was meine Gedanken ablenkt.

…. und eventuell stumm leiden…….

Wisst ihr, manchmal tauchen in mir Gedanken auf, die sowas wie einen unsichtbaren Rattenschwanz hinter sich herziehen.

Ein verrückter Gedanken vielleicht.
Aber wisst ihr, was ich glaube, warum ich für Täter ein beliebtes Opfer war?
Weil ich stumm leide.
Als Kind noch mehr als als Erwachsene.
Wenn ich litt, dann schluckte ich und schluckte und ich zuckte nicht mit der Wimper und machte keinen Mucks.
Ich ertrug brav was verlangt wurde, ohne mich dagegen zu wehren.

Ich ertrage auch heute vieles ohne einen Mucks zu machen.
Aber ich erdulde längst nicht mehr alles.

Besagte Leserin, die mich verurteilt hat, habe ich damals konsequent für meinen Blog blockiert. Natürlich kann ich nicht verhindern, dass sie mich weiterhin liest und auch nicht, dass sie unter einem anderen Profil wieder auftaucht. Aber wenigstens habe ich nicht geschluckt.
Menschen, die mich verurteilen und abstempeln, weil ich anders denke als sie es tun, haben wenig Raum in meinem Leben, denn die würden stetig versuchen, mich zu unterdrücken und zu bewirken, dass ich mich wie als Kind stumm leidend beuge. Nur, damit ihre eigene Angst nicht mehr Alarm schlägt.
Die jedoch, die mein anders Sein, Denken, Fühlen, Handeln schätzen, bereichern mein Leben und bringen mir neue Erfahrungen.

Zurück aber zum Eigentlichen.

Die Angst.

Menschen suchen Gleichgesinnte (sicherlich aus vielen Gründen) auch, um sich nicht machtlos und klein in ihrer Angst zu fühlen. Denn in der Gemeinschaft fühlt sich Angst nicht mehr wie Angst an, sondern wird zu einer Stärke aus Macht. Je mehr sich zusammenfinden, umso massiver wird das Konstrukt der Angstüberzeugung. Und die muss ja immer einen Weg finden, das wovor Angst besteht, klein zu machen.
Dadurch entsteht Verleugnung und sowas wie Belustigung.
Je größer die Bedrohung erlebt wird, umso massiver wird auch die Verleugnung und der Sarkasmus sein. Insbesondere dann, wenn man in einer Gruppe von vielen sich gegenseitig bestärken kann.

Gestern habe ich meine Katze, wie jeden Abend in der Hitzeperiode, beobachtet während sie an der offenen Balkontür lag und den Dohlen aufgeregt zusah.
Gestern jedoch war sie ziemlich müde, während die Dohle wie an jedem Abend im Baum auf diesem Ast saß und kreischte. Es klingt an jedem Abend gleich.
Und gestern hörte ich meine Katze antworten, als würden sie ein Gespräch führen.

Als würde meine Katze der Dohle sagen, dass sie ihr nichts tun wird, aber sie doch bitte leise sein möge. Denn nach kurzer Zeit flog die Dohle davon, meine Katze rollte sich ein und schlief.

Es ist also eigentlich möglich, einander sein zu lassen, wenn man miteinander spricht und aufhört sich gegenseitig zu bedrohen.

Ich mag jetzt eigentlich noch mal schlafen, so schlapp fühle ich mich. Aber ich muss aufstehen und in den Tag starten.

Ich wünsche euch einen guten Wochenstart, habt einen schönen Montag.

🌈💜💕💜🌈

Alltags-Wahnsinn

Blockiert


https://pixabay.com/de/photos/robinie-blatt-natur-garten-sommer-5092118/

Hallo ihr Lieben,

habt ihr schon mal vor eurer Haustür gestanden und konntet sie nicht mehr aufschließen? Und das ganze bei 34 Grad und wenig Abkühlung im Schatten?

So standen wir gestern vor der Haustür meiner Freundin, als wir vom Impfen zurück waren. Keine Chance, der Schlüssel blockierte. Eine weitere Möglichkeit, Zugang zum Haus zu bekommen, gibt es nicht. Da standen wir also, bei 32 Grad und keiner Chance, ins Haus zu kommen.
Nun bin ich kein Mensch, der hilflos wird.
Ich finde immer Lösungen.
Also erstmal nach Öl gefragt und es war sogar welches zu finden, was zum Glück eben nicht im Haus war, sondern im Nebengebäude.
Leider half aber auch das nicht.
Die Option durch ein geöffnetes Fenster zu gehen schied auch fast aus, weil die einzigen geöffneten Fenster sich im Obergeschoss befanden und wir beide dort nicht hochgekommen wären.
Also hat meine Freundin wenigstens mal bei ihrem Nachbarn angefragt, ob der eventuell behilflich sein könnte und eine weitere Idee hätte. So standen wir dann zu dritt und waren recht ratlos.
Das Schloss rührte sich kein bisschen.
Es blieb also nichts anderes, als den Schlüsseldienst zu rufen.

Man hört und liest ja so einiges über Abzocke beim Schlüsseldienst…………

Nun ja, wir haben keine merkwürdige Notrufnummer gewählt, sondern einen örtlich ansässigen Schlüsseldienst. Ein ausgesprochen sympathischer Mitarbeiter, der fachlich wusste was zu tun ist.
Ich habe ihm zugeschaut, wie er sich abgemüht hat, bei dieser Hitze an dem schmalen Spalt des gekippten Fensters seine ausgesprochen interessante Konstruktion durchzubekommen, um über dieses Fenster ins Haus zu kommen.
Er hat geflucht und geschimpft, aber nicht aufgegeben, sondern konzentriert weitergemacht, denn die Alternative wäre gewesen, den Beschlag der Haustür kaputt zu machen.

Er hat das Fenster ausgehebelt bekommen und konnte uns über die Terrasse ins Haus lassen.
(Coole Sache, wenn man so jemanden hat. Aber dazu gleich mehr.)

Nun ja, um es abzuschließen, für die, die es interessiert, der Riegel am Schloss war gebrochen. Es konnte sich also nicht mehr öffnen lassen, sondern musste komplett ausgebaut und ersetzt werden. Sowas kann einem leider passieren. Blöd, wenn das am Wochenende oder in der Nacht geschieht. Und toll, wenn es dann Hilfe gibt oder doch wenigstens Möglichkeiten, sich selbst zu helfen.

So war das also gestern.

Und nun sitze ich hier und sehe aus meinem Fenster den Gewitterwolken zu, wie sie in rasantem Tempo aufziehen und wieder verschwinden. Als würden sie einmal durchrennen.

Für Menschen, die komplex traumatisiert sind und deren Erleben vom Trauma gesteuert ist, ist es nicht möglich, das Unheil kommen und verschwinden zu sehen.
Da ist es plötzlich da und bleibt.
Es gab kein Davor und es wird auch kein Danach geben.
Da bricht das Gewitter herein und wird alles vernichten.

Und so eine Situation wie gestern fühlt sich bedrohlich gefährlich an.

In diesem Zustand ist es ausgesprochen schwer, lösungsorientiert zu denken. Da greift schnell die Hilflosigkeit um sich, weil der Körper auf drohende Gefahr gelernt hat mit Flucht oder Kampf zu reagieren. Und wenn dieser Überlebensmechanismus aktiviert ist, dann geht es nur noch um Leben oder Tod. Da ist nichts mehr mit überlegen und nachdenken.

Entsprechend ist es auch nicht möglich, sich selbst zu beruhigen und sich zu erinnern, dass das Unheil herankommt und auch wieder geht.

Ich habe viele Jahre panisch reagiert, wenn es heiß war.
Dann wollte ich mich in der Wohnung verkriechen und hatte gleichzeitig Angst, dort in der Wärme zu sterben.
Ich war völlig hilflos und überfordert.
All die guten Tipps anderer waren lieb gemeint aber wenig hilfreich, denn ich war schlicht nicht fähig, in mir die nötige Ruhe zu erreichen, damit sie überhaupt hätten Beruhigung bringen können. Ich hätte gar nicht bemerkt, wenn es etwas erleichtert hätte.

Gefühlt war es so, dass die Gewitterwolken einen nicht endenden Tornado bringen werden und ich darin gefangen bin und es bleibe.

Die Fähigkeit, Lösungen zu finden, die ist schon immer fest in mir verankert gewesen. Ich bin so auf die Welt gekommen. Als Mensch, der will, der nicht aufgibt.

Aber wenn das Unheil über mich hinwegrollte, dann hat sich meine Welt in Traumazeit gewandelt. Es ist dann als würde sich eine Folie vor alles legen. So eine Folie, die nur noch Gefahr und Bedrohung zeigt. Alles andere ist nicht mehr sichtbar.

Das herankommende Gewitter bedeutet dann die Katastrophe. Der Blitz wird einschlagen und wir werden um unser Leben und alles was uns wichtig ist bangen müssen.

Da ist nicht sichtbar, dass das Gewitter die Luft klären und Abkühlung bringen wird.
Auch wenn das jemand sagt, bewirkt es nicht, dass es sichtbar wird.

Zurück zum Schlüsseldienst.

So ein Fachmensch ist jemand, der Techniken gelernt hat und über Hintergrundwissen verfügt, um die Situation nicht nur zu erleichtern, sondern sie beheben zu können.
Und er hat eine sehr wichtige Funktion, die er auch zu aller erst angewandt hat.
Er hat uns aus der hilflosen Lage gebracht, indem er uns auf direktem Weg Zugang zum Haus verschafft hat.
Damit waren wir aus der Hitze raus. Und waren auch wieder handlungsfähiger.
Wir waren aus dieser Position des tatenlosen Wartens und nichts tun Könnens raus.

Genau diese Funktion braucht es im Prinzip auch in seelischen Notsituationen.
Wenn das Gewitter mal wieder plötzlich da ist und die Panik durch die Decke schießt.
Es braucht einen Erinnerungsanker, einen, der uns das Fenster öffnet, wenn die gewohnte Tür blockiert ist. Spricht, wenn die sonst möglichen Fähigkeiten nicht abgerufen werden können, braucht es einen inneren Anteil, der erinnert, dass wir auch andere Wege gehen können.
Es braucht etwas, was uns erstmal wieder Sicherheit gibt.
Und sei es sowas wie ein Beobachten, dass Wolken in Bewegung sind.

Wisst ihr, wie ich das gelernt habe?
Ich habe in etlichen Notsituationen Kontakt zu meiner Therapeutin gesucht.
Und ich habe genau aufgepasst, wie sie dann mit der Situation umgeht. Und mehr und mehr habe ich selbst versucht zu machen was sie sonst getan hat. Mir gesagt, was sie sagen würde.
Nicht, um sie zu ersetzen und mich unabhängig zu machen und es allein hinzukriegen, um sie nicht zu belasten.
Ich habe das gemacht, um Zeit zu gewinnen.
Um zu überbrücken, wenn sie nicht da sein konnte.
Und nach und nach konnte ich immer mehr Zeit auf diese Weise überstehen und noch mehr. Denn ich konnte lernen nicht hilflos zu werden.

Inzwischen ist hier das Gewitter durchgezogen. Mit ordentlich Regen.
Ich höre es noch immer plätschern. Aber es blitzt nicht mehr und der Himmel sieht auch weniger bedrohlich aus.

Meine Unwetter überfallen mich nicht mehr plötzlich und sie erscheinen mir auch nicht als etwas was nie aufhört.
Es kommt und es geht auch wieder.
☀️🌤⛅️🌥☁️🌦🌧⛈🌬🌬🌬⛈🌧🌦☁️🌥⛅️🌤☀️
Und derweil sitze ich auf meinem Bett und schreibe ganz in Ruhe.
Nur einmal gingen doch meine Hände an die Ohren, als der Blitz so sehr hell war und ich Angst vor dem lauten Donner hatte.

Aber ich bin nicht panisch geworden.
Ich habe nur vorsichtshalber meine Ohren geschützt.

Nun ja, aufregend war es dennoch gestern und toll, dass es sich lösen ließ und dass es solche Menschen gibt, die einem dann helfen können.

Jetzt wünsche ich euch einen schönen Sonntag und allen die mögen ein wenig Abkühlung nach der Hitze.

💜🌈💕🌈💜

Alltags-Wahnsinn

Bindungslos


https://pixabay.com/de/photos/see-pier-sonnenuntergang-5990540/

Hallo ihr Lieben,

unverhofft kommt aus dem scheinbaren Nichts eine Flutwelle und schwappt über mich hinweg. Sie reiß mich nicht mehr mit. Macht mich nur ordentlich nass und hinterlässt einen anhaltenden Eindruck.

Im Alltag schiebe ich alles weg und versuche zu sein wie ein ganz normaler Mensch.
Auch dann, wenn ich an meine Grenzen stoße und mich das Leben überfordert.
Ich lasse es mir wenig anmerken.

Gebe nur selten Einblick in meine Seele mit all ihrer Tiefe.

Meist sehen nur die den Schmerz und das Leid in mir, die selbst etwas davon in sich kennen.

Für all die anderen wirke ich zu stark oder zu schwach und im Zweifel gewöhnlich, weil sie all das andere nicht ertragen.
Denn ja, man erträgt nicht den Seelenschmerz in einem anderen Menschen, wenn man dem eigenen nicht begegnen kann.
Und dann wird er abgewehrt, kleingemacht, verurteilt, abgestempelt.

Vor vielen Jahren, als ich noch davon ausging, dass ich ein völlig gewöhnliches Zuhause hatte und in meiner Kindheit einfach nur ein paar Sachen blöd gelaufen sind. Als ich mir noch selbst die Schuld daran gab, dass ich Menschen begegnet bin, die mich ausgebeutet und für ihre Zwecke benutzt haben.
Da bin ich einem Menschen begegnet, der offensichtlich schwierige Startbedingungen in dieses Leben hatte.
Der Lebenslauf und das bindungslose Verhalten, der Umgang mit sich selbst, alles zeigte es.
Ein Mensch der ohne Eltern aufgewachsen war.
Und ich fühlte in mir diesen Schmerz, den mein Gegenüber wohl nicht zulassen konnte. Oder zumindest nicht vor anderen zeigen konnte.
Alles was mir gezeigt wurde war Abwehr. Ein unerbittlicher Kampf um das Recht auf „meine Kindheit war die Hölle und deine nicht, denn du hattest ja wenigstens Eltern“.
Ich kämpfte nicht mit.
Wie immer.
Ich schluckte runter und fühlte mich schuldig und falsch.

Gestern habe ich einen Film angeschaut, den ich irgendwann schon einmal gesehen habe. Genau erinnern konnte ich mich allerdings nicht.
In der Thematik ging es zusammengefasst um einen Halbwaisen auf der Suche nach seinem unbekannten Vater.

Und am Ende des Films schwamm ich in meinem Meer aus Kindheitstränen.

All die Tränen, die nicht geweint werden durften, weil ich mich nicht zu beklagen hatte.
Was hätte es denn zu jammern gegeben für ein Kind, was Eltern und ein Zuhause hat?

Das ist so ähnlich wie die weit verbreitete Überzeugung, dass alle Mütter ihre Kinder lieben.
Alle Kinder die bei ihren Eltern aufwachsen haben es gut.

Ja, Bullshit.

Ich habe Tag für Tag gewünscht und gehofft, dass da ein Mensch kommt, der mich mitnimmt und mir Eltern ist.
Jemand, der mich an die Hand nimmt und mir hilft in diesem Leben einen Halt zu finden.
Ein Mensch, der mir eine stabile Bindung anbietet.
Irgendwer, der in seinem Leben zurechtkommt und mir sein kann was ich nicht hatte. Der Vater, die Mutter, die mich an die Hand nehmen und jeden Schritt mit mir gehen. Solange bis ich sie alleine gehen kann.
Jemand, der meine Schritte begleitet ohne dabei seinen Vorteil haben zu wollen.

Es kam nie jemand, der mich mitnahm, weil ich es wert gewesen wäre.

Ich habe gelernt, dass Menschen unzuverlässig und egoistisch sind.
Ich habe gelernt, dass ich ein Nichts bin, was nur lästig ist.

Ich wurde nicht so geboren. Und hätten sie mir gegeben was ein Baby wirklich braucht, alles wäre wohl anders geworden.
Wäre da eine Brust gewesen an der ich hätte weinen dürfen und eine Hand, die mich schützt anstatt zu schlagen. Hätte es ein Herz voll Liebe gegeben und eine Seele die mich behutsam in ein eigenes Leben hätte bringen wollen.

Ich war lästig.
Ich war zu viel.
Ich hatte keinen Platz.
Na ja, wird schon passen.
Wo vier Mäuler satt werden, wird es auch ein fünftes schaffen.
Und irgendwo wurde noch ein Bett mehr hingequetscht und Klamotten waren ja ausreichend von den großen Geschwistern da.

Vertrauen?
Nein, das wurde mir nicht geschenkt und ich habe nicht gelernt zu vertrauen.
Keinem Menschen.

Vertraut habe ich Lumpi, wenn ich zu ihr in die Hundehütte geklettert bin.
Vertraut habe ich Zero, wenn er mir übers Gesicht geleckt hat mit seiner riesigen Zunge.
Vertraut habe ich meinem Kaninchen Stupsi, wenn es auf meinem Rücken saß.
Den Pflanzen am Wegesrand und den Tieren im Wald.

Aber nicht den Menschen, die mich an die Hand nahmen, um ihren Weg zu gehen und doch keinen Trost für mich hatten, wenn ich weinte.

Ich war ihre Last.

Ich war einsam in der Welt.

Und ich wollte so nicht leben müssen.

Und will es bis heute nicht.

Dieses kontaktlose Leben unter Menschen die mich sehen wie es ihnen passt.

Nein, ein Kind mit Eltern ist nicht automatisch geliebt, gehalten, getröstet.

Ich hatte Kleidung, Nahrung, ein Bett und ein Haus in dem ich mich aufhalten durfte.

Aber ich hatte kein Zuhause.
Nicht an einem Ort und schon gar nicht bei einem Menschen.

Ich habe nur gehofft und gewartet auf den Menschen, der mich um sich haben will.
Auf den, der meine Hand nimmt und bleibt.
Der mir der sichere Hafen ist von dem aus ich mein Leben entdecken und erobern kann.

Und ich hoffe und warte noch immer.

Während ich inzwischen selbst erwachsen geworden bin und noch immer keinem Menschen vertraue.

Und nein, das hakt man nicht ab und vergisst und lebt ein gutes Leben.
Das bestimmt das Leben.
Das prägt.
Das trägt man in jeder Zelle seines Körpers und seiner Seele.

Und wenn da niemand mehr ist, der mich anstupst, wie es damals Zero getan hat (und der war da nicht zimperlich) dann vergesse ich, dass ein Mensch mich lieben könnte.
Und ich werde wieder zu dem einsamen Kind was in der Welt verloren scheint.

Und dabei wirke ich für die Welt noch immer vollkommen erwachsen und gewöhnlich.

So, ich darf heute in der Affenhitze meine zweite Impfung abholen und hoffe, mich danach etwas abkühlen zu können.
Denn hier in der Wohnung leidet inzwischen auch meine Katze unter der Hitze. Es kühlt sich nicht mehr runter.
Heute nicht.
Morgen sind Gewitter angekündigt und danach wird es zum Glück wieder kühler.

Ich wünsche euch einen schönen Samstag.

💜🌈💕🌈💜

Alltags-Wahnsinn

Gar nicht so hilflos wie es scheint


https://pixabay.com/de/photos/schnee-berge-wolken-arktis-965524/

Hallo ihr Lieben,

heute Morgen habe ich bei der Wettervorhersage für morgen verstanden „Höchsttemperatur 13 Grad“. Vor zwei Tagen habe ich auf der Wetterkarte einen Ort in Spitzbergen gefunden wo sie gerade eine Warnung vor extremen Schneefällen hatten.
Ich hätte gerne Abkühlung bei der zunehmenden Hitze in der Wohnung. Nach einer Nacht bei knapp unter 28 Grad bin ich mit Kopfschmerzen und sehr müde in den Tag gestartet. Auch Lüften brachte nur etwas mehr als 2 Grad Abkühlung. Um 9 Uhr habe ich nun schon über 26 Grad im Wohnzimmer und Lüften läßt die Temperatur bereits steigen. Wie verrückt.
Nun ja, meine Bettdecke wandert wieder in den Gefrierschrank, damit sie mir heute Abend hilft. Und ich bemühe mich ordentlich zu trinken.

Zum Glück kommen heute keine Handwerker. Das hat auch gestern gereicht. Zumal alles anders kam als geplant.

Die waren auf die Minute pünktlich, aber eigentlich wussten sie gar nicht genau was sie machen sollten und obendrein bestanden sie darauf, dass ich da bin und es auch bleibe.
Und so waren wir dann auch beide da. Pepsi und ich.
Mitsamt unserer Angst.
Pepsi erstarrt unterm Bett und ich auf dem Küchenstuhl.
Während ich es nicht wagte, dort die Balkontür zu schließen.

Ich hätte mich eigentlich frei bewegen können, konnte ich aber nicht.
Dieses tun und jenes.
Aber nichts ging. Gar nichts.
Irgendwann wenigstens mein Abwasch.
Und im Grunde war es auch egal, was ging, weil es nur darauf ankam, dass ich mich bewege. Dass ich aus der Starre herauskomme und wieder spüre, dass ich mich bewegen kann und darf.

Auch meine Katze hat das inzwischen gelernt.
Sie wagte sich hervor, sofern die Handwerker länger nicht in der Wohnung waren. Doch hörte sie sie im Treppenhaus, war sie sofort wieder weg.
Und das, obwohl sie so gerne bei mir sein wollte.

Und dennoch, als sie weg waren, war sie sehr erleichtert, dass ich alles wieder an die alten Plätze räumte und sie nicht weiterhin fürchten musste, dass ihr alles weggenommen wird.

Für mich fühlen sich solche Situationen an als würde mir meine Freiheit genommen werden.
Die Freiheit, mich frei zu bewegen.

Wie meine Katze sperre ich mich dabei selbst in mein Gefängnis.
Und wie bei ihr ist es auch bei mir die Absicht, mich zu schützen.

Ganz gleich ob es Handwerker in der Wohnung sind oder sommerliche Hitze.

Es macht mir Unbehagen, überfordert mich und bewirkt sehr viel Angst.

Und dann brauche ich unglaublich viel Kraft und Mut, um mich zu wagen, es anders zu machen als es mir als Kind auferlegt wurde.
Mich entgegen allem was ich lernen musste entscheiden, es heute anders zu machen.
Nicht stumm den Rückzug in mich antreten, sondern mich dem entgegenstellen was so bedrohlich scheint.
Mich groß machen und erinnern, dass ich nicht mehr ausgeliefert bin.
Mir erlauben, mich zu zeigen und lebendig zu sein.
Das Tapsen meine nackten Füße auf dem kühlen PVC, was mich eigentlich beruhigt und gut aus der Starre bringt. Aber es geht nicht vor fremden Menschen.

Kürzlich saßen wir vor dem Einkaufszentrum und haben ein Eis gegessen, als ich etwas wiedererkannt habe und darin fasziniert vertieft war.
Da war ein Mensch, der sich verhielt wie ich.
Er ging unruhig hin und her und schien zu warten.
Las den Zettel in seiner Hand immer wieder ganz aufmerksam durch.
Und seine linke Hand, die eigentlich an der Tasche seiner Jeans ruhte, bewegte die Finger so wie ich es tue, wenn ich unter Stress bin.

Ich war in ihm versunken, weil es mich faszinierte, etwas vertrautes bei einem mir fremden Menschen entdeckt zu haben.
Weil ich sehen konnte, wie hilflos und ängstlich dieser andere wirkte.
Und gleichzeitig hat er bewältigt, was zu bewältigen war.

Und dennoch, ich wäre am liebsten zu ihm gegangen und hätte ihn gefragt, ob er Hilfe braucht.

Und genau bei diesem Gedanken dämmert mir ein wenig warum Menschen manchmal auf mich so aggressiv wirken.

Sie fühlen sich möglicherweise hilflos, wenn sie mich so hilflos erleben.

Dabei bin ich gar nicht so hilflos wie ich scheine.

Oh ja, und ich wehre ab, wenn sie mir dann ihre Hilfe überstülpen wollen. Weil ich ja auch längst meine Hilfe gefunden habe.
Auch wenn die aus Sicht anderer ganz anders wirkt.
Mir hilft es, mich selbst zu beruhigen.

Nun werde ich mich mal hoffentlich etwas unter der Dusche abkühlen.
Ich wünsche euch einen guten Tag und dass es euch gelingen mag, bei der Hitze ausreichend für euch selbst zu sorgen.

Heute ist Freitag.

Kommt gut ins Wochenende.

💜🌈💕🌈💜

Alltags-Wahnsinn

Wenn mein Herz bedingungslos liebt


Hallo ihr Lieben,

tja, Liebe verändert offensichtlich alles.

Dieser kleine Schatz ist voll in meinem Herzen. Sie kann machen was sie will, meine Liebe wird durch nichts geringer. Auch dann nicht, wenn ich für den Moment denke, dass ich doch gar nicht lieben kann.

Eigentlich hätte sie die letzte Nacht gar nicht hier bei mir sein sollen. Geplant war, dass sie die Nacht bei meiner Freundin verbringt und ich dort heute hinfahre. Doch nun ist mein kleiner Schatz hier, weil ich es nicht übers Herz gebracht habe.

Heute kommen die Handwerker, um die Heizkörper auszuwechseln. Das wird eine riesige Arbeit und weder Pepsi noch ich sollten uns dabei hier aufhalten.

Aber als ich hier gestern angefangen habe die Bereiche vor den Heizungen frei zu räumen, fing Pepsi an, ihr Hab und Gut zu verteidigen. Als erstes demonstrativ die Couch. Dann ihren Teppich, in den sie selbst dann noch hineingekrochen ist, als der auf dem Phonoschrank lag. Später saß sie inmitten ihren Spielzeugen auf einem Stuhl.
Sie folgte mir und schnurrte und schmiegte sich an mich.

Und mein Herz schrie vor Sorge, sie in diesem Zustand nicht bei mir zu lassen.

Dabei hatte ich mich schon auf eine Nacht mit Durchzug gefreut und darauf so die Wohnung mehr runterkühlen zu können.

Aber mit Liebe im Herzen kann ich meine Bedürfnisse nie über das Wohlergehen des geliebten Lebewesens stellen.

Hier geht gerade die Sonne ganz orange leuchtend auf.
In diesem warmen Orange leuchtet wohl auch meine Liebe, wenn sie Pepsi umschließt und schützt.
Alles, ja wirklich alles würde ich durchhalten, wenn wir dadurch zusammen sein können und es ihr gut geht. Ich liebe diese kleingebliebene Katze einfach mit jedem Tag mehr und mehr . Auch dann, wenn sie zickig ist und nur Blödsinn im Kopf hat.
Ich schätze ihren Charakter und ich versuche ihrer Intelligenz voraus zu sein. Auch wenn es schwer ist, alles im Blick zu haben, was sie könnte.
(Und gerade frage ich mich, warum ich eigentlich denke, dass mich niemand in dieser Weise lieben könnte. Warum denke ich das nur?)

Auf dem Bild ist übrigens die Konstruktion zu sehen, die ich für die Balkontür gebaut habe. Mein Vater wäre stolz gewesen, er hätte das noch erleben dürfen. Denn genau so hätte er es wohl auch gemacht.
Ich habe einen Holzrahmen gebaut, den ich durch Scharniere miteinander verbunden habe. Er ist mit verstärktem Katzennetz bespannt. So kann Pepsi fast im Freien liegen und ich ein wenig Durchzug genießen.
Und genau das hat sie an dem Morgen getan, als ich das Foto gemacht habe.
Sie hat sich auf dieses winzige Fleckchen Sonne gelegt und genossen, dass sie sich die Luft um die Nase wehen lassen konnte.

Für mich wird es nun langsam Zeit in den Tag zu starten.
Ich wünsche euch einen schönen Donnerstag und mir, dass ich den Tag gut hinbekomme und die Handwerker heute hier fertig werden.

🌈💜💕💜🌈

Alltags-Wahnsinn

Seelenrhythmus


Hallo ihr Lieben,

heute habe ich mich schwer getan, eine Entscheidung darüber zu treffen, was ich posten mag.
Wie geht es mir denn? Tja, das ist eine sehr gute Frage.
Ich bin voller Musik heute und war es auch gestern schon.
Geht es mir gut?
Ich weiß nicht. Musik hilft mir, mich besser zu fühlen. Musik ist für mich Lebendigkeit und bei mir sein.
Aber geht es mir nun gut, wenn ich voller Musik bin?

Manchmal tanze ich durch die Wohnung und unter der Dusche, weil es mir gut geht und ich voller Energie bin.
Dann singe ich zur Musik und höre alles was Spotify und Co. mir abspielt.
Ich freue mich daran, dass es Musik gibt, ich sie hören und fühlen kann.

Aber es gibt auch diese Tage so wie gestern und heute.
Da ist die Musik in mir spürbar.
In jeder Bewegung.
In jedem Gedanken.
Meine Füße tappen zu einem selbsterdachten Rhythmus auf den Boden und in die Luft. Die Finger spielen eine Melodie, die nur meine Seele kennt.
Manchmal leise, manchmal laut.

Ich entfliehe damit all der Schwere meines Lebens und erfülle mich selbst mit freudiger Lebendigkeit.
Dann spüre ich mein Leben.

Ich vergesse die Welt um mich und zerfließe in den Rhythmus meiner Seele.

Und dann gibt es diesen oder jenen Song und manchen Künstler, der für mich wie kein anderer diese Seite meiner Seele anzusprechen vermag.

Kürzlich fuhren wir im Auto und spielten eine Playlist durch, die wir zuvor nie gehört haben. Alte Songs von denen ich manche nicht kannte.
Und dann kam da dieser eine Song und ich fühlte mich wieder wie 1980 mit knapp 7 Jahren, als ich mit meiner Freundin ausgelassen zu diesem Hit getanzt habe.
Ich konnte den Rhythmus von damals fühlen mitsamt der ganzen Unbeschwertheit die in diesen Momenten auch als Kind spürbar war.

Ja, manche alte Songs können mich emotional in eine Zeit bringen, die auch leicht und unbeschwert war. Obwohl es zeitgleich die Hölle war.
Es war mein Leben, mein Alltag.
Und dem bin ich schon als Kind mit Musik entflohen.

Ganz ohne dabei das Leid und die Schwere zu fühlen.

In mir wurde es immer nur leicht, wenn ich meinen Rhythmus spielen konnte.

Was also liegt da näher, als hier mit euch einen Hit von dem Künstler zu teilen, der wie kein anderer in mir meinen Rhythmus anstimmen kann.
Das konnte er schon als wir beide noch Teenager waren.
Und es hat sich nichts daran verändert.
Nicht daran, dass er das mit seiner Stimme und seiner Art der Musik kann und auch nicht daran, dass mein Rhythmus in mir lebt und ich darin Energie tanke.
Und mit seinem neusten Song zieht es mich raus aus allem was schwer sein könnte und erinnert all das was auch toll und schön war.

Wie geht es mir denn nun heute?

Ach egal, ich bin voller Musik, dann geht es mir in jedem Fall gut, auch dann wenn es mir eigentlich schlecht gegangen sein sollte.

🎼🎵🎶🎶🎶🎶🎵🎶🎶🎶🎵

Ich wünsche euch einen schönen Mittwoch.

🌈💜💕💜🌈

Alltags-Wahnsinn

Energie verbraucht


https://pixabay.com/de/photos/sonnenuntergang-landschaft-4238445/

Hallo ihr Lieben,

da war er rausgepurzelt, der Gedanke, der doch nicht ausgesprochen werden sollte, weil es doch bestimmt ganz anders ankommt als es wirklich gemeint ist. Und weil wir doch nicht wollen, dass gedacht wird wir würden Druck ausüben wollen und andere zu etwas bringen wollen. Und überhaupt, weil doch gar nichts über uns gedacht und uns unterstellt werden soll.
Weil es doch schlicht gar nicht so ist, wie ein anderer schnell mal denkt.

Wenn mir unterstellt wird, ich wolle dieses und würde jenes beabsichtigen. Oder gar gezielt und bewusst etwas inszenieren, um meine persönlichen Vorteile zu erreichen.

Diese Zeiten in denen ich Bedürfnisse und Wünsche nicht äußern durfte, liegen lange hinter mir.

Und dennoch, ja, es gibt Umstände, die mich dazu bringen, mich nicht zu äußern.

Diese Situationen in denen ich fürchte, dass jede Äußerung verdreht würde und zu meinem Nachteil ausgelegt werden könnte.
Denn solche Verdrehungen kenne ich leider zur Genüge.

Und wenn es dann ausgerechnet dort herauspurzelt, wo auf keinen Fall gedacht werden darf, dass ………
Ja wo wir gemocht sein wollen und geschätzt und wo doch bitte geglaubt werden soll, dass wir nicht nötigen, zwingen, drängen wollen.

Ach Mist.
Und dann spüre ich den Nolo in mir, der den Kopf in den Sand stecken will, um zu warten bis der Sturm vorbeigezogen ist und sich alles wieder beruhigt hat.

Auch dann, wenn gar kein Sturm kommt und es nicht mal als leichte Brise weht.
Selbst dann, wenn mein Gegenüber ganz ruhig bleibt und mich liebevoll und voller Verständnis ansieht.

Weil doch gerade noch die salzigen Tränen in den Augen weggeschluckt wurden, weil in den braun gewordenen Händen verschwunden wurde, die wir schon viel zu lange nicht mehr berühren dürfen. Denen wir nicht mehr nah genug sein dürfen, um die unterschiedliche Färbung in all ihren Schattierungen zu erkennen. Deren Duft nur noch eine leise Erinnerungsspur ist. Ebenso wie die feinen Strukturen der Haut.
Und weil doch einfach nicht mehr ertragen wird, dass es kein Ende gibt.

Und dann sitzen wir in der Küche auf dem Stuhl und könnten den kühlen Luftzug genießen.
Doch wir sitzen da und ringen zwischen Verlassensangst und Überforderung.

Ich wäre so gerne der Mensch, der genügt.
Der auch dann genügt, wenn es mal schwierig ist und selbst dann, wenn er stumm auf dem Küchenstuhl hockt und unter der Hitze leidet.
Während es in mir jedoch fortwährend denkt, dass ich nicht reiche.
Weil ich dasitze und mein Leben nicht auf die Reihe kriege.
Weil es mir entglitten ist und ich in der Überforderung mehr und mehr ertrinke.

Und dann platzt es heraus, was gar nicht wie ein Vorwurf klingen soll.
Dann stolpert es in einzelnen, viel zu schnell ausgesprochenen Worten heraus und klingt wie die Enttäuschung eines Kindes, darüber, dass der Wunsch nicht so erfüllt wurde wie er doch sein sollte. Wie die Enttäuschung, weil der Mensch nicht so handelt wie es gehofft war.

Dabei bin ich doch eigentlich enttäuscht von mir.

Weil ich gewünscht und gehofft habe.
Weil ich glauben wollte, gewollt und gewünscht zu sein.
Weil ich hoffte, zuhause sein zu dürfen.

Weil ich glaubte, es ginge um ein paar Jahre.
Darum zu beweisen, dass ich es durchhalten, aushalten, schaffen kann.

Ich kann nicht mehr.

Kontaktlosigkeit frisst meine Seele auf.

Ich mag nicht mehr so leben.
Und ich mag nicht mehr hoffen auf etwas was nie sein wird.

Denn ich bin nicht was andere in mir sehen wollen.

Und vielleicht genüge ich nie.

Nicht als Freund und nicht als Freundin.
Nicht als Mensch der geliebt wird.
Nicht als Hand die ergriffen werden mag.
Nicht als Mensch an dessen Seite sich jemand zuhause fühlen kann.

Auch dann nicht, wenn ich selbst mir ein Freund und eine Freundin bin.
Wenn ich selbst mich annehme und liebevoll umsorge.
Wenn ich mich selbst als Mensch wählen würde, den ich an meiner Seite wünsche.

Einfach weil mich all die Regeln des sozialen Miteinander zermürben.
Vor allem weil mein Sein anders aufgefasst wird als es mir entspringt.

Ich bin nicht wen ein anderer in mir sieht.

Ich bin wer ich auf dem Grund meiner Seele wirklich bin.

Nicht die angepasste Fassade und nicht die Stimmung eines Tages.

Sondern immer das was darunter liegt und seine unendliche Farbenvielfalt sprüht, die nur der sehen kann, der mit seinem Herzen zu sehen vermag.

Ich wünsche euch nun einen angenehmen Dienstag.
🌈💜💕💜🌈

Alltags-Wahnsinn

Mein persönlicher Fuchur


https://pixabay.com/de/photos/fantasy-surreal-traum-hund-2890925/

Hallo ihr Lieben,

was habe ich aus der Energie gestern gemacht?
Ich habe meine längst ausgetrockneten inneren Tanks ein wenig aufgefüllt mit guten Erlebnissen, mit allem was meine Seele nährt und mein Herz mit Liebe erfüllt.

Ich bin nach Monaten in denen es untersagt war, gestern wieder in den Zoo gefahren.
Natürlich ist es nicht so wie es war. Meine geliebten Orangs sind noch immer leider nicht zu besuchen und gestern waren sie auch nicht auf der Außenanlage, so dass ich sie gar nicht sehen konnte.
Auch sonst ist vieles nicht wie gewohnt.
Und mein eigener Blick hat sich auch sehr verändert.
In vielerlei Hinsicht.

Schon auf dem Fußweg vom Auto zum Eingang habe ich Dinge wahrgenommen, die mir sonst nie so aufgefallen waren.
Ich schaue anders.
Nehme anders wahr.
Gefühlt mit viel mehr Sinnen als je zuvor.

Ich sehe nicht nur mit den Augen, sondern auch mit meinem Herzen.
Und das verändert die Wahrnehmung dessen dem ich begegne komplett.

Ich fühle eine Nähe und Verbundenheit wie ich sie aus meiner Kindheit kenne.

Nein, nicht zu Menschen.
Die werden mir wohl immer viel zu bedrohlich bleiben.

Ich fühle die Tiere und die Natur.
Ich spüre ihre Nähe, ihre Herzenswärme.
Ich fühle mich ihnen verbunden.
Selbst meinen Pflanzen auf dem Balkon

Schon vor ein paar Tagen, als ich am Morgen das Rollo hochzog und auf der Fensterbank eine völlig entkräftete Wespe oder Biene lag.
Ich konnte fühlen, wie sie die ganze Nacht über Stunden versucht haben muss, sich aus ihrer misslichen Lage zu befreien und wieder nach Hause zu kommen. Welche Panik sie gehabt haben muss.
So behutsam wie möglich hob ich sie mit einem Stück Papier auf, um sie am geöffneten Fenster auf das schmale Metall vor dem Fenster zu setzen. Damit sie sich dort sicherer und vor allem frei fühlen kann.
Ehe ich mich versah, war sie auch schon weggeflogen.

Nun ja, vor ein paar Jahren hätte ich ihr nicht geholfen, sondern vor lauter Angst zu Mitteln gegriffen, damit sie mir nichts tun kann.

Aber gestern bei dieser Energie, da brauchte ich den Zoo mit all seinen Tieren. Ich brauchte die Begegnung mit all denen, die ich über die Monate so vermisst habe.
Auch wenn ich gestern einige gar nicht sehen konnte, so waren die Begegnungen, die ich hatte, umso erfüllender.

Zum ersten Mal habe ich gesehen, dass es gar nicht ein Binturong ist, sondern dass sie als Paar gemeinsam leben. Und sie duften herrlich nach Popcorn und verströmen offensichtlich diesen Duft, wenn sie sich wohlfühlen. Zumindest roch es sehr danach als sie gefüttert wurden. Und das was sie bekamen waren Äpfel und Birnen, also weit weg von Popcorn.

Eigentlich war mit der Begegnung der Zoobesuch fast zu Ende. Aber eben nur fast.

Wir hatten zuvor die Eisbären nur schlafend gesehen.
Meine geliebten Eisbären. Diese so sanften Riesen.
Ich weiß, es sind Raubtiere.
Aber mit einer schützenden Scheibe zwischen uns fühle ich mich mit ihnen so sicher wie mit den Orangs.
Als würden sie mich schützend in ihre „Arme“ schließen, wenn es ginge.

Akiak, so haben sie ihn getauft, den weißen Riesen im Zoo, wurde gestern zu meinem Helden, der mein Herz mit einer Flutwelle an Liebe gefüllt hat.
Er schwamm im Becken seiner Wege, als ich mich direkt an eine Scheibe stellte, die ganz am Ende des Beckens ist.
Er kam direkt dort entlang, hob den Kopf aus dem Wasser und schüttelte ihn ordentlich.
Ohne, dass ich auch nur einen Tropfen hätte abbekommen können, fühlte ich für den Augenblick das nasse Wasser auf mir.
Ich musste lachen und blieb dort wie ein Kind stehen. Darauf wartend, dass er noch einmal käme, um es zu wiederholen. Und nochmal und nochmal.

Und er kam und ich fühlte mehr und mehr, wie er mir nah ist.
Wenn ich meine Hand auf die Scheibe legte und er seinen wuchtigen Kopf genau dort entlangstreifte.
Es fühlte sich an, als würde er in mein Herz sehen und ich in das seine.

Und selbst wenn das alles ganz unmöglich ist und vollkommen rumgesponnen, für diesen Augenblick habe ich es in einem Teil meiner Seele so empfunden und mich verbunden gefühlt.

Und ganz ehrlich, als er da so ankam, da hat er mich doch sehr an Fuchur aus Michael Ende’s „Die unendliche Geschichte“ erinnert. Es war das einzige dicke Buch was ich als Kind wirklich komplett und Zeile für Zeile gelesen habe. Und das nur, weil ich mich mit Bastian identifiziert habe und in diese Welt abgetaucht bin in der Fuchur mein Seelentier gewesen hätte sein können. Mein Beschützer in der Welt der Menschen.

Gestern war Akiak mein Fuchur.
Gestern bin ich mit ihm den Gesetzen der Realität entflohen.

Und er hätte ebenso eine winzige Biene oder ein Krokodil sein können.

Hauptsache eben kein Mensch.

Ich wünsche euch nun einen guten Start in die Woche.
Habt einen schönen Montag.

🌈💜💕💜🌈

Alltags-Wahnsinn

Das Leben atmen


https://pixabay.com/de/photos/gänseblümchen-blumen-himmel-6293216/

Hallo ihr Lieben,

es ist Sonntag, ich habe gestern Abend, eher schon in der Nacht gespritzt und sollte eigentlich jetzt erschöpft sein. Aber im Gegenteil. Ich bin sowas von munter und ausgeruht und voller Tatendrang und richtig guter Stimmung.
Einfach so. Ohne ein Ereignis oder irgendwas.
Ich schaue in den Himmel und freue mich einfach daran, dass die Welt ist und ich bin.

Und nein, es pustet nicht meine Sorgen weg und es bewirkt auch nicht, dass mein Leben plötzlich leicht und toll ist.

Aber es sorgt dafür, dass ich heute den Tag nutzen kann, um dieses innere Fass für „positive Erfahrungen“ ein wenig aufzufüllen.
Ich mag rausgehen und den Duft von Leben einatmen und meine Seele damit auffüllen, um mich daran ein wenig nähren zu können, wenn es wieder grau in mir scheint.

Und das alles ohne dabei zu vergessen, dass es auch andere Zeiten gibt. Ich muss das nicht ausblenden. Das darf auch sein.
Leben ist nun mal nicht nur toll und schön.
Umso wichtiger scheint es mir, das „Toll und Schön“ zu nutzen, wenn es dann da ist.

Denn solche Tage sind wie ein Gegengewicht für all die Schwere in meiner Seele.

Wenn ich Spaß habe und lachen kann, dann ist es als würde sich das Balsam auf den Wunden meiner Seele anreichern und noch mal besser wirken.
Es wiegt nicht mehr ganz so schwer, was alles schwierig in meinem Leben ist.
Nur für diesen Tag. Nur für diesen Augenblick.

Und den mag ich in vollen Zügen genießen und mich austoben.

An solchen Tagen tanze ich unter der Dusche und in der Küche und ich singe vollkommen schief laut zur Musik mit.
Und ich versprühe mit all meiner Lebendigkeit die buntesten Farben.

Umso krasser fällt es dann auf, wenn ich wieder in die Dunkelheit meiner verletzten Seele abtauche und alles zu verstummen scheint.

Aber auch diese Zeiten gehören zu mir.
Auch diese Zeiten scheine ich zu brauchen.

Vielleicht auch einfach, um mich zu erholen von der ungewohnten Lebendigkeit.

Ich wünsche euch einen schönen, einen tollen Sonntag.

🌈💜💕💜🌈

Alltags-Wahnsinn

Ich mach‘ mir die Welt wie sie mir gefällt


https://pixabay.com/de/users/simonevomfeld-1203972/

Hallo ihr Lieben,

„Ich mach‘ mir die Welt wie sie mir gefällt“.
Einfach mal die Perspektive ändern und schon sieht alles ganz anders aus.

Tja, wenn man getriggert ist, erscheint es aus meiner Sicht ziemlich unmöglich, gleichzeitig wirklich anders zu denken. Ich meine damit nicht, dass es nicht möglich ist, einen anderen Gedanken zu denken oder ihn bewusst denken zu wollen. Viel eher meine ich damit, dass es schwer bis gar nicht möglich ist, im getriggerten Zustand einen anderen Gedanken glauben und als richtig annehmen zu können.

Wenn ich früher getriggert war, zu einer Zeit als die dissoziative Identitätsstruktur noch so massiv war, dass ein Anteil keinen Einfluss nehmen konnte auf einen anderen, dann bedeutete ein Trigger, dass ich switche und für die nachfolgende Situation kein bewusstes Erleben in der selben „Person“ haben würde.
So ein Switchen geschieht gewöhnlich in dem Bruchteil einer Sekunde. Wie das Niesen, wenn man etwas in die Nase bekommen hat.
Es ist ein Schutzmechanismus, der direkt umgesetzt wird.

Selbst wenn ich in dieser Situation einen anderen Gedanken hätte bewusst denken wollen, wäre das zeitlich nicht möglich gewesen, ehe die Dissoziation gegriffen hätte.

In dem Moment, in dem etwas Gesagtes in mir/uns angekommen ist, war es bereits zu spät, um eine Schutzreaktion abzuwenden.

Ich habe mich wirklich über Jahre abgemüht, möglichst die Kontrolle zu behalten und nicht zu switchen.
„Das kann doch nicht so schwer sein! Da ist doch gar nicht wirklich etwas was gefährlich wäre.“

Ja, so geht es nicht.
Meine Gedanken dazu waren schon wenig wertschätzend und verstehend.
Ich habe mich verurteilt und die Teile der Seele, die gelernt haben, unser Leben zu schützen.

Wie nun aber kann es gelingen, von „Ich verliere Zeit“ zu „Ich denke anders also reagiere ich anders“ zu kommen?

Aus meiner Sicht geht es nur darüber, dass ich lerne mit meinen Gefühlen anders umzugehen.

Ganz gleich um welches Gefühl es geht, folgt immer in uns eine Bewertung.

Ein Kind was geliebt, beschützt und getröstet wird, dessen Bedürfnisse angemessen gestillt werden und was aufwachsen kann mit Menschen, an denen es alles lernen kann was es für ein selbstbestimmtes und gutes Leben braucht, erlebt Gefühle gewöhnlich als Teil seines Lebens. Klar ist niemand gerne traurig oder ängstlich. Und niemand mag sich ständig ärgern.
Doch Gefühle schaffen auch eine Lebendigkeit in einem Menschen. Sie sind nötig, um sich lebendig zu fühlen und Kontakt mit dem Leben zu spüren.

Ein Kind jedoch, was vernachlässigt wird, was nicht beschützt wird und keine Liebe erfährt. Ein Kind was großen Gefahren ungeschützt ausgesetzt ist, erlebt eigene Gefühle als bedrohlich. Und damit auch den Kontakt mit der eigenen Lebendigkeit als gefährlich.

Wenn nun ein Gefühl auftaucht, bewertet das eine (behütete) Kind es als Zeichen von Lebendigkeit und das andere (traumatisierte) Kind es als Zeichen von Gefahr.

Entsprechend folgen die Reaktionen.
Und die bleiben nahezu unverändert im weiteren Leben erhalten, sofern man nicht bewusst und gezielt mit therapeutischer Hilfe die zugrundeliegende(n) Erfahrung(en) lernt zu verarbeiten und emotional nachreifen kann.

Was notwendig ist, um nicht mehr oder wenigstens deutlich seltener zu dissoziieren, ist eine neue Bewertung der Emotionen.

Und das wiederum kann nur gelingen, wenn wir behutsam lernen selbst dosieren zu können wie viel wir an Gefühl wann zulassen zu fühlen.
Denn wenn ein Gefühl nicht mehr zu 100% (und bei Trauma fühlt sich das dann eher wie 500% an) gefühlt werden muss, sondern vielleicht nur zu 30%, wird es auch um 70% weniger bedrohlich erlebt. Und wenn ich darum weiß, dass ich selbst das steuern kann, dann fühle ich mich auch den Gefühlen nicht mehr hilflos ausgeliefert. Und auch nicht der Dissoziation, denn auch die kann ich dann lernen stärker oder schwächer da sein zu lassen. (Und ich weiß von einigen, die nun denken, dass ich ein Fake sei, wenn ich das behaupte. Ich stehe nur nicht mehr da wo ich vor Jahren stand.)

Und daraus resultiert auch, dass ich meine Gedanken verändern kann.
Denn nur wenn ich außerhalb von Notempfinden bin, kann ich bewusst denken.
Im Notempfinden ist nur Kampf oder Flucht möglich. Und bei Komplextrauma dann meist Erstarren (Dissoziation).
Erst wenn es gelingt, dass ich das was ich fühle selbst dosieren kann, dann komme ich raus aus der Traumazeitreaktion der Flucht, des Kämpfens, des Dissoziierens.

Dann bin ich fähig, mich wie die Katze auf den Rücken zu legen und die Dinge aus anderer Perspektive zu betrachten und auch zu glauben, dass auch diese Betrachtungsweise möglich ist.

Dann kann ich mir die Welt machen wie sie mir gefällt.

Ich wünsche euch jetzt einen angenehmen und entspannten Samstag.

🌈💜💕💜🌈