Alltags-Wahnsinn

Wenn mein Herz bedingungslos liebt


Hallo ihr Lieben,

tja, Liebe verändert offensichtlich alles.

Dieser kleine Schatz ist voll in meinem Herzen. Sie kann machen was sie will, meine Liebe wird durch nichts geringer. Auch dann nicht, wenn ich für den Moment denke, dass ich doch gar nicht lieben kann.

Eigentlich hätte sie die letzte Nacht gar nicht hier bei mir sein sollen. Geplant war, dass sie die Nacht bei meiner Freundin verbringt und ich dort heute hinfahre. Doch nun ist mein kleiner Schatz hier, weil ich es nicht übers Herz gebracht habe.

Heute kommen die Handwerker, um die Heizkörper auszuwechseln. Das wird eine riesige Arbeit und weder Pepsi noch ich sollten uns dabei hier aufhalten.

Aber als ich hier gestern angefangen habe die Bereiche vor den Heizungen frei zu räumen, fing Pepsi an, ihr Hab und Gut zu verteidigen. Als erstes demonstrativ die Couch. Dann ihren Teppich, in den sie selbst dann noch hineingekrochen ist, als der auf dem Phonoschrank lag. Später saß sie inmitten ihren Spielzeugen auf einem Stuhl.
Sie folgte mir und schnurrte und schmiegte sich an mich.

Und mein Herz schrie vor Sorge, sie in diesem Zustand nicht bei mir zu lassen.

Dabei hatte ich mich schon auf eine Nacht mit Durchzug gefreut und darauf so die Wohnung mehr runterkühlen zu können.

Aber mit Liebe im Herzen kann ich meine Bedürfnisse nie über das Wohlergehen des geliebten Lebewesens stellen.

Hier geht gerade die Sonne ganz orange leuchtend auf.
In diesem warmen Orange leuchtet wohl auch meine Liebe, wenn sie Pepsi umschließt und schützt.
Alles, ja wirklich alles würde ich durchhalten, wenn wir dadurch zusammen sein können und es ihr gut geht. Ich liebe diese kleingebliebene Katze einfach mit jedem Tag mehr und mehr . Auch dann, wenn sie zickig ist und nur Blödsinn im Kopf hat.
Ich schätze ihren Charakter und ich versuche ihrer Intelligenz voraus zu sein. Auch wenn es schwer ist, alles im Blick zu haben, was sie könnte.
(Und gerade frage ich mich, warum ich eigentlich denke, dass mich niemand in dieser Weise lieben könnte. Warum denke ich das nur?)

Auf dem Bild ist übrigens die Konstruktion zu sehen, die ich für die Balkontür gebaut habe. Mein Vater wäre stolz gewesen, er hätte das noch erleben dürfen. Denn genau so hätte er es wohl auch gemacht.
Ich habe einen Holzrahmen gebaut, den ich durch Scharniere miteinander verbunden habe. Er ist mit verstärktem Katzennetz bespannt. So kann Pepsi fast im Freien liegen und ich ein wenig Durchzug genießen.
Und genau das hat sie an dem Morgen getan, als ich das Foto gemacht habe.
Sie hat sich auf dieses winzige Fleckchen Sonne gelegt und genossen, dass sie sich die Luft um die Nase wehen lassen konnte.

Für mich wird es nun langsam Zeit in den Tag zu starten.
Ich wünsche euch einen schönen Donnerstag und mir, dass ich den Tag gut hinbekomme und die Handwerker heute hier fertig werden.

🌈💜💕💜🌈

Alltags-Wahnsinn

Seelenrhythmus


Hallo ihr Lieben,

heute habe ich mich schwer getan, eine Entscheidung darüber zu treffen, was ich posten mag.
Wie geht es mir denn? Tja, das ist eine sehr gute Frage.
Ich bin voller Musik heute und war es auch gestern schon.
Geht es mir gut?
Ich weiß nicht. Musik hilft mir, mich besser zu fühlen. Musik ist für mich Lebendigkeit und bei mir sein.
Aber geht es mir nun gut, wenn ich voller Musik bin?

Manchmal tanze ich durch die Wohnung und unter der Dusche, weil es mir gut geht und ich voller Energie bin.
Dann singe ich zur Musik und höre alles was Spotify und Co. mir abspielt.
Ich freue mich daran, dass es Musik gibt, ich sie hören und fühlen kann.

Aber es gibt auch diese Tage so wie gestern und heute.
Da ist die Musik in mir spürbar.
In jeder Bewegung.
In jedem Gedanken.
Meine Füße tappen zu einem selbsterdachten Rhythmus auf den Boden und in die Luft. Die Finger spielen eine Melodie, die nur meine Seele kennt.
Manchmal leise, manchmal laut.

Ich entfliehe damit all der Schwere meines Lebens und erfülle mich selbst mit freudiger Lebendigkeit.
Dann spüre ich mein Leben.

Ich vergesse die Welt um mich und zerfließe in den Rhythmus meiner Seele.

Und dann gibt es diesen oder jenen Song und manchen Künstler, der für mich wie kein anderer diese Seite meiner Seele anzusprechen vermag.

Kürzlich fuhren wir im Auto und spielten eine Playlist durch, die wir zuvor nie gehört haben. Alte Songs von denen ich manche nicht kannte.
Und dann kam da dieser eine Song und ich fühlte mich wieder wie 1980 mit knapp 7 Jahren, als ich mit meiner Freundin ausgelassen zu diesem Hit getanzt habe.
Ich konnte den Rhythmus von damals fühlen mitsamt der ganzen Unbeschwertheit die in diesen Momenten auch als Kind spürbar war.

Ja, manche alte Songs können mich emotional in eine Zeit bringen, die auch leicht und unbeschwert war. Obwohl es zeitgleich die Hölle war.
Es war mein Leben, mein Alltag.
Und dem bin ich schon als Kind mit Musik entflohen.

Ganz ohne dabei das Leid und die Schwere zu fühlen.

In mir wurde es immer nur leicht, wenn ich meinen Rhythmus spielen konnte.

Was also liegt da näher, als hier mit euch einen Hit von dem Künstler zu teilen, der wie kein anderer in mir meinen Rhythmus anstimmen kann.
Das konnte er schon als wir beide noch Teenager waren.
Und es hat sich nichts daran verändert.
Nicht daran, dass er das mit seiner Stimme und seiner Art der Musik kann und auch nicht daran, dass mein Rhythmus in mir lebt und ich darin Energie tanke.
Und mit seinem neusten Song zieht es mich raus aus allem was schwer sein könnte und erinnert all das was auch toll und schön war.

Wie geht es mir denn nun heute?

Ach egal, ich bin voller Musik, dann geht es mir in jedem Fall gut, auch dann wenn es mir eigentlich schlecht gegangen sein sollte.

🎼🎵🎶🎶🎶🎶🎵🎶🎶🎶🎵

Ich wünsche euch einen schönen Mittwoch.

🌈💜💕💜🌈

Alltags-Wahnsinn

Energie verbraucht


https://pixabay.com/de/photos/sonnenuntergang-landschaft-4238445/

Hallo ihr Lieben,

da war er rausgepurzelt, der Gedanke, der doch nicht ausgesprochen werden sollte, weil es doch bestimmt ganz anders ankommt als es wirklich gemeint ist. Und weil wir doch nicht wollen, dass gedacht wird wir würden Druck ausüben wollen und andere zu etwas bringen wollen. Und überhaupt, weil doch gar nichts über uns gedacht und uns unterstellt werden soll.
Weil es doch schlicht gar nicht so ist, wie ein anderer schnell mal denkt.

Wenn mir unterstellt wird, ich wolle dieses und würde jenes beabsichtigen. Oder gar gezielt und bewusst etwas inszenieren, um meine persönlichen Vorteile zu erreichen.

Diese Zeiten in denen ich Bedürfnisse und Wünsche nicht äußern durfte, liegen lange hinter mir.

Und dennoch, ja, es gibt Umstände, die mich dazu bringen, mich nicht zu äußern.

Diese Situationen in denen ich fürchte, dass jede Äußerung verdreht würde und zu meinem Nachteil ausgelegt werden könnte.
Denn solche Verdrehungen kenne ich leider zur Genüge.

Und wenn es dann ausgerechnet dort herauspurzelt, wo auf keinen Fall gedacht werden darf, dass ………
Ja wo wir gemocht sein wollen und geschätzt und wo doch bitte geglaubt werden soll, dass wir nicht nötigen, zwingen, drängen wollen.

Ach Mist.
Und dann spüre ich den Nolo in mir, der den Kopf in den Sand stecken will, um zu warten bis der Sturm vorbeigezogen ist und sich alles wieder beruhigt hat.

Auch dann, wenn gar kein Sturm kommt und es nicht mal als leichte Brise weht.
Selbst dann, wenn mein Gegenüber ganz ruhig bleibt und mich liebevoll und voller Verständnis ansieht.

Weil doch gerade noch die salzigen Tränen in den Augen weggeschluckt wurden, weil in den braun gewordenen Händen verschwunden wurde, die wir schon viel zu lange nicht mehr berühren dürfen. Denen wir nicht mehr nah genug sein dürfen, um die unterschiedliche Färbung in all ihren Schattierungen zu erkennen. Deren Duft nur noch eine leise Erinnerungsspur ist. Ebenso wie die feinen Strukturen der Haut.
Und weil doch einfach nicht mehr ertragen wird, dass es kein Ende gibt.

Und dann sitzen wir in der Küche auf dem Stuhl und könnten den kühlen Luftzug genießen.
Doch wir sitzen da und ringen zwischen Verlassensangst und Überforderung.

Ich wäre so gerne der Mensch, der genügt.
Der auch dann genügt, wenn es mal schwierig ist und selbst dann, wenn er stumm auf dem Küchenstuhl hockt und unter der Hitze leidet.
Während es in mir jedoch fortwährend denkt, dass ich nicht reiche.
Weil ich dasitze und mein Leben nicht auf die Reihe kriege.
Weil es mir entglitten ist und ich in der Überforderung mehr und mehr ertrinke.

Und dann platzt es heraus, was gar nicht wie ein Vorwurf klingen soll.
Dann stolpert es in einzelnen, viel zu schnell ausgesprochenen Worten heraus und klingt wie die Enttäuschung eines Kindes, darüber, dass der Wunsch nicht so erfüllt wurde wie er doch sein sollte. Wie die Enttäuschung, weil der Mensch nicht so handelt wie es gehofft war.

Dabei bin ich doch eigentlich enttäuscht von mir.

Weil ich gewünscht und gehofft habe.
Weil ich glauben wollte, gewollt und gewünscht zu sein.
Weil ich hoffte, zuhause sein zu dürfen.

Weil ich glaubte, es ginge um ein paar Jahre.
Darum zu beweisen, dass ich es durchhalten, aushalten, schaffen kann.

Ich kann nicht mehr.

Kontaktlosigkeit frisst meine Seele auf.

Ich mag nicht mehr so leben.
Und ich mag nicht mehr hoffen auf etwas was nie sein wird.

Denn ich bin nicht was andere in mir sehen wollen.

Und vielleicht genüge ich nie.

Nicht als Freund und nicht als Freundin.
Nicht als Mensch der geliebt wird.
Nicht als Hand die ergriffen werden mag.
Nicht als Mensch an dessen Seite sich jemand zuhause fühlen kann.

Auch dann nicht, wenn ich selbst mir ein Freund und eine Freundin bin.
Wenn ich selbst mich annehme und liebevoll umsorge.
Wenn ich mich selbst als Mensch wählen würde, den ich an meiner Seite wünsche.

Einfach weil mich all die Regeln des sozialen Miteinander zermürben.
Vor allem weil mein Sein anders aufgefasst wird als es mir entspringt.

Ich bin nicht wen ein anderer in mir sieht.

Ich bin wer ich auf dem Grund meiner Seele wirklich bin.

Nicht die angepasste Fassade und nicht die Stimmung eines Tages.

Sondern immer das was darunter liegt und seine unendliche Farbenvielfalt sprüht, die nur der sehen kann, der mit seinem Herzen zu sehen vermag.

Ich wünsche euch nun einen angenehmen Dienstag.
🌈💜💕💜🌈

Alltags-Wahnsinn

Mein persönlicher Fuchur


https://pixabay.com/de/photos/fantasy-surreal-traum-hund-2890925/

Hallo ihr Lieben,

was habe ich aus der Energie gestern gemacht?
Ich habe meine längst ausgetrockneten inneren Tanks ein wenig aufgefüllt mit guten Erlebnissen, mit allem was meine Seele nährt und mein Herz mit Liebe erfüllt.

Ich bin nach Monaten in denen es untersagt war, gestern wieder in den Zoo gefahren.
Natürlich ist es nicht so wie es war. Meine geliebten Orangs sind noch immer leider nicht zu besuchen und gestern waren sie auch nicht auf der Außenanlage, so dass ich sie gar nicht sehen konnte.
Auch sonst ist vieles nicht wie gewohnt.
Und mein eigener Blick hat sich auch sehr verändert.
In vielerlei Hinsicht.

Schon auf dem Fußweg vom Auto zum Eingang habe ich Dinge wahrgenommen, die mir sonst nie so aufgefallen waren.
Ich schaue anders.
Nehme anders wahr.
Gefühlt mit viel mehr Sinnen als je zuvor.

Ich sehe nicht nur mit den Augen, sondern auch mit meinem Herzen.
Und das verändert die Wahrnehmung dessen dem ich begegne komplett.

Ich fühle eine Nähe und Verbundenheit wie ich sie aus meiner Kindheit kenne.

Nein, nicht zu Menschen.
Die werden mir wohl immer viel zu bedrohlich bleiben.

Ich fühle die Tiere und die Natur.
Ich spüre ihre Nähe, ihre Herzenswärme.
Ich fühle mich ihnen verbunden.
Selbst meinen Pflanzen auf dem Balkon

Schon vor ein paar Tagen, als ich am Morgen das Rollo hochzog und auf der Fensterbank eine völlig entkräftete Wespe oder Biene lag.
Ich konnte fühlen, wie sie die ganze Nacht über Stunden versucht haben muss, sich aus ihrer misslichen Lage zu befreien und wieder nach Hause zu kommen. Welche Panik sie gehabt haben muss.
So behutsam wie möglich hob ich sie mit einem Stück Papier auf, um sie am geöffneten Fenster auf das schmale Metall vor dem Fenster zu setzen. Damit sie sich dort sicherer und vor allem frei fühlen kann.
Ehe ich mich versah, war sie auch schon weggeflogen.

Nun ja, vor ein paar Jahren hätte ich ihr nicht geholfen, sondern vor lauter Angst zu Mitteln gegriffen, damit sie mir nichts tun kann.

Aber gestern bei dieser Energie, da brauchte ich den Zoo mit all seinen Tieren. Ich brauchte die Begegnung mit all denen, die ich über die Monate so vermisst habe.
Auch wenn ich gestern einige gar nicht sehen konnte, so waren die Begegnungen, die ich hatte, umso erfüllender.

Zum ersten Mal habe ich gesehen, dass es gar nicht ein Binturong ist, sondern dass sie als Paar gemeinsam leben. Und sie duften herrlich nach Popcorn und verströmen offensichtlich diesen Duft, wenn sie sich wohlfühlen. Zumindest roch es sehr danach als sie gefüttert wurden. Und das was sie bekamen waren Äpfel und Birnen, also weit weg von Popcorn.

Eigentlich war mit der Begegnung der Zoobesuch fast zu Ende. Aber eben nur fast.

Wir hatten zuvor die Eisbären nur schlafend gesehen.
Meine geliebten Eisbären. Diese so sanften Riesen.
Ich weiß, es sind Raubtiere.
Aber mit einer schützenden Scheibe zwischen uns fühle ich mich mit ihnen so sicher wie mit den Orangs.
Als würden sie mich schützend in ihre „Arme“ schließen, wenn es ginge.

Akiak, so haben sie ihn getauft, den weißen Riesen im Zoo, wurde gestern zu meinem Helden, der mein Herz mit einer Flutwelle an Liebe gefüllt hat.
Er schwamm im Becken seiner Wege, als ich mich direkt an eine Scheibe stellte, die ganz am Ende des Beckens ist.
Er kam direkt dort entlang, hob den Kopf aus dem Wasser und schüttelte ihn ordentlich.
Ohne, dass ich auch nur einen Tropfen hätte abbekommen können, fühlte ich für den Augenblick das nasse Wasser auf mir.
Ich musste lachen und blieb dort wie ein Kind stehen. Darauf wartend, dass er noch einmal käme, um es zu wiederholen. Und nochmal und nochmal.

Und er kam und ich fühlte mehr und mehr, wie er mir nah ist.
Wenn ich meine Hand auf die Scheibe legte und er seinen wuchtigen Kopf genau dort entlangstreifte.
Es fühlte sich an, als würde er in mein Herz sehen und ich in das seine.

Und selbst wenn das alles ganz unmöglich ist und vollkommen rumgesponnen, für diesen Augenblick habe ich es in einem Teil meiner Seele so empfunden und mich verbunden gefühlt.

Und ganz ehrlich, als er da so ankam, da hat er mich doch sehr an Fuchur aus Michael Ende’s „Die unendliche Geschichte“ erinnert. Es war das einzige dicke Buch was ich als Kind wirklich komplett und Zeile für Zeile gelesen habe. Und das nur, weil ich mich mit Bastian identifiziert habe und in diese Welt abgetaucht bin in der Fuchur mein Seelentier gewesen hätte sein können. Mein Beschützer in der Welt der Menschen.

Gestern war Akiak mein Fuchur.
Gestern bin ich mit ihm den Gesetzen der Realität entflohen.

Und er hätte ebenso eine winzige Biene oder ein Krokodil sein können.

Hauptsache eben kein Mensch.

Ich wünsche euch nun einen guten Start in die Woche.
Habt einen schönen Montag.

🌈💜💕💜🌈

Alltags-Wahnsinn

Das Leben atmen


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Hallo ihr Lieben,

es ist Sonntag, ich habe gestern Abend, eher schon in der Nacht gespritzt und sollte eigentlich jetzt erschöpft sein. Aber im Gegenteil. Ich bin sowas von munter und ausgeruht und voller Tatendrang und richtig guter Stimmung.
Einfach so. Ohne ein Ereignis oder irgendwas.
Ich schaue in den Himmel und freue mich einfach daran, dass die Welt ist und ich bin.

Und nein, es pustet nicht meine Sorgen weg und es bewirkt auch nicht, dass mein Leben plötzlich leicht und toll ist.

Aber es sorgt dafür, dass ich heute den Tag nutzen kann, um dieses innere Fass für „positive Erfahrungen“ ein wenig aufzufüllen.
Ich mag rausgehen und den Duft von Leben einatmen und meine Seele damit auffüllen, um mich daran ein wenig nähren zu können, wenn es wieder grau in mir scheint.

Und das alles ohne dabei zu vergessen, dass es auch andere Zeiten gibt. Ich muss das nicht ausblenden. Das darf auch sein.
Leben ist nun mal nicht nur toll und schön.
Umso wichtiger scheint es mir, das „Toll und Schön“ zu nutzen, wenn es dann da ist.

Denn solche Tage sind wie ein Gegengewicht für all die Schwere in meiner Seele.

Wenn ich Spaß habe und lachen kann, dann ist es als würde sich das Balsam auf den Wunden meiner Seele anreichern und noch mal besser wirken.
Es wiegt nicht mehr ganz so schwer, was alles schwierig in meinem Leben ist.
Nur für diesen Tag. Nur für diesen Augenblick.

Und den mag ich in vollen Zügen genießen und mich austoben.

An solchen Tagen tanze ich unter der Dusche und in der Küche und ich singe vollkommen schief laut zur Musik mit.
Und ich versprühe mit all meiner Lebendigkeit die buntesten Farben.

Umso krasser fällt es dann auf, wenn ich wieder in die Dunkelheit meiner verletzten Seele abtauche und alles zu verstummen scheint.

Aber auch diese Zeiten gehören zu mir.
Auch diese Zeiten scheine ich zu brauchen.

Vielleicht auch einfach, um mich zu erholen von der ungewohnten Lebendigkeit.

Ich wünsche euch einen schönen, einen tollen Sonntag.

🌈💜💕💜🌈

Alltags-Wahnsinn

Ich mach‘ mir die Welt wie sie mir gefällt


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Hallo ihr Lieben,

„Ich mach‘ mir die Welt wie sie mir gefällt“.
Einfach mal die Perspektive ändern und schon sieht alles ganz anders aus.

Tja, wenn man getriggert ist, erscheint es aus meiner Sicht ziemlich unmöglich, gleichzeitig wirklich anders zu denken. Ich meine damit nicht, dass es nicht möglich ist, einen anderen Gedanken zu denken oder ihn bewusst denken zu wollen. Viel eher meine ich damit, dass es schwer bis gar nicht möglich ist, im getriggerten Zustand einen anderen Gedanken glauben und als richtig annehmen zu können.

Wenn ich früher getriggert war, zu einer Zeit als die dissoziative Identitätsstruktur noch so massiv war, dass ein Anteil keinen Einfluss nehmen konnte auf einen anderen, dann bedeutete ein Trigger, dass ich switche und für die nachfolgende Situation kein bewusstes Erleben in der selben „Person“ haben würde.
So ein Switchen geschieht gewöhnlich in dem Bruchteil einer Sekunde. Wie das Niesen, wenn man etwas in die Nase bekommen hat.
Es ist ein Schutzmechanismus, der direkt umgesetzt wird.

Selbst wenn ich in dieser Situation einen anderen Gedanken hätte bewusst denken wollen, wäre das zeitlich nicht möglich gewesen, ehe die Dissoziation gegriffen hätte.

In dem Moment, in dem etwas Gesagtes in mir/uns angekommen ist, war es bereits zu spät, um eine Schutzreaktion abzuwenden.

Ich habe mich wirklich über Jahre abgemüht, möglichst die Kontrolle zu behalten und nicht zu switchen.
„Das kann doch nicht so schwer sein! Da ist doch gar nicht wirklich etwas was gefährlich wäre.“

Ja, so geht es nicht.
Meine Gedanken dazu waren schon wenig wertschätzend und verstehend.
Ich habe mich verurteilt und die Teile der Seele, die gelernt haben, unser Leben zu schützen.

Wie nun aber kann es gelingen, von „Ich verliere Zeit“ zu „Ich denke anders also reagiere ich anders“ zu kommen?

Aus meiner Sicht geht es nur darüber, dass ich lerne mit meinen Gefühlen anders umzugehen.

Ganz gleich um welches Gefühl es geht, folgt immer in uns eine Bewertung.

Ein Kind was geliebt, beschützt und getröstet wird, dessen Bedürfnisse angemessen gestillt werden und was aufwachsen kann mit Menschen, an denen es alles lernen kann was es für ein selbstbestimmtes und gutes Leben braucht, erlebt Gefühle gewöhnlich als Teil seines Lebens. Klar ist niemand gerne traurig oder ängstlich. Und niemand mag sich ständig ärgern.
Doch Gefühle schaffen auch eine Lebendigkeit in einem Menschen. Sie sind nötig, um sich lebendig zu fühlen und Kontakt mit dem Leben zu spüren.

Ein Kind jedoch, was vernachlässigt wird, was nicht beschützt wird und keine Liebe erfährt. Ein Kind was großen Gefahren ungeschützt ausgesetzt ist, erlebt eigene Gefühle als bedrohlich. Und damit auch den Kontakt mit der eigenen Lebendigkeit als gefährlich.

Wenn nun ein Gefühl auftaucht, bewertet das eine (behütete) Kind es als Zeichen von Lebendigkeit und das andere (traumatisierte) Kind es als Zeichen von Gefahr.

Entsprechend folgen die Reaktionen.
Und die bleiben nahezu unverändert im weiteren Leben erhalten, sofern man nicht bewusst und gezielt mit therapeutischer Hilfe die zugrundeliegende(n) Erfahrung(en) lernt zu verarbeiten und emotional nachreifen kann.

Was notwendig ist, um nicht mehr oder wenigstens deutlich seltener zu dissoziieren, ist eine neue Bewertung der Emotionen.

Und das wiederum kann nur gelingen, wenn wir behutsam lernen selbst dosieren zu können wie viel wir an Gefühl wann zulassen zu fühlen.
Denn wenn ein Gefühl nicht mehr zu 100% (und bei Trauma fühlt sich das dann eher wie 500% an) gefühlt werden muss, sondern vielleicht nur zu 30%, wird es auch um 70% weniger bedrohlich erlebt. Und wenn ich darum weiß, dass ich selbst das steuern kann, dann fühle ich mich auch den Gefühlen nicht mehr hilflos ausgeliefert. Und auch nicht der Dissoziation, denn auch die kann ich dann lernen stärker oder schwächer da sein zu lassen. (Und ich weiß von einigen, die nun denken, dass ich ein Fake sei, wenn ich das behaupte. Ich stehe nur nicht mehr da wo ich vor Jahren stand.)

Und daraus resultiert auch, dass ich meine Gedanken verändern kann.
Denn nur wenn ich außerhalb von Notempfinden bin, kann ich bewusst denken.
Im Notempfinden ist nur Kampf oder Flucht möglich. Und bei Komplextrauma dann meist Erstarren (Dissoziation).
Erst wenn es gelingt, dass ich das was ich fühle selbst dosieren kann, dann komme ich raus aus der Traumazeitreaktion der Flucht, des Kämpfens, des Dissoziierens.

Dann bin ich fähig, mich wie die Katze auf den Rücken zu legen und die Dinge aus anderer Perspektive zu betrachten und auch zu glauben, dass auch diese Betrachtungsweise möglich ist.

Dann kann ich mir die Welt machen wie sie mir gefällt.

Ich wünsche euch jetzt einen angenehmen und entspannten Samstag.

🌈💜💕💜🌈

Alltags-Wahnsinn

Manchmal hilft eine kleine Erinnerung


Hallo ihr Lieben,

ich vertrage keine Kuhmilch und bin auch kein ausgesprochener Fan von dieser Art Süßigkeit.
Aber nun, die Packung steht seit gestern in meinem Kühlschrank.
Sie steht dort, um mich bei jedem Öffnen der Tür daran zu erinnern, dass ich glücklich sein darf. Und sie zaubert ein Lächeln in mein Gesicht und für einen Moment fühlt es sich nach Freiheit in mir an.

Als ich gestern zum Zahnarzt fuhr, war das echt eine Herausforderung.
Das Auto total aufgeheizt und ohne Klimaanlage und so viele Menschen unterwegs, die mutmaßlich auch unter der plötzlichen Wärme leiden. Da verlernen manche komplett das Autofahren. Und wenn sich davon dann mehrere begegnen, steht alles und ich mittendrin. Bis dahin war ich nicht mal drei Minuten im Auto. 😅
Nun ja, die Fahrt war toll. Ein ewig langer Stau wegen einem am Straßenrand geparktem Paketwagen ließ mich dann erstmal leicht besorgt auf die Uhr schauen und dann doch grinsen als ich gesehen habe, wodurch es sich gestaut hat.
Nutzt ja nichts, sich aufzuregen. Das versaut einem nur selbst die Stimmung.

Es kam noch so einiges auf den 30 Kilometern Fahrt bis zum Zahnarzt. Und ich schaute immer nur mal besorgt zur Uhr. Aber alles gut. Es blieben sogar noch 5 Minuten um schnell zu meiner Freundin reinzuspringen um die Blase zu leeren, ehe ich beim Zahnarzt sitzen musste.
Blöd nur, dass ich dann feststellte, dass ich die Banane zuhause vergessen habe, die ich in mein Essen tun wollte.
Ja eigentlich kein Ding, dann kauf ich eben auf dem Weg eine ein.
Nur war ich seit Monaten nicht mehr alleine im Supermarkt.
Und dann dieser stressige Zahnarzttermin……. ich meine den Stress, den ich deswegen emotional hatte.

Und emotional war der echt eine Achterbahnfahrt mit dreifach Looping und irgendwelchen Drehungen und nass wurde es gefühlt auch.
Ich erspare euch die Details.
Mein Zahnarzt hat auf mein Drängen hin eine Röntgenaufnahme vom Zahn gemacht und wir waren beide unendlich erleichtert, dass der Zahn gar nichts hat. Er schmerzt, weil die Knirscherschiene nicht mehr richtig passt.

Es hat sich etwas verändert und nun passt das Alte nicht mehr gut.
(Das inspiriert mich zu ganz anderen Themen.)

Nun gut, ich war erleichtert und bin dann doch zum Supermarkt und habe mich gefühlt als wenn ich noch nie alleine eingekauft hätte.
Aber immerhin habe ich neben der Banane noch an die beim letzten Einkauf nicht bekommene Futtersorte für meine Katze gedacht und ja, da entdeckte ich an der Kasse diese Yogurette-Packungen.
„Schön, dass es dich gibt“ hätte auch zur Auswahl gestanden, aber ganz ehrlich, das wäre too much für mich, um mich momentan in eine positive Stimmung zu bringen und dort zu halten. Auch wenn es natürlich stimmt, dass es schön sein sollte, dass es mich gibt.

Noch mehr ist es mir wichtig, mich zu erinnern, dass ich glücklich sein darf.
So unendlich wichtig.

Und so ging der Tag dann auch weiter.
Auch auf der Rückfahrt mit diversen Autofahrern, die ziemlich kopflos waren.
Aber ich blieb ruhig. Auch wenn mir einmal das Wort mit dem A rausgerutscht ist. In mir drin war keine Lawine. Der Typ hat mir die Vorfahrt genommen und sich auch noch bedankt. 🙄 Dabei hatte er nicht mal das passende Auto. 😉🤣

Was soll’s, ich war auf dem Weg nach Hause, um meinen vergessenen Bescheid vom Fond zu holen, um damit ins Musikhaus zu fahren. Und ich war aufgeregt.

Und ich war zunehmend aufgeregt, bis ich da war und anfangen konnte zu spielen.

Dann schlossen sich meine Augen und ich war eins mit dem Trommeln meiner Hände.

Und ich war glücklich.

Einfach aus mir selbst heraus.

Weil ich ein gutes Gespür dafür hatte, was ich brauche, um dieses Gefühl zu bekommen. Denn nichts läßt mich besser entspannen als die Rhythmen, die aus meinem Sein heraus entstehen.
Wenn ich mir selbst erlaube, sie entstehen zu lassen.

Ich wünsche euch nun einen schönen Tag und weil heute Freitag ist, auch später einen guten Start ins Wochenende.

🌈💜💕💜🌈

Alltags-Wahnsinn

Gedanken produzieren Angst


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Hallo ihr Lieben,

eigentlich ist heute ein Tag auf den ich mich freuen kann. Ich habe fast den ganzen Tag ein Auto und kann mich frei bewegen. Und obendrein ist geplant, dass ich am Nachmittag ins Musikhaus fahre um das bestellte Instrument auszuprobieren. Darauf warte ich schon so lange. Und es war mir zu warm, um mich alleine zu wagen.
Und ein Eis ist bestimmt auch danach noch drin.

Wenn da nur nicht die Tatsache wäre, dass ich einen Zahnarzttermin habe und es eine unglaubliche Angst in mir gibt. Und mich mal wieder nichts wirklich beruhigen kann. Ganz wie in alten Zeiten, wenn ich krank wurde vor Angst. Dabei ist es nur eine Kontrolle und Zahnreinigung und das ist ja nie wirklich schlimm.

Das hilft nur der Angst wenig, dass mein Kopf das so sieht.
Die Angst erzählt mir, dass da Schmerzen an einem Zahn sind und das bestimmt schlimm entzündet ist und der gezogen werden muss und wir doch dann erst mit dem Rheumatologen absprechen müssen wie wir dann spritzen dürfen. Und der ist ja richtig schwer zu erreichen.

So ein Angstkarussell fängt sich dann an zu drehen.

Und da helfen keine Erklärungen und keine Beschwichtigungen.

Es ist diese Angst vor dem was kommt und nicht verändert werden kann.
Wie zulaufen auf einen Abgrund und den Weg nicht verändern können.
Die große Quittung, weil ich mich nicht längst gemeldet habe.

Und dann fällt mir wieder die Erinnerung meiner Freundin ein, dass der Doc ganz nett und verständnisvoll ist.
Oh ja, er hat selbst Angst vor Spritzen und hat meine Ängste bisher immer sehr gut verstanden.

Nur wenn ich davor stehe und die Angst mich fesselt und lähmt, dann wünsche ich mir lieber krank zu werden und den Termin nicht wahrnehmen zu können, als dort hinzufahren.

Es ist ein Innenkind, was da schlimm Angst hat.
Angst, bestraft zu werden und dann wird es richtig schlimm. Sowas wie Zahnziehen ohne Betäubung. Oder ganz teuer und wir können das nicht bezahlen.

Als ich ein Kind war, musste ich oft alleine oder mit meiner Schwester zum Zahnarzt gehen. Da war niemand da, der Verständnis für Angst hatte und niemand, der mich beschützt hat oder mir Mut zusprach.

Meine Kleine innen hat furchtbar Angst. Ich fühle das und ich kann alles hören was sie denkt.
Und ich fühle, wie sich im Bauch schon der Stress zeigt.

Den wir gerade selbst produzieren.

Also versuche ich alles ein wenig auszubremsen.

Möglicherweise ist es gar nicht so schlimm wie es sich anfühlt.
Und selbst wenn es schlimm ist, so werden wir es dennoch aushalten und überleben können.
Es wird nichts geschehen, was uns in Gefahr bringt und nichts vor dem wir weglaufen müssen.
Ein ganz normaler Zahnarzttermin bei dem uns nichts geschehen wird.
Vielleicht röntgt er den Zahn und schaut ihn sich an.
Möglicherweise ist es auch nur ein Druckschmerz, weil wir zu sehr die Zähne aufeinander beißen. Sowas kennen wir.

Ich versuche sie zu beruhigen.
Ihr zu vermitteln, dass ich da bin und ich zu diesem Termin gehe. Sie darf sich derweil zurückziehen und muss es gar nicht mitbekommen.
Ich kann das gut aushalten und ich kann mit ihm sprechen und alles klären und mich kümmern.

Wenn nur Worte wirklich wirken würden………

Aber so manchmal, ganz manchmal gelingt es dadurch wenigstens, dass die Angst nicht mehr so lähmt.

Die Angst, die wir selbst durch unsere Gedanken hervorrufen und anheizen.

Ich wünsche euch jetzt einen schönen Tag, einen angenehmen Donnerstag.

🌈💜💕💜🌈

Alltags-Wahnsinn

Gefangen in Erinnerung


Hallo ihr Lieben,

ich sitze wieder ungewohnt zum Schreiben in der Küche. Um meiner Katze den Gefallen zu tun, dass sie hier nahezu draußen sein kann und ganz nebenher kann dadurch auch Durchzug in der Wohnung sein. Durch die Wärme in der Wohnung kann ich kaum noch richtig denken. Mein Kopf fühlt sich ganz matschig an. Na ja, vielleicht auch, weil der Heuschnupfen nicht gerade wenig da ist und ich von Zeit zu Zeit Sorge habe, krank zu sein.
Aber eigentlich sind es nur die klassischen Symptome, die ich wärmebedingt in dieser Jahreszeit immer bekomme. Und in diesem Jahr war es mal wieder ein Sprung aus einem kläglichen Frühjahr in den andauernd warmen Sommer. Da braucht mein Körper eigentlich mehr Eingewöhnung als die Wohnung zulässt. Denn die ist innerhalb weniger Tage aufgeheizt.
Und wird zum Dauertrigger über den Sommer.

Die heruntergelassenen Rollos, die die Wohnung verdunkeln, geben meiner Seele das Gefühl, gefangen zu sein.
Der Kopf ist dabei matschig als wenn ich auf den Drogen bin, die mir verabreicht wurden als ich ein Kind war.
Und dann suche ich Licht in dem einzigen Raum, den ich an den meisten Tagen des Sommers nicht abdunkle, weil dort nur die Sonne ganz früh ist. In meiner Küche. Und hocke da auf dem Stuhl und fühle mich wie als Kind, wenn ich mich nicht rühren durfte.

Und ich sitze hier und habe größte Mühe zu schreiben, weil mein ganzes Fühlen in Traumazeit ist…………..
Und weil ich unendlich müde bin.

Da nutzt der idyllische Ausblick wenig und das mich Erinnern, dass heute vieles anders ist auch nicht.

Ich erinnere mich der Tage meiner Kindheit, wenn die Gardinen vorgezogen waren und dadurch alles so dunkel wirkte.
Aber noch viel mehr erinnere ich mich an diesen Sommer in dem die Angst mich in die Wohnung sperrte und ich mich kaum auch nur mal wagte von der Couch aufzustehen oder von dem Stuhl vor meinem PC.
Soweit kommt es heute nicht mehr.
Ich gehe sogar mit Schwindel duschen und je nachdem wie schlimm er ist auch vor die Tür.

Und dennoch, dieses Sitzen in der Küche fühlt sich schlimm an.
So saß ich hier wie angeklebt, als ich hier eingezogen war. Damals noch ein anderer Stuhl. Heiß war es da auch, zumindest anfangs. Und dennoch hatte ich in brütender Hitze ohne Sonnenschutz die Wohnung gestrichen und den Umzug bewältigt.

Aber der Wärme nicht zu entkommen, das bewirkt Erinnern an diese Zeit im Sommer 2003 als ich gefangen in der Angst war und es 10 weitere Jahre blieb, ehe ich vorsichtig Schritte gemacht habe, um wieder zu „leben“.

Die Coronabeschränkungen hatten eine ähnliche Wirkung auf mich.
Und haben sie noch immer.
Denn gerade wenn wieder mehr geht, stoße ich an meine eigenen Beschränkungen umso deutlicher an.

Und dann strecke ich mich auf dem Küchenstuhl und erreiche mit meinen nackten Füßen das Heizungsrohr an der Fußleiste und fühle, dass es warm ist.
Nun mag man erahnen, warum meine Wohnung sich derart aufheizt, obwohl ich Durchzug habe.

Zum Glück erinnert mich das Gefühl am nackten Fuß auch daran, dass es eben diese meine Wohnung ist und wir das Jahr 2021 haben und ich mich jederzeit frei bewegen kann und in jedem Augenblick eine eigene Entscheidung treffen darf.
Und wer nun denkt, ich würde die Heizung mit Absicht laufen lassen, der irrt. Meine Heizung funktioniert eh nur in Küche und Bad und bei diesen Temperaturen gar nicht.
Es sind Rohre, die durch das ganze Haus laufen, die hier warm sind. Also nichts was ich ändern kann.

Ich wünsche euch jetzt erstmal einen schönen Mittwoch. Passt gut auf euch auf und versucht immer mal Pause in eurem Tun zu machen. Einfach, um dem Raum zu lassen, was ihr wirklich seid.

🌈💜💕💜🌈

Alltags-Wahnsinn

Luxusprobleme im Viele-Leben


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Hallo ihr Lieben,

ich wollte längst geschrieben haben, aber heute ist so ein Tag an dem wir uns in jeder Kleinigkeit verlieren. Alles wird genutzt, um darin abzutauchen, zu verschwinden, der Welt zu entfliehen.

Was ist denn aber gerade so sehr zu viel?

Mancher wird meinen, diese gewöhnlichen Alltagssorgen seien Luxusprobleme.
Denn so klingt es, wenn ich davon berichte, was mich stresst.

Solche alltäglichen Situationen wie:

  • wir brauchen dringend eine neue Jeans
  • neue T-Shirts werden auch mal gebraucht
  • die Heizungsabrechnung ist gekommen und muss ans Amt geschickt werden, damit das Geld verrechnet wird
  • das Armband unserer Uhr ist kaputt und wir brauchen entweder ein neues Armband oder eine andere Uhr
  • und wo wir schon dabei sind, neue Unterwäsche wird auch schon seit ewig gebraucht
  • und letzten Samstag standen wir mit einem nicht mal viertel gefüllten Einkaufswagen an der Kasse und mussten dafür 120 Euro bezahlen

Alles alltägliche Dinge.
Und für uns ist jeder Punkt davon ein Faktor in der Waagschale „Belastung“.
Manche wiegen leichter und andere schwerer und sehr schwer.
Anders ausgedrückt schieben wir einige bereits länger geschickt weg und auf die „lange Bank“ und andere lassen sich nicht schieben, verdrängen, auf Dauer ausblenden.

Es fühlt sich schlimm nach Kontrollverlust an und nach den Überblick verlieren.

Weil gerade alles zu viel ist?

Oh, man könnte es meinen und sich fragen was da denn zu viel ist.

Bei meinem Ausflug ins Abtauchen bekam ich einen Zettel in die Hand, der schon seit etlichen Jahren in meinem Schreibtisch ist. Ich habe mir mal irgendwann auf einem Markt meine Hand analysieren lassen. Also mir aus der Hand lesen lassen.
Und da steht im letzten Absatz ein Satz, der mich beschreibt und es doch nicht tut.

„Sie haben Vergnügen daran, anders zu sein als die anderen.“

Oh ja, ich liebe es, gegen den Strom zu schwimmen und mein ganz eigenes Ding zu machen.
ABER:
Ich lebe das nicht wirklich so aus wie es für mich authentisch wäre.

UND wann immer ich damit an eine Grenze stoße passiert was gerade geschieht.

Ich kämpfe und kompensiere dieses innere Kämpfen durch viel zu viele Einkäufe die ich mir nicht leisten kann.

Jeder Teil meiner Seele will sich dann sofort und unbedingt zu 100% authentisch zeigen und das ausleben.

Und da denkt meine Hausärztin, dass meine auffallend bunten Schuhe das einzige sind, worin ich mich von der Masse unterscheide.
Denn genau das ist es eben.
Ich unterscheide mich nicht in wirklich auffallender Weise.
Und auffallen will ich auch überhaupt gar nicht.

Nur ich sein.

Doch momentan bin ich wir.
Und das sehr deutlich und auffallend.
Wie zwei (und noch deutlich mehr) Pole die so weit auseinanderliegen wie Nord- und Südpol.

Gehe ich mal die Liste durch…….

  • kaufen wir die neue Jeans in der Herrenabteilung? Da sitzt sie am Bund bestimmt zu hoch. Also doch in der Damenabteilung. Aber da ist es ultraschwer eine zu finden, die passt und gefällt und dann sind die auch alle unglaublich teuer.
  • ein T-Shirt haben wir nun wenigstens mal gekauft, aber viel mehr geht auch nicht, weil wir uns das nicht leisten können. Und die, die billiger sind, sehen einfach blöd aus. Und überhaupt müssen wir ja erstmal was finden, was wir auch alle mögen.
  • die Abrechnung muss nur eingescannt und eine Mail geschickt werden. Eigentlich ganz easy. Nur dann lastet das Gefühl, kein Geld zu haben und mir nicht leisten zu können was ich brauche noch schwerer. Also wird das gedanklich geschoben, was es nicht leichter macht.
  • oh, die Uhr, ja, das ist sowas. Wir haben uns in eine verguckt, die wir unbedingt wollten. Die ist aber auch entsprechend teuer. Und dann stellten wir auch noch fest, dass die eigentlich ziemlich groß für unser Handgelenk ist. Aber wir mögen die und nicht irgendeine andere. Die Jungs in uns wollen die und die Mädels mögen die Farbe auch, aber eben nicht, dass sie so groß ist. Was ein Chaos. Und dann werden kurzerhand zwei bestellt, damit alle zufrieden sind. Abgesehen von denen, die die Finanzen im Blick haben und deren Sorge noch größer wird.
  • die Unterwäsche, oh weh oh weh, das blödeste Thema überhaupt. Es darf nicht dies und es darf nicht das. Im Geschäft kaufen geht eh auch nicht und eigentlich gibt es das was wir wollen auch nicht, also suchen wir immer Kompromisse. Die wir dann aber auch in eigentlich jedem Monat zu teuer finden, um sie umzusetzen…………. und alles nur, weil das was wirklich gewollt wird nicht erlaubt werden kann und wir dann so rumeiern und uns nicht trauen, was anders zu machen, was auszuprobieren. Sowas wie einen Schritt zu machen mit dem wir uns wegbewegen von dem was anerzogen ist.
  • tja und im Ergebnis landen wir dann mit einem Einkaufswagen überteuerter Lebensmittel, die wir möglicherweise gar nicht alle essen werden, an der Supermarktkasse und fühlen die Panik bei dem Betrag, weil doch eigentlich gespart werden müsste. Und innen hocken die Kinder von damals, die schon immer zu teuer waren und denen schon früher viel zu oft angedroht wurde, dann hungern zu müssen……….

Aber alles reine Luxusprobleme.
Nicht wirklich schlimm.
Versteht auch keiner.

Während in mir der Kampf weitergeht.

Nur, weil ein paar Anteile sich eben etwas bewegen wollten……….
Nur, um authentischer das auszuleben wie wir uns fühlen.

Weil wir eben viel zu sehr verinnerlicht haben, nicht anders sein zu dürfen als andere.
Dabei wären wir so gerne einfach nur der Mensch der wir tief in uns eigentlich sind.

Aber wenn man aus der dunklen Höhle schaut, wirkt die Welt auch erschreckend bunt und hell.
Es wirkt dann auch gefährlich, sie betreten zu wollen……….
Ach ja, seufz, wir würden einfach gerne Anlauf nehmen und mit einem Sprung in ein neues Leben.
Das klingt sehr nach den männlichen Anteilen von uns. 🙃🏃🏼‍♂️

Ich wünsche euch einen schönen Dienstag.
🌈💜💕💜🌈