Alltags-Wahnsinn

Echo alter Fesseln


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Hallo und guten Morgen ihr Lieben,

eigentlich mag ich den Duft von Lavendel nicht so sehr. Zumindest nicht wenn er sich in meiner Wohnung verteilt und im Übermaß alles andere überdeckt.

Aber ich liebe dieses Lila.
Und die Kontraste in der Natur.
Und überhaupt die Vorstellung von endlosen weiten lilafarbenen Feldern.

Denn dieses Lila steht wie keine andere Farbe für mich für das Gefühl von Geborgenheit.

Als ich ein Kind war, sagte meine Mutter häufig diesen Ausspruch: „Lila ist der letzte Versuch.“
Ich habe es verstanden als: „Lila ist ganz schrecklich, das kann niemand mögen.“

Lila gab es in meiner Kindheit nicht.
Geborgenheit auch nicht wirklich.

Mir vorzustellen, ganze Felder und Landschaften voll lilafarbigen Blüten, als Kind hätte das meine Vorstellungskraft gesprengt.

Und noch mehr wäre es unerwünscht gewesen, ich hätte ausgerechnet diese Farbe zu meiner liebsten Farbe erklärt.

Ich hatte ein unausgesprochenes Ziel, was über allem stand.
Meiner Mutter gefallen wollen.
Von ihr geliebt werden.

Ich musste also alles tun, damit ich dem entspreche, was sie mag.

Sie mag nicht Lila und nicht Grün.
Also liebte ich Blau, das schien in Ordnung zu sein.
Welches ihre Lieblingsfarbe ist, das weiß ich bis heute nicht.
Zumindest weder Lila noch Grün.

Aus purem Protest habe ich als Teenager angefangen, grüne Sachen zu wollen.
Sie konnte es nicht ausstehen, diese Farbe immerzu vor Augen zu haben.

Wenn sie mich schon nicht lieben kann, dann soll sie mich wenigstens hassen.
Immerhin nimmt sie mich dann überhaupt wahr.
Wenigstens bemerkt sie mich dann.

Es war mein Protest gegen all die Gleichgültigkeit an meiner Person.
Ein Rebellieren gegen einfach alles.
So zumindest wirkte es.

Und wenn ich heute in meinen Kleiderschrank schaue, sehe ich einen ganzen Stapel in jedem erdenklichen Grün.

Und der Pulli den ich in diesem Winter am meisten getragen habe ist so lila wie die Lavendelfelder.

Gegen meine Mutter rebellieren brauche ich schon lange nicht mehr und ich mache es auch nicht.
Vielleicht habe ich es nie wirklich beabsichtigt.
Nur gewirkt hat es wie eine Rebellion.

Und eigentlich war es der Kampf eines Teenagers, sich zu befreien von den Fesseln, die Regeln auferlegt haben, die nicht passten.

Ich wollte ich sein dürfen.
Mit eigenen Vorlieben und eigenem Geschmack.
Ich wollte lieben dürfen, was mir gefällt und ablehnen was ich nicht mag.
Einfach ganz und gar ich sein dürfen, ohne dafür abgelehnt oder bestraft zu werden.
Ohne überhaupt angedichtet zu bekommen, damit etwas erreichen zu wollen.

Ich wollte einfach die Farben um mich, die mir gefallen.

Keine Kommentare, dass Lila der letzte Versuch sei und Grün hässlich ist und Rosa was für kleine Mädchen.

Erst viele Jahre später gestattete ich mir, eine eigene Meinung zu haben, die nur mir entsprechen musste.

Ich gestattete mir erst dann, frei zu wählen was ich mag und was ich nicht mag.

Ich mag kein Rot.
Das mochte ich noch nie.

Und dennoch habe ich vor einiger Zeit, als die Geschäfte noch geöffnet waren, rote Bettwäsche gekauft.

Einfach, weil es manchmal Ausnahmen gibt und weil nicht alles für immer und jeden Moment gilt.

Ich habe die gleiche Bettwäsche auch in pastellfarbenem Lila.

Und ich liebe sie beide.

Während ich keine einzige Bettwäsche in grün besitze, obwohl ich den ganzen Schrank voll grüner Bekleidung habe.

Ja, und da spüre ich die alten Regeln meiner Mutter.
Danach müsste die Bettwäsche in den Farben sein, die ich auch im Alltag trage und mag. Unterschiede wären Indizien für Widersprüchlichkeit. Die würden mich als unsicher entlarven. Was aus ihrer Sicht schlecht war.

Ich nenne es heute vielfältig.
Ich liebe bunt und individuell.

Ich habe die Begrenzungen im Denken meiner Mutter als Kind übernehmen müssen.
Es waren die Begrenzungen nach denen ich mich richten musste, um gut mit ihr leben zu können.

Heute fühle ich sie manchmal noch wie der Nachhall von Fesseln, die sehr lange und viel zu fest an Körper und Seele waren.

Es ist ein Echo von etwas, was lange schon nicht mehr da ist.

Ich habe mich davon befreit.

Auch wenn ich in meinem Herzen noch den Kummer fühlen kann, nicht von meiner Mutter geliebt gewesen zu sein.

Es tut mir für das Kind was ich war unendlich leid.

Denn es gab nichts an mir, weshalb ich nicht liebenswert gewesen wäre.

Höchstens die Tatsache, dass ich nicht wirklich Ich sein konnte.

Nicht mal in meiner Phantasie.

Auch wenn ich da meinen roten Wollpulli gegen ein lila Sweatshirt tauschte.

Nichts in der Welt hätte meine Mutter von ihrem Seelenleid befreien können.
Einzig sie selbst hätte es gekonnt, wenn sie es gewollt hätte.

💜

Ich wünsche euch nun einen schönen, entspannten Sonntag.
🌈💜💕💜🌈

Alltags-Wahnsinn

Fokussieren anstatt zu dissoziieren


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Hallo und guten Morgen ihr Lieben,

dieses Bild fasziniert mich.

Es begeistert mich, weil es etwas Wunderbares bewirkt.
Es bringt mich ohne Mühe dazu, meinen Blick auf die Beleuchtung zu lenken und ihn dort ruhen zu lassen.
Auf diese Weise blende ich die Menschenmenge, die sich dort aufhält, vollkommen aus.
Ich sehe nur das Licht.

Fokussierung ist für mich eine der wertvollsten Fähigkeiten.

So wie ich mit meiner Kamera die Details heranzoomen und fokussieren kann, besitze ich auch mit meinen Sinnen diese Möglichkeit.
Ein jeder Mensch kann das, wenn er es gut übt und sich zunutze macht.

So wie ich die Fähigkeit besitze, Dinge aus meinem Bewusstsein auszublenden und etwas so nicht als belastend wahrnehme, kann ich daraus auch einen Nutzen ziehen, der mir im positiven Sinn hilft.

Zu dissoziieren ist ein unbewusster Reflex, der in großer seelischer Not entsteht.
Mit der Zeit weitet sich der Radius dessen aus, was als seelische Not erlebt wird. Und entsprechend nimmt die Dissoziation zu.
Es gibt darüber keine Kontrolle, weil letztendlich die Angst-Vermeidung-Strategie ein eingespieltes Überlebensmuster ist, was nur einen Sinn hat. Nämlich die Gefahr zu überleben ohne dabei Schaden zu nehmen.
Und das geht am sichersten durch Vermeidung.

Diese Strategie wird ja gerade sozusagen weltweit gefahren.
Wir vermeiden alle eine Ansteckung mit dem Virus, um möglichst sicher zu überleben.

Nun, ich halte nicht viel von Vermeidung.
Denn sie hat eine Folge, die ich persönlich so für mich nicht möchte.

Vermeidung gibt dem was vermieden wird eine unglaubliche Macht.
Das wird zum Feind erklärt.
Zum Monster.
Und wenn ich das Monster nicht anschaue und ihm nicht begegne, dann kann es mir nichts tun.
Aber es bleibt dann eben auch das fremde Monster, was gefährlich ist.

Ja, manchmal habe ich solche Gedanken, dass ich mich lieber schon angesteckt hätte. Denn dann hätte ich es erlebt und vielleicht wäre meine Angst dann weniger stark, weil ich das Monster Virus kennen würde.

Aber stattdessen tue ich momentan das, was ich anfangs geschrieben habe.

Ich fokussiere.

Und zwar lenke ich meine Aufmerksamkeit voll und ganz auf den Augenblick und auf das was heute und jetzt ist.
Ich fokussiere das, was in diesem Augenblick von Wichtigkeit ist.
Und dabei rückt alles in den Hintergrund, was gerade nicht so wichtig ist.

Ich habe unglaublich Lust auf ein Eis. Aber meine geliebte Eisdiele hat noch geschlossen.
Nun kann ich meinen Fokus darauf belassen, dass ich Sehnsucht nach Eis habe. Die Sehnsucht wird wachsen, mein Frust auch und es wird mir entsprechend schlecht gehen.
Ich kann aber auch den Fokus auf das lenken, was jetzt ist.
Auf ein leckeres Frühstück.
Auf ein tolles Erlebnis beim Spaziergang.
Wie ich meiner Katze beim Spielen zusehe.
Auf den Klang des plätschernden Trinkbrunnens neben meinem Bett.
Und auch auf die wahnsinnigen Kopfschmerzen, die mich seit Tagen begleiten.

Ganz im Gegenteil zur Dissoziation treffe ich selbst die Entscheidung, was genau ich fokussieren will.
Ich entscheide worauf ich meine Aufmerksamkeit lenken will und wieviel davon.
Damit entscheide ich auch bewusst, was ich wachsen lassen will.

Konzentriere ich mich auf den Kopfschmerz, wird er immer schlimmer.
Richte ich 100% Aufmerksamkeit auf das Plätschern des Brunnens, wird es zu einem störenden Geräusch.
Lenke ich jedoch den Fokus voll auf den Geschmack von etwas was ich sehr mag, weitet sich dieses Erleben in mir aus.

Somit habe ich selbst in der Hand, ob ich wie im Bild die Menschenmenge wahrnehme oder meinen Fokus auf das lenke, was mir angenehmer ist.
In diesem Fall das ruhende Licht.

Wenn ich lerne meine Aufmerksamkeit gut zu fokussieren, und zwar so, dass ich mir damit Gutes tue, dann erübrigt sich jede Dissoziation.

Ich erhalte damit wieder Kontrolle und Selbstbestimmung zurück.

Und gewinne die Fähigkeit der Selbstberuhigung hinzu.

Allerdings gelingt das wirklich nur dann, wenn man dabei nicht wichtige Teile seiner Seele ausblendet, sondern sie alle mitnimmt.

Denn sonst meldet sich schnell jeder erlernte Überlebensmechanismus, der letztendlich nur einem selbst Schaden zufügt.

So wie das immer ist, wenn man rennt anstatt achtsam zu gehen.

Ich wünsche euch allen einen schönen Samstag.
🌈💜💕💜🌈

Alltags-Wahnsinn

Ein Ich


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Hallo und guten Morgen ihr Lieben,

ich habe heute bewusst ein Auge gewählt, denn Bilder von Augen stehen für mich für eine bestimmte Zeit in meinem Leben.

Wie innere Augen erschienen mir die Anteile meiner Seele, die ich dissoziiert hatte.
Sie fühlten sich an wie Beobachter, die mein Handeln kommentieren und beurteilen würden.
Wie Zeitdiebe.
Wie Feinde, die mir das Leben schwer machen.

Es ist 27 Jahre her, dass wir auf einer Parkbank saßen und ich erstmals aussprach, dass ich Zeit verliere, dass ich Stimmen in mir höre, dass ich nicht immer ich bin.

Ich stellte sie auf Bildern da.
Meist als Augen, oft auch als Vögel im Hintergrund.
Anfangs fünf.
Dann sieben.
Und schnell waren es 42.
Später landeten wir bei weit über 100.

Heute ist das alles fast Geschichte.

Fast.

Denn geblieben sind die feinen Linien, die wie eine Naht spürbar sind.
Diese Linien, die hier und da spüren lassen, dass es mal eine Trennung gab.

Vieles ist seitdem anders geworden.
Und manches wird immer bleiben.

Ich würde sie heute nicht mehr als Augen oder Vögel malen.
Ich würde sie nicht mehr als getrennt von mir darstellen.
Es käme mir nicht in den Sinn, meine Geschichte zu erzählen, als hätte sie nichts mit mir zu tun, weil sie sie erlebt haben.
Ich schiebe ihnen nicht eine Verantwortung zu, die ich zu tragen habe.

Wenn ich Traurigkeit spüre, dann ist sie mein Gefühl ebenso wie das eines Innenanteils oder gar mehrerer.
Ihre Hürden sind auch die meinen.
Ihre Fähigkeiten gehören zu mir.
Wir gehören zueinander.
Wir sind ein Ganzes.
Und doch waren wir in der Eigenwahrnehmung getrennt.

Zersplittert.
Auseinandergefallen wie ein Puzzle.
Ein Puzzle von dieser Sorte bei der man denkt, es würde kein Gesamtbild ergeben können.

Ich habe mir manchmal vorgestellt wie es sein würde, ich wäre wieder ein Ganzes.
Und dann wollte ich nicht die Essstörung mancher.
Ich wollte nicht das merkwürdige Kontrollieren einiger.
Ich wollte nicht die Depression und nicht dieses und nicht jenes Verhalten.

Kurzum: Ich wollte dieser Mensch nicht sein.

So war es in meiner Vorstellung und das war das Ergebnis.

Ich lehnte mich ab.
Und ich bekämpfte mich.
Ich tat alles, um Viele zu bleiben.
Um ja nicht mit all dem leben zu müssen.

So wäre es geblieben, hätte ich mich nicht vor neun Jahren neu auf den Weg gemacht.

Auch wenn ich damals schon entschieden war, nicht ganz werden zu wollen.
Nun bin ich es doch geworden.

Und es ist ganz anders als ich es mir vorgestellt habe.

Es ist einfach ein Ich mit vielen Facetten.

Das Ich, was ich immer schon war.

Nur ohne Zeitverluste und innere Feinde.

Ein Ich was sich kennt und annimmt.

Eben das, was ich mir nie hätte vorstellen können.

Das was vor 27 Jahren gar nicht möglich und sinnvoll gewesen wäre.

Heute fühlt es sich gut an.

Mit allem in mir.

💜

Ich wünsche euch einen schönen Freitag, einen guten Start ins Wochenende.
🌈💜💕💜🌈

Alltags-Wahnsinn

Wie es scheint


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Hallo und guten Morgen ihr Lieben,

auf der Suche nach einem Bild für heute habe ich tobende Kinder an einem Strand gesehen und Sonnenaufgänge über weiter Landschaft. Ich wollte eine Nahaufnahme vom Morgentau wählen, als ich dann im Augenwinkel diese Blätter entdeckt habe.

Sie sind unscheinbar und das Bild wirkt sehr dunkel und trist. Kaum Kontraste, kaum Farbe. Kein Leuchten, kein Frühling, keine Lebendigkeit.

So wie das Leben scheint, wenn die dunklen Wolken der Depression einen umhüllen.
Keine Lebendigkeit.
Keine Farben.
Kein Licht.
Nichts, wofür es lohnenswert scheint.

So scheint es.

Denn so lassen uns die Wolken auf alles blicken.
Sie vernebeln die Sinne und legen eine schwere Last auf unser Erleben.
Sie wirken wie ein Filter, der nur noch Schwere, Leid und Dunkelheit erkennen läßt.

Ich glaube, ich kenne die Pflanze, die diese Blätter hervorbringt.
Ich bin sogar ziemlich sicher, sie zu kennen.

Ich bin ihr begegnet, da befand ich mich 1400 km weit von dem Ort entfernt an dem ich heute lebe.
Wir waren im Urlaub in der Bretagne. Es war der Weg, den wir an jedem Morgen an der Hauptstraße entlang gingen um für das Frühstück einzukaufen.

Diese Baum war von einer tollen Gestalt.
Eigentlich nicht mal auffallend groß und extravagant.
Und dennoch fiel er auf.

Denn er trug leuchtend rote Blüten, die ausgesprochen filigran geformt waren.

Und solche Blätter waren mir nie zuvor begegnet.
So zart und fein angeordnet. Sie wirkten so weich und verletzlich und dennoch perfekt so wie sie waren.

Es war dieses gänzlich Fremde an ihm, was mich faszinierte.

Seine Blätter trägt er immer.
Auch dann, wenn die leuchtenden Blüten verwelken und keine Insekten und Vögel mehr Nahrung auf ihm zu finden scheinen.
Sein Stamm bleibt und all seine Zweige und diese wunderschönen Blätter, die ich stets berühren mag.

Wenn die dunklen Wolken aufziehen und alle Helligkeit und jede Lebendigkeit verbergen, dann bleibt dennoch alles da was immer schon liebenswert war.

Fragen wir einmal den Käfer, der im einem Spalt in der Baumrinde seine Nahrung findet. Oder das Insekt, was in einer Ritze einen geschützten Platz zum Ausruhen hat. Die kleine Pflanze, die im Baum den Schatten findet, den sie braucht.

Er mag unscheinbar wirken, wenn wir nur seine Blätter sehen.
Wenn wir ihn in einer Zeit betrachten, in der er nicht blüht.
Wir ahnen nichts von seiner einzigartigen Pracht.

Und dennoch ist er außergewöhnlich toll.

💜

Ich wünsche euch nun einen schönen Tag.
Heute ist Donnerstag.

🌈💜💕💜🌈

Alltags-Wahnsinn

Nackte Füße auf kahlem Boden


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Hallo und guten Morgen ihr Lieben,

gestern war ein sehr stressiger Tag für mich. Und vermutlich hätte er auch manch anderen Menschen gestresst.
Und dennoch wäre es sicherlich anders ausgegangen………..
Denn Stress ist so ein Begriff der für jeden eine andere Bedeutung haben kann.

Also, gestern hatte ich zwei Termine dicht hintereinander und eine dritten, der eigentlich kein Termin war, sondern nur etwas was ich noch innerhalb der Öffnungszeit zu erledigen schaffen musste.
Entsprechend war ich unter Zeitdruck.

Nun, auf die Frage meiner Freundin, ob ich sehr im Stress sei, als ich noch zuhause war und sozusagen in 10-Minuten-Taktung meine Schritte erledigte, antwortete ich, dass ich total gestresst bin. Gewöhnlich gebe ich mir 30 Minuten Zeit für Zubereitung und Essen. Diesmal waren es knapp bemessene 10 Minuten für die Zubereitung. Weitere 10 Minuten für das Essen, um noch 10 Minuten für Umziehen und Zähneputzen zu haben.
Ich war also unter totalem Zeitdruck.

Als ich ihr auf dem Weg zum Termin sagte, dass ich mich sehr gestresst fühle, entgegnete sie mir, dass der richtige Stress erst noch nachher käme.

Ja, anderer Stress. Einer, der sich in mir ganz anders anfühlt.
Denn direkt nach dem Termin beim Akustiker mussten wir zum MRT vom Kopf.
Aber ich war da noch guter Dinge und wollte nicht an später denken. Erst mal den Akustiker und schauen was mich dort erwartet und dann hoffentlich zeitnah zum Termin an der Klinik ankommen.

Und dann hetzte ich wirklich vom Akustiker wieder nach Hause und es blieben abermals nur etwa 10 Minuten um schnell auf’s Klo zu gehen und die Überweisung einzupacken. Wie gut, dass ich schon vorher gegessen hatte.

Es war komplett leer, als wir dort zum Termin ankamen. Sie schickten uns auch gar nicht in ein Wartezimmer, sondern auf einen Flur. Ein Flur auf dem in weitem Abstand sechs Stühle standen. Und ein fetter Hinweis darauf, dass die Stühle nicht verstellt werden dürfen.
Im Leben käme es mir nicht in den Sinn, etwas zu verändern.

Als ich dort den Termin ausgemacht habe, hatte ich gefragt, ob es möglich sei, eine Begleitung dabeizuhaben. Die Frau am Telefon war sehr freundlich und sagte mir, dass das in Ordnung geht, wenn sie es so eingetragen hat und notierte noch, dass ich notfalls ein Beruhigungsmittel bekommen könne. Aber eigentlich brauche ich keines, wenn ich in Begleitung sein darf.

Und dann wollten sie sie wegschicken, meine Begleitung, die wie ich eine FFP2 Maske trug und zu keinem anderen Menschen als mir nahen Kontakt hat.
Sie wollten sie wegschicken und boten mir stattdessen ein Beruhigungsmittel an.

Da fing für mich der wirkliche Stress an.
Ich konnte fühlen, wie es in mir unruhig wurde und ich weg wollte und gleichzeitig ruhig bleiben sollte.
Ich lehnte das Beruhigungsmittel ab und wies darauf hin, dass das extra so abgesprochen sei.
Ihre Begründung und was folgte ergab für mich keinen Sinn………von Anfang bis Ende nicht.

Sie hätten im Team einen Coronafall gehabt.
Deshalb.
Verstehe ich nicht, was das mit meiner Begleitung zu tun haben soll………
Und dann der fette Hinweis, sie müsse dann aber die Maske aufbehalten.
Warum sollte sie die auch absetzen?
Und sie wollten es dann eben versuchen.
Versuchen?
Und wann genau wäre dieser Versuch gescheitert?

Absurd.

Wir standen in einer Kabine die vielleicht 1,5 qm groß war. Gemeinsam. Meine Begleitung und ich.
So dicht beieinander wie seit einem Jahr nicht mehr.
Und ich spürte in mir den unweigerlichen Wunsch, diese Nähe möge einfach bleiben.
Hier in dieser Umgebung, in der andere entscheiden wollen, was ich zu brauchen habe………..

Angekommen in dem Raum, bereits liegend und das Teil für den Alarm (was ich nie drücken würde) in meiner Hand liegend: „Setzen Sie jetzt die Maske ab und stecken sie sie sich unter den Po. Sie dürfen dann jetzt aber auch nicht mehr sprechen!“
Ich verstumme.
Ich soll die Augen schließen.
Habe dicke Kopfhörer auf den Ohren.
Höre entfernt etwas was gesagt wird.
Aber ich verstehe kaum etwas davon.
Sie will wohl wissen, ob alles in Ordnung ist. Aber ich habe ja Sprechverbot.
Aha…… fällt ihr dann wohl auch ein……. ich soll mal ein Zeichen mit dem Daumen machen……..

Ich lag wie sie mich reingefahren hat.
Es ist verboten sich zu bewegen.
Das habe ich gelesen.
Ich lag erstarrt.
Aber dank der Arbeit mit meiner Therapeutin habe ich mühsam gelernt, Regeln aufzuweichen.
Ich fing zaghaft an, mit dem Zehen des linken Fußes zu wackeln.
Meine Begleitung hatte ihre Hände auf meinem linken Schienbein liegen.
Ich wartete auf eine Antwort auf das Wackeln meiner Zehen im Schuh.
Sieht sie es? Reagiert sie darauf?
Ja, sie kennt mich gut und sie hat schon viele solcher Situationen mit mir durchlebt.
Wir sind eingespielt darauf.
Ich wackle mit den Zehen und ihre Hände bewegen sich auf meinem Schienbein.
Sie läßt mich spüren, dass sie da ist.
Worte brauchen wir dazu nicht.
Aber ich hatte ja auch Sprechverbot.

Ja, das war stressig.
Auch, dass ich eigentlich die ganze Zeit auf’s Klo musste und dort nicht gehen wollte.
Und mich auch fragte, ob die Luft in der Röhre wohl gereinigt wurde.

Doch der wirkliche, ultimative Stress sollte erst noch kommen………..

Als ich am Abend die gelieferte Pizza auspackte und die Tomaten vergessen wurden und stattdessen viel zu viel Käse drauf war.
Als das Geräusch von nackten Füßen die auf das PVC tappten zur Selbstberuhigung wieder und wieder und wieder gebraucht wurde und es noch immer nicht reichte.
Und nichts reichte.
Die Pizza ist falsch.
Die will ich nicht.
Die ist falsch.
Einfach falsch.
Das habe ich nicht bestellt.
Das will ich nie mehr wieder.
Die haben die falsch gemacht.
Da stehen eindeutig Tomaten in der Bestellung.

Ich schaffte es mühsam, mich nach außen zu beruhigen.
Während die Übelkeit in mir wuchs.

Wenigstens war ich dabei zuhause………

Ach je und dann meldete sich doch direkt wieder die Erinnerung an den letzten Therapietermin. Wo sie mich aufforderte, Schuhe und Socken auszuziehen, um mein Stimming mit den nackten Füßen auf dem Boden machen zu können.
Oh……. wird sie das beim nächsten Termin auch wollen?
Wo sie selbst doch die Regel aufgestellt hat, dass Ausziehen dort verboten ist.
Plötzlich ist es nicht verboten?
Ich soll mich ausziehen?
Nackte Füße? In der Therapie?
Sie will meine Füße sehen?

Und dann bekomme ich eine Ahnung, während ich zuhause wimmernd in immerzu wiederhole, dass die Pizza falsch ist.

Sie will, dass ich mich danebenbenehme und erfahre, dass es nicht schlimm ist.
Sie will, dass ich erfahre, dass ich Stimming machen darf, auch dann wenn es auffällt.

Mich beruhigt das platschende Geräusch der nackten Füße auf dem Boden.
In mir breitete sich das Gefühl eines ruhenden Sees aus.

Auch wenn die Pizza noch immer falsch war.

Wenigstens konnte ich sie so wegstellen und etwas anderes essen.
Während in meinem Kopf die unzähligen Situationen abspulten, in denen ich übelst beschimpft wurde, weil ich mich daneben benahm, wenn etwas nicht passte.

………….

Ich wünsche euch einen schönen Mittwoch, einen stressarmen Tag.
🌈💜💕💜🌈

Alltags-Wahnsinn

Es ist ein Wunderwerk


Hallo und guten Morgen ihr Lieben,

diesen Gesellen habe ich gestern von außen an meiner Fensterscheibe entdeckt und einen Moment meiner Zeit damit verbracht, meinen Fokus darauf zu lenken, wie ein solches Tier sich verhält.
Es gab eine Zeit, da hätte ich es nicht ausgehalten, dass so ein mir recht fremdes Tier in solcher Nähe zu mir ist.
Alles was fliegt und krabbelt hat mir Angst gemacht oder doch wenigstens Unbehagen. Einzige Ausnahme waren Marienkäfer.
Seit ich als Kind die Streiche von Max und Moritz vorgelesen bekommen habe, verbinde ich Wanzen mit Ungeziefer, was man sich unter keinen Umständen einfangen sollte.
Und das Lied von der kleinen Wanze, die auf der Mauer sitzt, erinnert mich nur an üble Gefühle in meiner Kindheit, wenn ich doch nur ausgeschlossen wurde und unter keinen Umständen dazugehörte.

Aber diese Zeiten sind vorbei und ich weiß heute, dass Wanzen Insekten sind, die sich von Pflanzen ernähren.

Also habe ich die Gelegenheit genutzt und der Wanze dabei zugesehen, wie sie sich auf der warmen Fensterscheibe eine Auszeit genommen hat.
Ob die meine Scheibe mit ihrem Fuß putzt?
Und wie behaart die winzigen Füße doch aussehen und wie exakt das Muster sich über den Körper verteilt.

Könnt ihr das?
Könnt ihr erkennen, welches Wunderwerk so ein Lebewesen ist?
Ein jedes Lebewesen?
Denn jedes lebendige Wesen ist vom Entstehen an bereits ein Wunderwerk.

Ganz gleich wie es beschaffen ist.
Egal welche Farben es trägt und welche Schattierungen.
Ganz und gar unabhängig davon wie groß es werden wird und wie die Gestalt bei voller Größe aussehen mag.
Vollkommen einerlei in welcher Sprache es kommunizieren wird und wie es sich durch das Leben bewegen wird.

Es ist allein ein Wunderwerk, weil es lebendig ist.

Und wieder und wieder stolpere ich darüber, wenn Menschen, die von ihrer eigenen Perfektion überzeugt scheinen, andere belehren wollen.
So fragte kürzlich jemand nach einem guten veganen Ersatz für Butter.
Und schon sprangen alle hervor, die doch an diesem und jenem etwas auszusetzen hatten.
Palmöl geht gar nicht.
Kokosnuss ist auch bedenklich.
Und Soja ohnehin……………

Und mein Kopf denkt:

„Bin ich ein besserer Mensch, wenn ich statt Tiere zu töten nun Pflanzen töte? Sind sie nicht alle Lebewesen?“

Oho……. das darf man nicht unter Veganern sagen.
Sie sind doch perfekte Gutmenschen.
Einer noch perfekter als der andere.
Und am schlimmsten die, die hintenrum durchblicken lassen, alle nun auf sanfte Weise manipulieren zu wollen. So von hintenrum, damit sie es nicht merken und ehe sie sich versehen verändern sie ihre Sicht auch.

Wenn ich der Wanze zusehe, wie sie über meine Fensterscheibe wischt, dann wird mir wieder einmal bewusst, wie wertvoll das alles ist.
Jeder einzelne Funke Leben.
Ganz gleich wie er entstanden ist und was daraus erwächst.

Es ist das Leben, was wertvoll ist.

Wenn es uns gelingen mag, unsere Lebendigkeit zu fühlen, anstatt uns nur treiben zu lassen durch panische Gefühle von Todesangst und Lebensangst.

Ich wünsche euch nun einen schönen Dienstag.
Lasst es euch so gut gehen wie es möglich ist und passt gut auf euer Leben auf.
Denn es ist ein Wunderwerk, dass es euch gibt.

🌈💜💕💜🌈

Alltags-Wahnsinn

Alte Träume


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Hallo und guten Morgen ihr Lieben,

da war er wieder, der alte Traum, den ich so oft geträumt habe als ich noch ein Kind war. Ein Traum, von dem ich nicht weiß, woher ich ihn habe.
Vielleicht habe ich einen alten Film gesehen, der mich faszinierte oder ich war in einem Museum. Doch sehr viel wahrscheinlicher war es eines der vielen Bücher, die ich als Kind verschlang.

Ich träumte davon zu fliegen.

Nein, nicht in einem Flugzeug oder einem Gleitschirm.
Nicht schwebend in der Luft.

Ich träumte davon, ein Gestell zu bauen, was den Flügeln eines Vogels nachempfunden ist und mit dem ich eigenständig durch die Luft fliegen könnte.

Vermutlich habe ich meinen Vater mit dieser spinnerten Idee genervt und ihn nicht überreden können, sowas mit mir zu bauen.

In meinen Träumen habe ich es gebaut und bin damit geflogen.

Gestern habe ich nichtsahnend einen Bericht gesehen. Mein Traum vom Fliegen.
Wen es interessiert, der kann hier schauen: https://youtu.be/9-J21nTZYUo

Da ist er wieder, der Traum meiner Kindheit.
Aber noch mehr ist da das Wissen darum, dass es sehr wohl Dinge gab, die mich unglaublich interessiert und beschäftigt haben.
Aber es wurde wie alles was ich sagte, belächelt und als nervend abgetan.

Ich hatte mal wieder gesponnen.

Auf diese und andere Weise habe ich gelernt, ein Spinner zu sein, der seine Ideen besser für sich behalten sollte.

Und dabei habe ich einen ganzen Kopf voll mit den absurdesten Ideen, von denen die meisten absolut sinnvoll sind.
Auch dann, wenn sie in der Tiefe nur von wenigen auf den ersten Blick verstanden werden.

Lilienthal wurde auch für einen Spinner gehalten.
Dabei waren seine Erfindungen gar keine Spinnerei.

Und ich glaube so ziemlich jeder Mensch, der Gedanken denkt, die anderen fremdartig scheinen, wird damit erstmal nicht für voll genommen.

Scheint für viele Menschen schwierig zu sein, wenn Menschen anders ticken.

Umso wichtiger, dass die, die anders ticken sich nicht beirren lassen.
Man ist nicht falsch, nur weil die Masse es nicht versteht.

Und manchmal ist es wichtig alten Träumen neu nachzugehen.
Vielleicht eine gute Gelegenheit, diese gar nicht ruhige und dennoch einsame Zeit zu füllen.

Ich wünsche euch einen guten Start in die Woche, einen schönen Montag.
🌈💜💕💜🌈

Alltags-Wahnsinn

Fallen um frei zu werden


Hallo und guten Morgen ihr Lieben,

schon bereits das Intro bringt alles in mir in eine andere Stimmung. Tickt in mir Bewegung an, läßt Gefühle in Kontraste kommen.

So wie sie in Kontraste geraten, wenn ich fühle, was ich eigentlich nie hätte fühlen sollen.
Na ja, aber wer entscheidet schon, was ein Mensch fühlen soll?

Sie ließen mich glauben, dass ich wertloser Müll bin.
Ich erinnere gut, wie sie mit meinen Ängsten spielten.
Wenn ich wusste, dass Freitag ist und ich mich nicht traute auf der Straße zu spielen, weil ich Angst vor dem Müllwagen hatte.
Wie sie lachend sich gegenseitig an meine Angst gelehnt hochschaukelten, bis im Raum stand, dass die Müllmänner noch Geld verlangen würden, um mich mitzunehmen. Weil nicht mal die mich haben wollen würden.

Niemand würde mich haben wollen.
Nicht mal als Müll tauge ich.

Sie haben sie nicht ernstgenommen, meine Angst vor dem LKW und den Männern die mit ihm durch die Straße fuhren.

Ich mag bis heute keine LKW’s.
Ich habe bis heute Angst, wenn sie an mir vorbeifahren.

Aber noch etwas anderes ist damals in mir entstanden.

Ich tauge nicht mal als Müll!
Mich will niemand!
Niemals irgendjemand!
Ich bin lästig!
Mich erträgt man nicht!

Ich habe gelernt, dass es beschämend ist von mir gemocht oder gar geliebt zu werden.
Es ist als würde ich die Pest haben und jeden den ich mag, würde ich damit infizieren.

Und so in etwa lief es auch.

Ich wurde benutzt und belächelt.
Sie rissen ihre Witze auf meine Kosten.
Und ich hielt jedes ihrer Worte für wahr.
Ich glaubte alles.
Und sie lachten darüber, wie dumm ich doch sei.

Dumm war ich jedoch nie.
Ich konnte nur nicht unterscheiden zwischen Scherz und Ernst, wenn beim Scherz nicht gelacht wurde und beim Ernst hingegen Lachen zu vernehmen war.
Ich wusste nie, wie etwas gemeint ist und verstand nur die Aussage der Worte. Und das so wie deren Bedeutung ist und nicht wie etwas gemeint sein könnte.

Aber ich war verurteilt als dumm und nicht brauchbar.

Niemand kann mich jemals mögen.

Ich hielt ihn irgendwie in mir geheim, diesen Zauber an Gefühl, der nur durch einen Menschen wirklich zu entfachen wäre.
Ich verriet ihnen nichts von meinen geheimen Gedanken und dem was ich mir erspinne.

Ich wollte nicht glauben, dass mich niemand mögen kann.

In meiner eigenen Welt war das anders.
Da verschwanden all diese Menschen und es blieb jemand der mich in sein Herz geschlossen hat.
Dieser eine Mensch, den ich ansehen kann wie sonst keinen Menschen in der Welt.
Diese eine Seele, die sich mit meiner verbindet wie es keine andere je könnte.

Alles nur Phantasie.
Hirngespinste eines Kindes in Not.

Bis zu dem Tag, als wir uns begegnet sind.

Von da an tanzte ich den Tanz der Kontraste.

Für dich gehe ich in die Angst und durch die Hölle der Seelennot.
Damit wir die alten Splitter der Demütigungen finden und sie entfernen können.

Damit ich wieder glauben kann, dass mich jemand mag.
Damit ich glauben kann, das jemand für mich so tief fühlen kann wie ich im Zauber meiner Tiefe empfinde, wenn ich an dich denke.

Ich mag da reinfallen und befreit ankommen in der Liebe, die mich ausfüllt.

Mit allem was es in mir in Kontraste und Aufruhr bringt.
Mit allem an Chaos und Stress.

Mit all dem mich fallen lassen in das was wir fühlen.

Und nie mehr glauben, dass ich nicht liebenswert bin.

💜

Ich wünsche euch einen schönen Sonntag.
🌈💜💕💜🌈

Alltags-Wahnsinn

Der Alien unter den Normalos


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Hallo und guten Morgen ihr Lieben,

stundenlang habe ich gestern in wachsender Unruhe gewartet, dass die Handwerker klingeln, um die Heizkörper zu entlüften und dafür zu sorgen, dass sie wieder gehen.
Vergeblich.
Niemand kam und die Heizkörper sind kalt.
Und ich war ja auch irgendwie froh, dass niemand kam, weil ich auch gar keinen Fremden in meiner Wohnung haben will.
Irgendwann habe ich selbst experimentiert, um die Ventile zu öffnen und die Luft abzulassen. Hat auch funktioniert. Und wenigstens im Bad ist es auch wieder ein bisschen warm.
Doch im Rest der Wohnung tut sich nichts.

Zum Glück ist es momentan auch draußen recht frühlingshaft mild.
Dennoch irgendwie kein guter Zustand.
Aber so wirklich eine Lösung habe ich eben auch nicht.
Ganz im Gegenteil habe ich jetzt nur noch mehr Sorge, alles falsch gemacht zu haben.

Möglicherweise waren sie schon da als ich noch nicht zuhause war und haben mich einfach nicht angetroffen. Und vielleicht hätte ich selbst nichts machen dürfen……… Vielleicht waren sie aber auch überhaupt gar nicht da und haben nicht bei mir geklingelt.
Und ja………

Und mal wieder hämmert in mir diese Gedankenschlange, unfähig zu sein, alleine in einer Mietwohnung zu wohnen. Überfordert, nicht erwachsen genug, nicht fähig, meine Angelegenheiten zu regeln.

Spinnt sich hoch bis ich denke, dass ich nicht lebensfähig bin.

Dabei habe ich ja eigentlich gut für mich gesorgt.
Immerhin dafür gesorgt, dass der kühlste Raum der Wohnung nicht so eisig ist.
Dass ich duschen kann ohne total zu frieren.
Wenn da nur nicht die Angst wäre, das nicht gedurft zu haben.
Weil ich ja nicht weiß, ob die überhaupt schon fertig sind mit ihren Arbeiten.
Und überhaupt, weil ich einfach nie weiß was richtig ist.

So habe ich auch Tag für Tag keine Ahnung, wie die Hörgeräte in meinen Ohren sitzen müssen, damit sie richtig drin sind.
Auf Nachfrage bei der Akustikerin sagte sie, dass der Leitungsdraht nicht durchhängen oder eine Schlaufe bilden darf.
Nun suche ich ständig ab, ob er stramm sitzt und Alls gerade ist.
Und ich habe dennoch keine Ahnung wann sie richtig im Ohr sitzen und woran ich das merke.

So ist das immer irgendwie in der Kommunikation mit anderen Menschen.

Sie verstehen meine Fragen nicht und ihre Antworten helfen mir kein bisschen weiter.

Geht allerdings auch umgekehrt und ich erzähle halbe Romane und mein Gegenüber wollte eigentlich etwas ganz anderes wissen. 🙈

In jedem Fall fühlen mich unfähig und falsch in dieser Welt.
Der Alien unter den Normalos.

Früher nannten sie mich deshalb verrückt.
Auch wenn ich das eigentlich nicht bin.

Ich bin nur einfach anders als sie es waren.
Und anders als es wohl die meisten Menschen sind.

Eben so wie ich bin.

Ich wünsche euch jetzt mal einen schönen Samstag und passt immer gut auf euch auf. Auch dann, wenn ihr euch unverstanden fühlt.
🌈💜💕💜🌈

Alltags-Wahnsinn

Overload – zu viel Überforderung


Hallo und guten Morgen ihr Lieben,

so sieht es hier an den meisten Tagen aus, während ich schreibe. Meine Katze schmust sich auf meinem Schoß in den Tag, während ich schreibe. Oder es zumindest versuche.

Heute ist das gar nicht so einfach.
Gestern habe ich eine Beule am Daumen bekommen, die ich manchmal schmerzhaft fühle. Und seit dem Aufwachen tut die Schulter weh.
Solche Schmerzen belasten und sie lenken ab.
Obendrein funktioniert die Heizung wieder mal nicht.
An der Tür hängt ein Zettel, dass sie heute abgestellt wird. Zwischen 10 und 16 Uhr.
Aber sie ging bereits gestern nicht mehr. Nachdem sie fürchterliche Töne von sich gab, als wenn sie das Wasser rausgesaugt haben.
Später kam wieder Wasser rein. Aber die Heizkörper blieben kalt. Nur die Rohre sind wenigstens warm.

Solche Dinge beunruhigen mich, verunsichern, überfordern.
Es sind diese Momente in denen ich spüre, dass ich diesem Erwachsenen-Ding nicht gewachsen bin.

Ich kann toll in kurzer Zeit etwas kalkulieren und berechnen, kann wunderbar Pläne erstellen und Wohnungseinrichtungen gestalten.
Aber wenn in der Wohnung etwas nicht funktioniert, bin ich aufgeschmissen.
Dann weiß ich nicht, wann ich den Hausmeisterservice kontaktieren darf und wann es ein Notfall ist und wann nicht.
Und nicht nur da.
Auch wenn ich krank bin, weiß ich nicht wann ich zum Arzt gehen muss und wann es unnötig ist.

Und dann?

Ja, dann mag ich verschwinden, um keinen Fehler zu machen.
Weil ich einfach nicht weiß wie es richtig ist.
Und weil da niemand ist, an dem ich abschauen kann wie man das selbst herausfinden könnte.
Weil ich nämlich immer alles abschaue.

Das ist sozusagen meine Bedienungsanleitung für alles was ich nicht weiß und nicht selbst herleiten kann.
Ich schaue wie es andere machen und übernehme es, wenn es offensichtlich richtig zu sein scheint.
Und manchmal lerne ich auch alleine durch meine eigene Erfahrung.
So sortiere ich z. B. meine Wäsche zum Waschen nach meinen eigenen Kriterien. Ich sortiere die Farben und wasche auch nicht grün und blau zusammen, auch wenn mir noch so oft gesagt wird, dass das geht.

Ich schaue auf die Beule am Daumen.
Ich will die da nicht.
Die soll wieder verschwinden.
Sie sieht komisch aus und stört mich.

Ich hatte gehofft, sie ginge einfach wieder weg.

Ich fühle in mir diesen Drang, nach vertrautem Rückzug in mich.

Es ist das sicherste was ich tun kann, wenn ich sonst nichts sicher weiß.

Kommt ihr gut in den Tag. Es ist Freitag und morgen schon wieder Wochenende.

🌈💜💕💜🌈