Alltags-Wahnsinn

Das Zwischen-uns


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Hallo ihr Lieben,

ich räume ein, dass es manchmal Tage gibt, da habe ich schlicht keine Lust, zu tun was ich immer tue. Da liege ich früh in meinem Bett und mag da eigentlich viel lieber liegen bleiben, als aufzustehen und irgendwas zu machen.

Doch wenn ich dann aufstehe, dann trägt mich meine Routine in und durch den Tag.

Wann immer ich überlege, was es war, was mich zu Beginn dieser Pandemie gehalten hat, dann weiß ich, dass es die Routine war.

Ich habe mich festgehalten an meinen regelmäßig stattfindenden Terminen.
An den wiederkehrenden Abläufen, die sich zur Routine eingespielt haben.
Das blieb gleich.

Meine Termine waren inhaltlich anders.
Wir saßen plötzlich drei Meter voneinander entfernt ohne, dass ich mich langsam hätte an diesen Abstand gewöhnen können. Und ich habe mich daran auch in den 1,5 Jahren nicht gewöhnt. Es gab nicht weniger Körperkontakt, sondern es ging von 100% auf 0 von einem auf den anderen Tag.

Aber die Zeiten blieben unverändert.
Die Menschen blieben gleich. Ihre Stimmen, ihre Gesten, ihr Sein.

Aber das Zwischen-uns………. das was zu fühlen war, das verschwand über die Zeit……..

Als ich ein Kind war, hielt ich es nicht aus, wenn ich an einem unvertrauten Ort sein musste. Insbesondere wenn ich dort übernachten sollte.
Je später der Tag wurde umso mehr nahm die Spannung in mir zu.
Ich brauchte mein Bett, meine Rituale, meine gewohnten Zuhause-Abläufe mitsamt dem gewohnten Essen und all den vertrauten Gerüchen, Geräuschen und Lichtern. All meine Dinge um mich herum, zu denen ich mehr Beziehung hatte als zu den meisten Menschen.

Ich brauchte schlicht meine Rituale, die den Tag starteten und die, die den Tag beendeten.
Das war das Mindeste.

Und ich brauchte das, was mich wissen ließ, dass ich nicht zerfalle.
Mich eben spüren können.
Im Idealfall funktionierte das, wenn ich meine Bettdecke fest um mich schlang. Aber eben auch nur meine eigene Decke. Und nicht die von irgendwem an irgendeinem fremden Ort.
Ich brauchte meinen Kram um mich.

Aber meine Eltern verstanden das nicht so richtig gut, was ich brauchte. Sie verstanden nur, dass ich es nicht aushalte, wo anders sein zu müssen.
Einzig bei dem Kind mit dem ich praktisch aufwuchs, konnte ich auch über Nacht bleiben.
Und das auch nur, weil das direkt gegenüber war und ich immer schnell nach Hause gekonnt habe. Ich musste dort auch nicht frühstücken oder zu Abend essen, wenn ich das nicht wollte.

Aber ich genoss es auch, mir bei meiner „Freundin“, die 1,5 Jahre jünger war, abzugucken, wie sie die Dinge machte. Ich putzte meine Zähne wie sie es mir zeigte. Ich wusch mich wie sie es tat. Ich übernahm mich so an- und auszuziehen wie sie. Ich bemühte mich, so zu spielen wie sie.

Und ich fühlte mich damit nicht wohl. So gar nicht.

Jedes Jahr zu den Sommerferien durfte ich mir bei den Ferienspaßaktionen aussuchen wozu ich Lust habe und meine Eltern entschieden wo sie mich anmeldeten. In jedem Jahr suchte ich mir das Zeltlager aus. Und sie erlaubten es nicht.
Weil es zu weit weg ist und ich da alleine bin und möglicherweise niemanden kenne und es dann doch nicht nur eine Übernachtung sei.
Ich konnte noch so betteln und wünschen. Sie erlaubten es viele Jahre nicht.
Ich war schon 11 als ich endlich mitfahren durfte.
Und es war großartig.

Was aber nicht bedeutet, dass es nicht schwierig war.
Ich hatte Heimweh und ich hatte schreckliche Angst.
Aber es waren dort Menschen, die mit mir umgehen konnten.
Menschen, die mich haben wählen lassen, zu wem ich Kontakt aufnehmen möchte.
Sie haben mich nicht gedrängt, sondern machen lassen.

Derjenige, den ich damals gewählt habe, blieb mein Bezugsmensch bis ich fast erwachsen war.
Mit ihm habe ich noch viele Übernachtungsreisen erlebt, die alle kein Problem waren, weil er da war.
Ich war in seiner Gruppe beim JRK und fühlte mich dort wohl und schien dazuzugehören.
Bis er nicht mehr Leiter der Gruppe war.
Dann war auch der Ort nicht mehr sicher und die Menschen ohnehin nicht.

Ich binde mich an einen Menschen und an die Beziehung zwischen uns.

Die Nähe verschwand durch die Abstandsregeln. Und damit auch das Zwischen-uns.

Und in mir ist es zerfallen.

Seit 1,5 Jahren soll ich andere Wege suchen, Nähe und Kontakt zu spüren.
Und ebenso lange sträubt sich alles in mir.

Meine Eltern hatten auch alles versucht, damit ich bei diesem Menschen oder jenem über Nacht bleiben würde.

Ich habe nur gelernt, dass ich aushalten muss, damit sie nicht traurig sind.

So halte ich auch seit 1,5 Jahren aus.
Und gefühlt ist es wie ein Übernachtungsausflug, der schon viel zu lange dauert.

Es wird Zeit nach Hause zu dürfen oder mich wissen zu lassen, dass ich dort nicht mehr erwünscht bin.

😶

Ich wünsche euch einen guten Wochenstart. Habt einen schönen Montag.

🌈💜💕💜🌈

Alltags-Wahnsinn

Trübes Meer


Zoo Rostock Zoonacht 18.09.2021

Hallo ihr Lieben,

wie ein Zauberwald erschien es gestern, als wir im Zoo zur Zoonacht waren.
In mir wollte nur eingetaucht werden in bunte Lichter und einfach raus aus all dem was die letzten 1,5 Jahre war. Zurück zu etwas was früher toll war und einfach wünschen, dass es wieder so ist.

Am liebsten wäre ich dort hineingelaufen, in diesen Zauberwald, der so magisch verzaubert wirkte.
Raus aus all dem was sich so schwer und belastend anfühlt.
Dort hineinlaufen und die Welt hinter mir lassen. Die Welt, die sich gerade so schwer anfühlt.

Nur fühlen, dass es möglich ist.

Falsche Fragen haben Gedanken in mir aufgeweckt.
Gedanken haben alte Gefühle neu aktiviert.
Das Meer in mir, was eigentlich so vertraut geworden ist und mir in keinem Winkel mehr Angst machen muss…….. es ist als hätten die Gedanken es verhext. In trübes Wasser. Eine braune, klebrige Brühe.

Mein Blick richtet sich auf diesen Ausschnitt, der gesehen werden kann.
Er sieht nicht, dass eine Wasserpflanze sich im Boden gelockert hat und dadurch alles aufgewirbelt hat.
Es entgeht ihm auch, dass es nur dieser Ausschnitt ist, der trüb scheint.

Nein, die Gedanken stoßen die nächsten Gedanken an.
Da war doch noch dies und auch noch das und jenes war auch noch……..
Und das ganze Meer erscheint zu wimmeln von trübem Wasser.
Das Meer scheint als wäre es niemals klar gewesen.
Und in mir entsteht der Gedanke, ob ich es mir nur eingebildet habe, dass es mal klar und vertraut und gut war.

Ich weiß nicht mehr, ob es wirklich anders war oder ob ich es mir nur gewünscht habe.

Mein Blick weiß nicht, dass es nur die Gedanken waren, die es trüber werden lassen.

Und vielleicht sind es auch nur Gedanken, die es klar erscheinen lassen können.

Aber wie ist es dann wirklich?

Ich weiß es nicht mehr………

Ich wünsche euch nun einen entspannten Sonntag und dass es euch gut geht.

🌈💜💕💜🌈

Alltags-Wahnsinn

Ich habe den gleichen Wert und die gleichen Rechte


Hallo ihr Lieben,

heute habe ich mal selbst zur Kamera gegriffen und ein wenig mit der Bearbeitung gespielt, um ein Bild zu kreieren, was passend zu dem ist, worüber ich schreiben mag.

Die Grundlage zu diesem Bild ist nicht irgendein Text. Es ist ein Schlüsselanhänger, den ich mir kürzlich anfertigen lassen habe, um ihn als Stimming nutzen zu können. Stimming bedeutet für mich soviel wie: Eine Möglichkeit schaffen, mich selbst beruhigen zu können. Etwas, was mich von dem was gerade zu viel ist, ablenkt, indem es meine Konzentration auf etwas lenkt, was gleichmäßig-rhythmisch und dadurch beruhigend ist.

Nun, der Anhänger hat zwei Seiten. Ich habe beide Seiten genutzt, um sie mit Aussagen gravieren zu lassen, die mir in Notsituationen helfen, mich an etwas zu erinnern.

Aber prinzipiell ist die vorrangige Funktion, dass ich die Plakette mit dem Finger sich drehen lassen kann.

Ich wohne in einem Wohnblock mit insgesamt 21 Wohnungen zusammen mit zwei anderen solcher Wohnblocks ergibt es einen grünen Innenhof in dem wir u.a. unsere Wäsche aufhängen können. Im Sommer mache ich das ab und an auch. Wenn auch jedes Mal mit einem mulmigen Gefühl.

Denn dort unten fühlt es sich immer an als würde ich unter Beobachtung von allen sein.

Abgesehen davon hasse ich es, mit Menschen in Kontakt zu kommen, besonders eben wenn ich eigentlich nur meine Wäsche aufhängen will.

Es ist nicht so, dass ich grundsätzlich und immer Kontakte meide.

Durchaus gibt es auch Nachbarn, die ich gerne mal treffe und kurz spreche.

Kürzlich als hier nach einigen Tagen Regen mal wieder die Sonne schien und die Temperaturen etwas wärmer angesagt waren, habe ich früh zwei Maschinen Wäsche gewaschen und wollte sie dann am Mittag nachdem ich geduscht hatte unten aufhängen.

Die Nachbarin aus dem Eingang nebenan hatte dort bereits ihre Wäsche hängen. Was mich ja nicht hindert, meine Leine direkt an den Stangen daneben zu befestigen.

Als ich dann schon einen Teil meiner Wäsche aufgehängt hatte, hörte ich wie die Tür nebenan aufgestoßen wurde und ich fühlte es als würde sie wütend zu ihrer Wäsche stampfen.

In mir ein Kind, was Angst hatte und sich unsichtbar machen wollte. Zweifel, ob wir unsere Wäsche da hinhängen durften. Ob das erlaubt ist. Ob wir überhaupt hier sein dürfen.

Ich konnte die Kleine mit all ihrer Angst fühlen und versuchte dennoch ruhig bei dem zu bleiben was ich tat. Und nur nicht zu der Nachbarin schauen, die ja ohnehin ein Problem mit mir zu haben scheint.

Ich bin stumm und ach, anschauen tue ich ja eh selten jemanden.

Aber die Kleine in mir hatte Angst.

Die wollte da weg und all die Wäsche mitnehmen.

Und dann, als ich wieder in den Wäschekorb griff, um das nächste Wäschestück zu greifen, lag mein Schlüsselbund genau so, dass der Anhänger mit der Aufschrift: „Ich darf!“ in der Sonne glitzerte.

Es fiel mir genau in die Augen und in mich hinein.

„Ganz genau so ist das. Ich darf das so wie sie das darf. Ich habe die gleichen Rechte. Ich habe den gleichen Wert. Das ist erlaubt.“

Und ich schaute den Schlüsselanhänger an und musste innerlich lachen.

Manchmal ist es schon toll, wie magisch manches im rechten Moment auftaucht und mir den Anstupser gibt, der mich aufrüttelt.

Manchmal schaffe ich es ganz unbewusst selbst und dennoch fühlt es sich an als würde eine unsichtbare Kraft mir helfen wollen.

In diesen Augenblicken bin ich auch wieder ein bisschen von dem Kind was ich mal war und glaube fest daran, dass es etwas gibt, was uns unsichtbar schützend an die Hand nimmt, wenn wir nur daran glauben mögen.

Ich wünsche euch allen nun einen schönen Samstag.

🌈💜💕💜🌈

Alltags-Wahnsinn

Und was wenn……..


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Hallo ihr Lieben,

der gestrige Tag war sehr voll und viel und alles viel zu zeitig am Morgen.
Aber immerhin hat es sich nicht so angefühlt, als wäre ich durch den Tag gerauscht.
So gar nicht.

Eine bleierne Übelkeit hat mich sozusagen fest in der Welt verankert.
Die begleitet mich immer, wenn ich am Morgen nicht alles in meinem üblichen Ablauf und zur gewohnten Zeit machen kann.
Wenn ich duschen muss, noch ehe ich wirklich wach bin und ohnehin vor dem Frühstück. Aber an manchen Tagen, so wie gestern bewirkt eine veränderte Reihenfolge eine ganze Stunde mehr an Zeit. Eben die Zeit, die ich sonst verwende, um am Pad zu spielen oder auch um hier zu schreiben.
Dafür rennt mir dann die Übelkeit wie ein lästiger Begleiter hinterher.

Als ich die Maske aufsetzte, um das Haus zu betreten in dem sich die Praxis befindet, war die Übelkeit verflogen. Vielleicht habe ich sie auch nur durch Funktionieren überdeckt. Meinen Fokus auf das gelenkt, was um mich war.
Ein Flur voller wartender Menschen vor einer geschlossenen Tür.
Einreihen und warten…………
Angst, nicht das Richtige zu machen.

Bis sich was tat.
Türen sich öffneten und jemand fragte, ob einer der Wartenden einen Termin habe.
Und ich wagte es wirklich, mich zu melden und durfte dann an all den Wartenden vorbei in die Praxis gehen.

Aufregung war fast verflogen.
Ich funktionierte.
Der Tag fing sozusagen an.
Und ich hatte keinen wirklichen inneren Plan.

Als eine Frau (Ärztin? Psychologin?) mich aufrief, war ich sehr erleichtert, keinen Mann vor mir zu haben.
Ich versuchte weiter zu funktionieren.
Ihre Fragen zu beantworten.
Einiges zu sagen, was ich mir vorher nicht überlegt hatte und mich hinterher zu fragen, ob das alles so schlau war oder ich besser anderes hätte sagen sollen.
Ich wurschtelte mich hindurch.

Irgendwo in mir hallte noch nach, dass die Frau an der Anmeldung zum Ablauf sagte: „Erst das Gespräch, dann, sollte es zur Testung kommen, komme ich wieder zu ihr, zum Bezahlen und dann kommt Blutabnahme, EEG und die Testung.“
Es ist also gar nicht sicher, dass sie mich auch testen?
Was wenn ich nicht gut genug ich bin?
Wenn ich nicht echt genug bin, um mich so zu zeigen mit all dem?

Nun, es kam zur Testung.
Und die war echt anstrengend. Wenn auch zum Glück meine Freundin doch die ganze Zeit bei mir bleiben durfte.
Es war viel und es hat mich voll gefordert.
Und ich spürte beim Ausfüllen der Fragebögen mit jeder Frage, wie die Kleinen in mir traurig waren.
All die alten Zeiten.
All die Unzulänglichkeiten.
All das wo wir so falsch zu sein scheinen und es doch ehrlich beantworten müssen.
Jede Antwort ein dicker Tropfen in das Meer der Tränen.
Weil wir eben nie gut genug waren, wenn wir uns einfach nur echt zeigten.

Als ich dachte, dass wir bald durch sind und schon mal vorsichtig bei meiner Freundin anfragte, ob wir noch in den Zoo fahren könnten, meldet sich dann eine Helferin, um das EEG zu machen. Ich hatte schon ganz vergessen, dass das auch noch nötig war.
Und die Anteile, die das triggert, hatte ich auch weniger präsent.
Aber ich hatte sie nicht vergessen!
Das mache ich nie.
Als sie mir den Ablauf erklärte und sagte, dass ab der Minute 15 ein Blitzlicht eingeschaltet wird, habe ich gefragt, ob das sein muss und gesagt, dass mich das triggert. Es war nicht notwendig und sie hat es sein lassen.
Hätte ich früher gar nicht erwogen, so für uns zu sorgen.

Nun, mittags war ich durch und wir konnten in den Zoo fahren, um Kraft zu tanken, die Kleinen Geborgenheit in der Nähe zu den Tieren finden lassen. Wirklich alles aufnehmen konnten wir natürlich nicht. Unser Kopf war sozusagen randvoll. Kein Platz mehr. Nur die Ruhe wollten wir fühlen und eintauchen in die Welt, in der wir uns wohlfühlen.

Der Tag war geschafft und alles hätte gut sein können, als wir dann endlich am Abend zuhause auf der Couch saßen…………….
Hätte ich nur nicht nachgeschlagen was dieser eine Test, den ich nicht kannte, eigentlich war.
Und hätte es dann nicht in mir wie ein Hurrikan gewirbelt und bewirkt als würde ich seelisch zerfallen.

Plötzlich endete der Tag darin, dass in mir Alarmstimmung war und auch heute noch ist.
Was wenn ………..

…….. sie mir wieder diese so lange anhaftende Diagnose aufstempeln? Dieser Makel, den wir so schwer los wurden und nie mehr wollten?
……… wir wieder in die Schublade sortiert werden und uns alles zerfallen läßt?

Vielleicht war das alles die dümmste Idee, die wir je hatten………

Denkt es und überlegt bereits die Folgen und die möglichen Strategien……….

Ich mag nur noch die scheiß Coronabestimmungen fallenlassen und in die Arme stürzen, die so gut vergessen lassen können, wenn die Welt sich schlimm anfühlt.

Meine Ohren sind wie von großem Lärm betäubt.
In meinem Kopf rauscht es.

Hätte ich es besser gelassen…………

Und was wenn…….

……. am Ende dort Menschen sind, die mich wirklich sehen und endlich alles besser werden kann?

Ich wünsche euch nun einen schönen Freitag und dass ihr später gut ins Wochenende kommt.

🌈💜💕💜🌈

Alltags-Wahnsinn

Mir wichtig genug sein


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Hallo ihr Lieben,

es war der einzige Tag in dieser Woche, den ich hätte ausruhen können. Der einzige Tag ohne eine Verpflichtung.
Und dann war er vollgepackt vom Aufwachen bis zum Abend……….
Na ja, er wurde vollgepackt von mir.
Einem Berg Abwasch, Wäsche die zu waschen war und diesem und jenem.
Aber immerhin ist nun der Wäschesack leerer und die Küche wieder angenehm leer.

Und ich habe endlich einen Schritt gemacht, den ich seit unendlich vielen Jahren vor mir herschiebe.
Sowas simples, was nahezu jeder Erwachsene eigentlich tut, wenn er bei den Eltern oder sonstigen Erziehungsberechtigten auszieht.
Eine Versicherung abschließen.

Ich besaß bisher keine einzige.

Das heißt, doch ich besaß mal welche.
Eine Lebensversicherung, die irgendwann fällig gewesen wäre und doch nicht ausgezahlt wurde.
Ich hatte auch mal eine Unfallversicherung gewollt, die dann aber abgelehnt wurde.
Und eine Haftpflicht war vor rund 20 Jahren Pflicht, als ich ein Praktikum in einer Behörde machen wollte. Auf dieses Praktikum musste ich verzichten, weil ich die Versicherung nicht hatte.

Ich hatte sie bis heute nicht.
Auch keine Hausratversicherung.

Denn was so ganz normal und üblich ist, ist mir ein riesiger Stress.

Nicht, dass es mich nicht auch stressen würde, nicht versichert zu sein.
Aber die Entscheidung zu treffen, sowas abzuschließen und dafür Geld auszugeben und möglicherweise die Versicherung nie zu brauchen, das ließ mich bisher zögern.

Dagegen stand aber eben, dass ich ständig Angst habe, unbeabsichtigt Schaden zu verursachen und dann nicht dafür aufkommen zu können, weil ich es mir schlicht nicht leisten kann.

Nur, wenn ich dann mal wenigstens in die Richtung dachte, eine mögliche Versicherung abzuschließen, sah ich diesen Dschungel von Anbietern und zig Sachen, die ich alle gar nicht brauche und deren Sinn sich mir nicht erschließt.
Und so endete der Versuch immer wieder darin, es zu lassen.

Dass es mich überfordert, hätte ich so wohl nie zugegeben.

Denn es bedarf schon einer gewissen Nähe zu sich selbst und sowas wie kritisches Hinterfragen des eigenen Verhaltens, um zu erkennen, warum man etwas nicht macht von dem man eigentlich weiß, dass es wichtig wäre.

Vermeidung kann einige Ursachen haben.
Angst ist eine häufige.
Überforderung eine andere.
Zu beiden gesellt sich gerne Scham.
Und dann wird daraus ein Grund geschaffen, der mit der eigentlichen Tatsache nicht mehr wirklich zu tun hat.

6 € im Monat sind ganz sicher nicht der Grund, keine Versicherung abzuschließen.
Aber für mich war es das, was ich als Begründung fand, um nicht zu sagen, dass ich damit überfordert bin zu entscheiden welche Versicherung zu mir passt.

Nun, vor einigen Monaten war mal wieder sowas, wo ich merkte, wie ich Schiss habe. In der Therapiepraxis hat es vor einiger Zeit einen Waschmaschinenbrand gegeben. Und obwohl die Mitarbeiter in der Praxis waren, hat es dadurch einen Schaden gegeben, der ohne Versicherung sehr teuer geworden wäre.
Was nun, wenn mir das auch passieren würde?
Wer würde dann überhaupt die Feuerwehr bezahlen?
Und was, wenn ich hier in der Wohnung unwissend einen Schaden entstehen lasse, weil ich irgendwas nicht bemerke oder zumindest nicht rechtzeitig.

Und irgendwie bekam ich die Ahnung, dass so eine Versicherung einem Sicherheit geben könnte.
Ich müsste nicht mehr ständig Angst haben, was werden würde, wenn……..

Nur wie sollte ich das anstellen, die für mich Passende zu finden?

Und dann kramte ich in meinem Kopf, als ich wieder hilflos am iPad saß und keine Idee hatte.

Also, ich fing erstmal damit an, zu überlegen was hilfreich wäre, um die Auswahl kleiner zu machen. Was fühlt sich denn für mich stimmig an?
Kürzlich hatte meine Bank mir Werbung von ihrer Versicherung geschickt. Aber bei einem Blick darauf hatte ich festgestellt, dass ich die Version die zu mir passen würde weder online abschließen kann, noch vorab ohne Kontakt erfahre wie teuer sie wird und welche Leistungen sie beinhaltet.
Aber eine andere Sache daran fühlte sich gut an.
Es ist eine bekannte Versicherung.

Klar, man kann diese Vergleichsportale nutzen und dann werfen sie einem die Besten raus. Aber dann lese ich Namen, die mir gar nichts sagen und spüre, dass ich mich damit nicht sicher fühle.
Und darum geht es ja, dass ich mich sicherer fühlen will.

Also weg von diesen Vergleichsportalen öffnete ich alle Seiten von Versicherungsanbietern, die mir in Erinnerung sind. Ich schaute mir jede davon an und ließ die Beiträge errechnen. Die, wo ich keine ausreichenden Informationen bekam, schieden aus.

Als meine Freundin zu mir kam, um mich dabei zu unterstützen, hatte ich bereits auf 8 Anbieter begrenzt. Die sich dann nochmal reduzierten, als wir gemeinsam die Preise verglichen.

Dann überlegte ich vier Leistungen, die die Versicherung abdecken sollte, die mir wichtig sind. Und wir ginge jede durch, um zu sehen, ob das abgedeckt ist und in welchem Umfang.

Am Ende blieben zwei übrig. Bei beiden waren erst im Verlauf des Vertragsabschlusses die Vertragsbedingungen einzusehen.
Ich musste ordentlich viel Kleingedrucktes wenigstens querlesen.
Schwankte von dem zu dem und wieder zurück.
Und war dann unglaublich erleichtert, als auf dem iPad stand „Herzlichen Glückwunsch zum Abschluss ihrer Haftpflichtversicherung“.

Puuuh, ich hatte es wirklich geschafft.
Endlich wenigstens das.

Und das an einem Tag an dem ich so gar kein Gefühl für mich hatte. Wo ich durchgerauscht bin mit Migräne und enormen Stress.

Aber wenigstens habe ich es jetzt abgeschlossen.

Sowas was man eben eigentlich tut, wenn man auf eigenen Beinen steht…………

War ein weiter Weg, mir einzugestehen, dass ich mich dessen schäme, sowas nicht alleine zu können.
Und ein noch viel weiterer, von der Vermeidung ins Hinsehen und effektive Handeln zu kommen.

Was hat es gebraucht?

Einen Grund?
Ein Hinsehen?
Eine Notwendigkeit?
Einen Wunsch nach Sicherheit?
Mich mit diesem Wunsch und der Angst ernstnehmen?
Mut?

Mir selbst wichtig genug zu sein, um Absicherung brauchen zu dürfen.

Nun sollte ich dringend aufstehen ………

Ach ja, morgen ist der erste Diagnostiktermin. Er ist schon sehr früh und ich werde ordentlich unter Druck sein und wenig Zeit haben. Zumal wir eben auch noch bis nach Hamburg und dort quer durch die Stadt fahren müssen und das mitten im Berufsverkehr. Also es kann gut sein, dass ich es dann nicht schaffe, morgen zu posten.
Ich weiß das noch nicht.
Aber falls es so sein sollte, dass ich das nicht schaffe, möchte ich, dass ihr wisst, dass es einfach zeitlich zu knapp dafür war.

Nun wünsche ich euch erstmal einen schönen Mittwoch.

🌈💜💕💜🌈

Alltags-Wahnsinn

Schnelle Veränderungen machen Angst


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Hallo ihr Lieben,

gestern habe ich mir eine Notiz gemacht, um mich daran zu erinnern zu welchem Thema ich eigentlich bereits gestern geschrieben haben wollte.

„Schnelle Veränderungen machen Angst“

Wenn ich in den vergangenen Wochen den Wahlkampf verfolgt habe, stellte sich mir immer wieder die Frage, warum manches auf einen ganzen Sturm von Gegenwehr stößt und anderes offensichtlich gerne angenommen wird. Ich konnte beobachten, wie bestimmte Charaktere auf „X“ anspringen und andere auf „Y“.

Auf den ersten Blick ist mir nicht verständlich, warum Menschen krass reagieren, wenn es um Veränderung geht.
Jedoch auf den zweiten, dritten, vierten Blick wird mit klar, dass es gar nicht vordergründig um eine Veränderung geht, sondern um die Geschwindigkeit.

Nun, ich habe nicht vor, hier über Politik zu schreiben. Meine Wahl habe ich für dieses Jahr längst getroffen und bereits eingereicht. Wenn ich also derartige Sendungen anschaue, tue ich das gewöhnlich aus anderen Beweggründen heraus.

Ich schaue, wie die Menschen auftreten und was da wie verkauft wird.

Da fällt mir dann z.B. auch überdeutlich auf, wie die Medien die Meinung der Bürger beeinflussen und steuern. So wurde über die selbe Umfrage im TV ein anderer Kanzlerkandidat:in als Sieger dargestellt als die direkte Auswertung des Instituts ergeben hat, die ich per Mail erhalten habe.
Da darf man sich dann doch schon mal fragen, wie sehr gewisse Medien die Menschen manipulieren wollen.

Nun gut……. es soll nicht um Politik gehen, sondern um Trauma.

Wie oft habe ich mit betroffenen Menschen geschrieben oder gesprochen, von ihnen gelesen, die eigentlich Hilfe bräuchten, sich aber davor scheuen eine Therapie zu machen.
Angegebene Gründe sind da sehr vielfältig.

„So schlimm ist es ja auch gar nicht.“
„Therapie? Sowas brauche ich doch nicht. Ich bin ja nicht verrückt!“
„Das wird schon von selbst wieder anders werden.“
„Hier gibt es keine erreichbaren Therapeuten.“
„Die haben alle keine Plätze frei.“
„Ich weiß nicht, so eine Therapie ist mir zu anstrengend.“
„Das schaffe ich nicht neben der Arbeit.“
„Dafür bin ich nicht stabil genug.“
„Sowas kann ich nicht machen.“
„Mein/e Partner:in unterstützt mich da ausreichend. So gut kann mich gar kein Therapeut verstehen.“
„Stationär kann ich wegen Hund, Katze, Kindern nicht gehen.“

Und noch viele, ja sehr viele weitere Aussagen dazu lassen sich sammeln.

Zu jedem Grund könnte ich ein Gegenargument bringen. Denn nichts davon ist Anlass genug, in Traumafolgen zu leben, anstatt sie zu überwinden.

Aber als ich da nun diese Wahlsendungen sah, erinnerte es mich an eine Angst, die ich sehr gut kenne.

Die Angst vor Veränderung.

Auf der einen Seite wünscht man sich, dass der Mist aufhört und alles wieder gut wird. Und auf der anderen Seite macht eine Veränderung unglaubliche Angst.

Da saß dieser Mann in der Sendung, der Existenzangst hat, weil er im Kohleabbau arbeitet und fürchtet keine Zukunft zu haben, wenn keine Kohle mehr abgebaut wird. Und ganz gleich was dort gesagt wird, was dann sein wird, es beruhigt ihn nicht.
Alles was er kennt ist das was er sein bisheriges Leben getan hat. Das ist seine Existenz. Und die soll ihm nun genommen werden…….

So geht es auch einem Menschen, der mit den Folgen aus teilweise über Jahren andauernden Gewalterfahrungen lebt.
All das was diese Folgen ausmacht, ganz gleich wie lästig sie teilweise scheinen, gehört zur Existenz.
Klar wäre es schön, es würde anders werden.
Aber doch auf keinen Fall unkontrollierbar sich verändern und schon gar nicht auf eine Weise, die unbekannt ist.

Dieses Bild, in die Therapie zu gehen und dann ein anderer Mensch zu werden, das ist sehr verbreitet.
Und genau das macht dann eben auch vielen Menschen unglaublich Angst. Denn daran sind ja auch viele Dinge gekoppelt.

Man denke da nur daran, wenn jemand seine Existenz auf einem Beruf und der eigenen Familie aufgebaut hat und eine Therapie dann möglicherweise offenbart, dass das alles einen selbst gar nicht erfüllt und nicht das ist, womit man wirklich glücklich ist.
Ein Mensch, der das klassische Rollenbild eines Vaters und Ehemannes lebt und dann herausfindet, dass er wider seine Natur lebt, weil er in seinem bisheriges Leben unterdrückt und sich verboten hat, zu seiner Homosexualität zu stehen. Würde er sich das aber erlauben, fällt seine Existenz wie ein Kartenhaus zusammen.
Oder auch wenn ein Mensch fürchtete in einer Therapie herauszufinden, dass etwas schlimmes geschehen ist für das man selbst die Schuld tragen könnte.
Etwas was beschämt.
Etwas was Eltern oder sonstige geliebte Menschen einem angetan haben.
Was man selbst einem geliebten Menschen angetan hat.

Oh nein! Dann doch lieber so weiterleben wie bisher. Die Augen davor verschließen. Denn was ich nicht weiß, um das muss ich mich auch nicht kümmern.

Veränderung macht Angst!

Insbesondere dann, wenn sie als Umbruch gesehen wird.

Als ich meine Therapie begonnen habe, sagte meine Thera ziemlich häufig, dass ich schon wieder den 10. Schritt vor dem 1. machen will. Ich setzte es damit gleich, ungeduldig zu sein. Es ginge mir eben nicht schnell genug. Und ich nehme an, es war auch so von ihr gemeint.
Aber heute, da sehe ich in meinem Verhalten etwas anderes.

Heute sehe ich wie meine Angst mein Antrieb war.
Denn wenn ich den 10. Schritt vorwegnehmen will, dann muss ich mich nicht mehr mit der Angst vor der Veränderung befassen.
Dann muss ich nicht mehr fürchten, was dann kommt.
Ich kann also schnell das haben wovor ich Angst habe und dann ist der Weg dahin auch nicht so voller Anspannung und Befürchtungen.

Funktioniert natürlich so nicht.

Echte Veränderungen brauchen viele Schritte und ein Tempo in dem die Veränderung auch zu verdauen ist.
Das Essen kommt auch nicht vom Teller direkt in die Organe wo es gebraucht wird bzw. ins Klo.
Und je besser man es kaut umso leichter ist es zu verwerten.
Das ist in einer Therapie meist nicht anders.
Je genauer man sich mit einem Thema befasst, umso mehr verliert es an Schrecken.

Ein Beispiel noch, was direkt aus meiner Therapieerfahrung kommt.
Thema Selbstverletzung.
Es gibt unzählige Kliniken und Therapeuten, die bis heute mit ihren Klient:innen so arbeiten, dass sie Verzichtsverträge abschließen, in denen festgelegt wird, dass sie sich selbst nicht verletzen dürfen.
Die wenigsten Betroffenen schaffen es, sich daran zu halten.
Denn es ist eben in der Regel kein Suchtverhalten, sondern eine erlernte Gefühlsregulation.
Auch mit mir wurde schon mit solchen Verträgen gearbeitet. Es hat mir nicht geholfen.
Warum?
Weil ich einen Plan B gebraucht hätte, den es aber gar nicht gab.

Immer war da in meinem Kopf die Frage: „Aber was soll ich denn dann stattdessen tun?“

Diese Frage erübrigt sich, wenn man langsam Schritt um Schritt geht.

Denn dann steht am Ende nicht mehr, was man stattdessen tun soll.
Das was früher gemacht wurde, wird einfach nicht mehr gebraucht.
Es durfte langsam etwas Neues wachsen.
Kein Ersatz.
Etwas, was vor Schritt 1 gar nicht vorstellbar war.

Aber Schritt 1 habe ich eben früher auch verhindert. Genauso wie Schritt 2, 3, 5 oder 8.
Weil meine Angst so riesig war, das zu verlieren was mir vertraut und bekannt war, dass ich eine echte Veränderung gar nicht gewagt habe zuzulassen.

Wenn ich heute diese obrigen Gründe von Menschen höre oder lese, dann weiß ich, dass sie Angst haben, dass es anders wird.
Ich wüßte, dass man sich zuerst um die Angst kümmern muss, ehe Schritt 1, 2, 3, usw. nacheinander gemacht werden können.

Denn schnelle Veränderungen wirken schlicht bedrohlich.

Nun wünsche ich euch einen angenehmen Dienstag.

🌈💜💕💜🌈

Alltags-Wahnsinn

„Trauma-Ekel“


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Hallo ihr Lieben,

da ist sie nun die Woche auf die ich so lange gewartet habe.
Da habe ich noch vor Wochen behauptet, kein Problem damit zu haben und auch nicht zu verstehen, warum andere sich dann so verrückt machen………
Nun, ich mache nichts draus worauf ich mich vorbereite wie auf eine Prüfung.
Nein, denn geprüft wird da gar nichts.

Ich muss keine besonders gute Leistung zeigen und auch nicht gut gelernt haben.
Im Gegenteil.
Klasse wäre es, ich könnte richtig gut darin sein, ganz echt und ich selbst zu sein.
Denn darin bin ich meist nicht so wirklich gut.

Ich weiß auch gar nicht so richtig wie das geht.
Auch wenn ich gerne zeige wie es ist.
Klingt widersprüchlich?
Das mag sein.
Menschen halten mich oft für widersprüchlich.

Als ich heute einen Text gelesen habe in dem eine Mutter ganz unbeabsichtigt lebhaft beschreibt wie einfach ihr Kind zu manipulieren ist, spürte ich wieder dieses Krampfen in meinem Solar Plexus. Ein Gefühl, was ich nicht in Worten zu beschreiben vermag. Früher nannte ich es „Trauma-Ekel“. Da kannte ich es nur im Zusammenhang mit sexueller Gewalterfahrung. Inzwischen weiß ich darüber, dass es auftritt, wenn eine Traumaerfahrung emotional erinnert wird. Ganz gleich welches Trauma es war. Sofern es emotional eine Wunde hinterlassen hat, die sich in einem Bereich befindet, wo es um eigene Identität geht. Wo immer ich in meinem Sein angegriffen oder verdreht wurde oder man zumindest bemüht war, mich zu verbiegen.

Ich erinnere mich zurück an den Anruf in der Praxis. Als ich nachgefragt habe, ob ich noch irgendetwas zum Termin mitbringen sollte. Geld, Zeugnisse und Essen.
Essen…….. wo ich doch unter Stress und Beobachtung gar nicht essen kann. Und dann folgt die Angst, dort unterzuckert zu sein und dann nichts sagen und tun zu können.
Und in mir kommt die alte Angst hoch………..

Wann immer ich als Kind irgendwo fremd war und kein vertrauter Mensch greifbar war, kreiste ich in dieser Angst.
Ich konnte ja keinen Ton sprechen.
Ich war ja verstummt.
Und die wenigsten Menschen hatten dafür Verständnis.
Sie hielten es schlicht für einen Ausdruck von Trotz.

Nicht nur was das Schweigen betraf.

Als ich gestern meine Tagebuchnotizen durchging, um etwas für die Therapie rauszusuchen, kam auch dieses innere Krampfen auf……….

Weil ich dort gedemütigt und gemobbt wurde, der einzige Mensch, der mich verstand nicht greifbar war und stattdessen sich die anderen zusammentaten, um mich zu bestrafen…………
Ich lese das heute und fühle die innere Not und den Schmerz und die Ohnmacht gegenüber diesen Männern, die sich übermächtig anmaßten, mir einen Denkzettel zu verpassen.

Ich spüre die Angst, wieder einen Mann vor mir sitzen zu haben.
Allein in einem Raum. Meine Bezugsperson unerreichbar weit weg.
Fragend nach depressiven Phasen, nach Suizidgedanken.

Es krampft in mir.

Ich habe gelernt, nichts zu sagen.
Und weiß doch, dass ich ehrlich sein sollte.

Aber vielleicht habe ich ja auch Glück und es ist gar kein Mann oder mal einer, der ganz anders ist als die, die ich da und anderswo erlebt habe. Einer, der keine Macht ausspielt, sondern wirklich versucht zu verstehen.

Ich mag mich wieder unter meine Gewichtsdecke kuscheln.
Fühlen, dass ich bin.
Damit ich mich nicht auflöse.
Wenigstens kümmere ich mich heute darum und lasse mich nicht einfach zerfallen.

Ich wünsche euch einen guten Start in die Woche.
Habt einen angenehmen Montag.

🌈💜💕💜🌈

Alltags-Wahnsinn

Detailverliebt


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Hallo ihr Lieben,

als ich so etwa 12 Jahre alt war, bekam ich meine erste Brille. Nein, ich war nicht klassisch kurzsichtig oder weitsichtig. Die Aussage der Augenärztin war, dass ich zu gut sehen kann.
Ich wollte noch mehr sehen als meine Augen es können und dann überanstrenge ich sie und alles wird verschwommen und ich bekomme Kopfschmerzen.

Ich will noch immer mehr sehen als ich mit bloßem Auge sehen kann.
Will die feinsten Details erkennen.
Nicht unbedingt um es zu verstehen, sondern viel mehr, um mich mit dem was ich sehe vertraut zu machen.
Ich verliere mich all zu gerne in diesen feinsten Details und finde darin alles an Erfüllung wonach ich suche.
Genau diese Nähe zu etwas justiert, dass es nah genug ist, um die Feinheit der Struktur zu erkennen und fern genug, um sie nicht zerfallen zu lassen in feinste Körner.

So mag ich sehen.
So mag ich hören.
So mag ich fühlen und in der Welt sein.

Mit den aufgeschnappten Tönen eines Songs im Ohr, der im Radio lief während wir im Auto fuhren. Eine Textzeile, die sich später in meinem Kopf in Dauerschleife wiederholt und dessen Songtitel ich nicht zu benennen vermag.
Ich weiß nicht mal sicher wo ich es wann gehört habe.

Mein Kopf ist fast nie ohne Musik.

Die Biene…….. na ja, eigentlich denke ich mehr an eine Wespe.
Für mich hat das lange keinen großen Unterschied gemacht.
Alle schwarz-gelb, fliegend und beißend, stechend, kommt man ihnen zu dicht.
Als ich mit fünf den Handstand im Garten machte, haben sie gesagt, es hätte mich eine Hummel gebissen. Also einen Stachel gab es da auch nicht in der Hand. Aber heute weiß ich, dass sie dennoch stechen.

Nun, ich hatte danach mein ganzes Leben ziemlich Angst, wieder gestochen zu werden. Und da war es mir ganz egal, ob das Tier Wespe, Biene, Hummel oder Hornisse genannt wird.
Und Begegnungen hatte ich glaube ich mit allen.
Die mit der Hornisse ist mir noch sehr gut in Erinnerung, weil ihr langer Stachel und die Tatsache, dass sie durch den Schuh gestochen hat, mich nachhaltig beeindruckt hat. Zum Glück ging ihr Stich knapp an meinem Fuß vorbei.

Nun, ich hatte ehrlich gesagt Angst vor diesen Insekten.
So wie ich vor so ziemlich allem Angst hatte, wenn es mir zu nah kam.
Insbesondere alles was fliegt oder krabbelt.

Bis ich dann eben vor einigen Jahren im Restaurant beim Frühstück beobachtete wie eine Wespe kam und sich ein Stück vom Aufschnitt abgesägt hat. Ich konnte ihr dabei zusehen. Und später habe ich mich im Internet darüber informiert, was sie mit der Wurst macht und warum sie sie wegbringt und nicht einfach isst.
Sie füttert damit die Brut, damit die Larven ihr im Gegenzug eine süße Flüssigkeit geben, an der sie sich nähren kann.

Seit ich mich darüber informiert habe und dieser Wespe zugesehen habe, lasse ich eine Wespe in Ruhe etwas vom Teller nehmen, sofern es dort Fleischreste gibt.
Und wer sich nun wundert, weil ich ja eigentlich meine Ernährung auf vegan umgestellt habe……… ab und an muss ich Fleisch zu mir nehmen, weil ich sonst nicht ausreichend Eisen aufnehme und es für mich so praktikabler ist als es als Saft einzunehmen.
Also, ich lasse sie etwas vom Teller mitnehmen, damit sie es zu ihrem Nest bringen und ihre Kleinen damit füttern kann. Und ich sorge mich sogar um sie, wenn sie Mühe hat mit dem Gewicht noch zu fliegen.
Ja, ich bin um sie besorgt.

Auch wenn ich noch immer Angst vor ihrem Stachel habe.
Den sie aber ja auch nur benutzt, weil sie in Todesangst ist und sich verteidigen will.

Hmm 🤔
Eigentlich macht das ja fast jeder, sich verteidigen, wenn er Gefahr wittert.
Mit den Waffen, die zur Verfügung stehen.
Und wenn es nur Worte sind.

Oder eben Rückzug in die Sprachlosigkeit.

Wobei die eben manchmal auch andere Gründe haben kann.

Na ja, der Stachel der Wespe dient eigentlich auch dazu, die Beute zu betäuben………

Manchmal ist es sehr hilfreich, in die Details hineinzublicken, um sich etwas vertraut zu machen.
Das gilt auch für die eigene Psyche und das eigene Verhalten, Denken, Fühlen.

Ich wünsche euch nun einen schönen Sonntag, der hoffentlich ein bisschen Entspannung bringt.

In mir singt es „Somewhere over the Rainbow“. Schon den ganzen Morgen. 🎶 🎶 🎶

🌈💜💕💜🌈

Alltags-Wahnsinn

Angespannt und ohne Worte


https://pixabay.com/de/photos/kaninchen-ohr-hase-ostern-ohren-4890861/

Hallo ihr Lieben,

heute mühe ich mich Worte in mir zu finden.
Ich fühle mich wortlos.
Mit wenig Lust auf den Tag.

Wenn ich hinspüre, bemerke ich, dass ich gar nicht sicher orientiert bin.
Ich habe kein Gefühl dazu, welcher Tag heute ist und welche Zeit.
Bin müde und finde keinen erholsamen Schlaf.

Ich kann das jetzt auf das Rheuma schieben. Immerhin tut das Knie höllisch weh und mein Oberkörper scheint wie aufgepumpt zu sein.

Aber ich denke, anders wird ein Schuh draus…. na ja, ein Schuh wird es eh nicht. Aber man sagt das doch so, wenn etwas stimmig werden soll?
Aber ich sehe den Schuh und weiß, dass es keiner wird………

Also, ich bin gestresst. Und Stress löst Schübe aus. Und die bewirken dann Schmerzen, Wassereinlagerungen im Körper, Blähbauch, Völlegefühl, Unwohlsein.

Es sind noch fünf Tage, bis der erste Diagnostiktermin ist.
Und in mir ist eine Anspannung, die mich nicht mehr zur Ruhe kommen lässt.
Es ist nicht mal wirklich Angst vor dem was da kommt und schon gar nicht vor dem Ergebnis (was ich eh erst beim letzten Termin erfahre).
Nein.
Einfach angespannt wegen allem.

Hoffentlich kommen wir pünktlich.
Hoffentlich keine Verzögerungen auf der Strecke und dass wir dann auch einen Parkplatz finden. Vielleicht sollten wir besser den…… ach vergiss es. Ist keine Überlegung.
Und hoffentlich geht es mir an dem Tag dann auch gut genug.

In mir drehen Befürchtungen ihre Kreise.

Was wenn……..

Und vielleicht wird alles gar nicht so schlimm werden.

Und dennoch, ich bin unter Spannung.
So sehr, dass ich mich ganz krank fühle und Schmerzen habe.

Und der Himmel läßt mir nicht mal die Chance, Wolkenbilder zu erkennen………

Ist heute wirklich Samstag?

In mir fragt es, ob gestern ernsthaft Freitag war………. und warum der dann kein normaler Freitag war……….

Ich mag gar nicht diesen Tag haben.
Ich mag nicht aufstehen und nicht diesen Tag erleben.

Meine Decke nehmen und die Welt für mich ausschalten.

Und dann erinnere ich, dass ich gestern Stimming-Shopping gemacht habe.

Ich war in dem gehassten Spielzeugladen in dem die Regale so hoch sind, dass ich mich dadurch eingeengt und bedrängt fühle.
Und ich habe dort da wo die Regale gar nicht so hoch sind eine ganze Wand voll Stimmingzeugs gefunden. Coole Sachen.
Und so ein Teil ist direkt als wir an der Kasse durch waren in meiner Hosentasche gelandet.
Damit war der Aufenthalt in der Welt dann gleich viel gedämpfter wahrzunehmen. Deutlich angenehmer.
Das Teil ist noch immer in der Hosentasche.
Ich werde das heute einfach da lassen und kann es nahezu unbemerkt nutzen, um durch den Tag zu kommen.

Heute mag Samstag sein.

Es ist fast egal.

Vielleicht geht es euch anders und ihr freut euch auf diesen Tag und findet ihn toll.
Dann wünsche ich euch einen tollen Tag.

Und all den anderen einfach, dass der Tag angenehm wird oder ihr in zu einem angenehmen Tag machen könnt.

🌈💜💕💜🌈

Alltags-Wahnsinn

Nur eine „harmlose“ Erinnerung


Pepsi 10.09.2021

Hallo ihr Lieben,

ein „harmloses“ Erinnerungsschreiben einer Arztpraxis…….. so haben sie es genannt.
Mich hat es alles an Energie gekostet, obwohl ich dort nicht mal persönlich Kontakt aufgenommen habe zur Klärung. Weil ich genau das schon gar nicht mehr gekonnt habe.

Hätte ich man bloß nicht………

Ja, nun ist es eh zu spät und ich habe diesen ganzen Schlamassel.

Ich hatte mich nur gewagt angesichts der Umstellung der Zuständigkeiten für OEG-Fälle mit Beginn des Jahres, freundlich anzufragen, ob man denn eventuell auch mal die Zuständigkeit der Krankenkasse anpassen könne. Immerhin lag die noch immer dort wo ich ursprünglich bis vor 17 Jahren gewohnt habe.

Hätte ich man nur nichts gesagt.

Nun besitze ich seit April keine gültige Krankenversicherungskarte mehr, sondern muss in Arztpraxen eine Ersatzbescheinigung vorlegen, die von Zeit zu Zeit erneuert wird.

Manch eine Arztpraxis scheint jedoch damit überfordert zu sein, wenn sie nicht einfach eine Karte einlesen können. Dann soll ich eine Unterschrift leisten, dass sie mir eine Privatrechnung schicken, sollte ich meine Karte nicht nachreichen.
Was ich ja letztendlich gar nicht so wirklich selbst in der Hand habe.
Und auch nicht verschuldet habe.

Nun……. gestern landete ein Brief einer Arztpraxis in meinem Briefkasten.

„……….Sie befanden sich im Zeitraum ……. meiner Behandlung, ohne ihre Krankenversicherungskarte vorgelegt zu haben. Damit die erbrachten Leistungen mit ihrer Krankenkasse abgerechnet werden können, bitten wir um Vorlage ihrer Krankenversicherungskarte innerhalb der nächsten 10 Tage. Ansonsten sind wir berechtigt die Behandlung privat zu liquidieren……….“

Eine „harmlose“ Erinnerung.
Nachdem die Praxis extra eine Kopie der Bescheinigung und einen entsprechenden Vermerk gemacht hatte.
Und diese harmlose Erinnerung konnte dann offensichtlich auch nur als textbausteingefüllter Brief versandt werden.

Da hätte man nicht stattdessen sowas schreiben können wie: „Liegt Ihnen eventuell inzwischen eine gültige Krankenversicherungskarte vor? Wir wäre Ihnen sehr dankbar, wenn Sie uns die bis Quartalsende reinreichen würden……“

Nein, freundlich und mitdenkend geht in mancher Arztpraxis offensichtlich nicht.

Zumal mein Gehirn direkt tut, was es tun muss.
Es recherchiert die Korrektheit der Aussage.
Muss dabei sehr bemüht über die grammatikalischen Fehler hinwegsehen.
Kommt zu dem Ergebnis, dass die Aussage rechtlich falsch ist und sie in keiner Weise berechtigt sind, die Behandlung privat in Rechnung zu stellen, da eine Ersatzbescheinigung ein gültiger Versicherungsnachweis ist, mit dessen Daten sie abrechnen können und müssen.

Ich war versucht, die Satzung der Ärztlichen Bundesvereinigung auszudrucken, ihnen den Absatz entsprechend zu markieren und in einen Briefumschlag zu packen, mit einem sachlichen Brief, der freundlich aber bestimmt darauf hinweist, dass ihr Vorgehen unangebracht und rechtlich haltlos ist. Ich hätte ihnen mitgeteilt, dass sie gerne eine Privatrechnung schicken dürfen, wenn sie der Meinung sind, dass sie dazu berechtigt seien. Ich würde diese Rechnung dann gerne an einen Anwalt übergeben………

Und dann habe ich die Nacht fast nicht schlafend, vor Anspannung und Hilflosigkeit vibrierend unter meiner Gewichtsdecke verbracht, um am Morgen meine mich unterstützende, von mir gewählte Betreuungsperson und Freundin zu bitten (genau gesagt bot sie es an), das für mich zu klären.

Denn eines war klar.
Ich würde meine restliche Energie dabei auch noch verlieren.
Sowohl in dem vor-mir-herschieben dort anrufen zu müssen als auch wenn ich es schaffen würde.

Es war ein „harmloses“ Erinnerungsschreiben………
Bedurfte dann auch keiner Entschuldigung……….

Und ich mag in keine Arztpraxis mehr gehen.

Überhaupt mag ich mich nur noch unter meiner Gewichtsdecke verkriechen und vergessen, dass es diese Welt gibt.

Pepsi schaut auch nicht gerade so aus als hätte sie die Nacht viel Schlaf bekommen.
😏

Ich wünsche euch nun einen schönen Freitag und kommt gut ins Wochenende.

🌈💜💕💜🌈